3692 Handballfans feiern grün-weiße Weihnachten (nach)

Die dezimierten Handballer aus der Messestadt können doch gewinnen: Sie schlagen TuS Essen-Margarethenhöhe im letzten Punktspiel des Jahres mit 34:30 (15:16) Toren. Doch das Ergebnis spiegelt das spannende Geschehen in der Arena kaum wider. „Wir mussten für diesen Heimsieg hart arbeiten!“ stellte Trainer Christian Prokop fest.

Lukas Binder erzielt eins seiner acht Tore. Fotos: Elmar Keil
Felix Storbeck hielt den SC DHfK in der ersten Halbzeit mit spektakulären Paraden im Spiel.

Denn die Hallenhandballer aus der Stahlstadt lagen lange, für viele Zuschauer zu lange vorn. Sie führten 3:1, 6:3, 16:13, 22:20. Der erfahrene Michael Hegemann dirigierte seine sehr jungen Nebenleute, von denen Lasse Seidel auf Außen und Simon Keller im rechten Rückraum zu überzeugen wussten. Speziell die drei Spieler nutzten die Lücken in der gegnerischen Abwehr und schafften zusammen 20 Wirkungstreffer. Aber auch Jonas Ellwanger und Dennis Szczesny waren für Essen im Dauereinsatz.

Die grün-weißen Gastgeber ließen zwei Drittel des Spieles zu viele Wünsche offen. Hinten ließen die Leipziger zahllose Würfe von Hegemann und Keller passieren (wir sagten es bereits aus anderer Sicht), vorn wirkte der Rückraum zu statisch. Sebastian Greß, Philipp Pöter und Marc Pechstein warfen je einen Treffer. Allein der junge Franz Semper konnte mit seinen sechs Toren durchgängig überzeugen. Das hätte nicht reichen müssen. In der 40. Minute, als Christian Prokop seine zweite Auszeit nahm, lagen die körperkulturellen Handballer 21:23 zurück.

Die Auszeit veränderte alles. In den folgenden Minuten rief der Spitzenreiter der zweiten Bundesliga sein wirkliches Können ab. In der Deckung wurde gegen den Rückraum der Essener zeitiger herausgetreten und viele Aktionen im Ansatz gestoppt. Außerdem mussten die konditionell nachlassenden Gäste mehrmals in Unterzahl spielen. So nahm das Geschehen seinen Lauf: Semper schaffte den Ausgleich und die erstmalige Führung, Rene Boese vom Siebenmeterstrich und Alen Milosevic, der Spieler des Tages, bauten die Führung kontinuierlich aus. Plötzlich lagen die grün-weißen Männer 30:24 vorn.

Endlich konnten die stimmungsvollen 3692 Zuschauer feiern. Sie hatten dem letzten Punktspiel des Jahres einen würdigen Rahmen gegeben. Sie feierten die Paraden von Felix Storbeck und Henrik "Ruuudi" Tovås, die sehenswerten Treffer, das grün-weiße Zusammenspiel, und standen schon Minuten vor dem Schlusspfiff von Steven Heine und Sascha Standke auf. Die Gastgeber ließen im dritten Drittel nichts anbrennen. Sie siegten schließlich 34:30. Der zehnte Heimsieg in dieser Saison.

 

SC DHfK Leipzig gegen TuSEM 34:30 (15:16)

Stationen: 0:1, 3:6, 8:8, 9:12, 13:16, 17:18, 21:23, 30:24, 31:28, 34:30

SC DHfK Leipzig: Storbeck, Tovås; Semper 6, Krzikalla 4, Pöter 1, Oehlrich, Binder 8, Greß 1, Boese 6/6, Milosevic 6, Pechstein 2

TuSEM: Donderis Vegas, Bliß; Ellwanger 2, Hahn 1, Keller 8, Hegemann 7, Hansen, Zobel 1, Seidel 5/1, Schetters 1, Szczesny 1, Trodler 2, Mürköster 2

Zuschauer: 3692  Handballfans in der ARENA an der Jahnallee

Schiedsrichter: Steven Heine (Braunschweig) und Sascha Standke (Friedland)

Siebenmeter: Leipzig 9/6, Essen 2/1

Zeitstrafen: Leipzig 6 min, Essen 10 min

 

Trainer Mark Dragunski (TuSEM): Meine Mannschaft hat ein ordentliches Spiel gezeigt, gut verteidigt und gekämpft. Am Ende war nicht mehr drin. Wir werden die Vorbereitung nutzen, um gut in die letzten 17 Spiele zu kommen und uns frühzeitig von unten abzusetzen.

Trainer Christian Prokop (SC DHfK Leipzig): Großes Kompliment an meine Mannschaft. Sie hat mit Emotionen und Kampfgeist unsere weiße Heimweste verteidigt. Kompliment und Dankeschön auch ans Publikum - das war heute schon beim Einlaufen in die Arena Gänsehaut pur. Es ist erfreulich, dass wir eine so tolle Unterstützung nicht nur gegen die absoluten Topteams der Liga erhalten. Wir stehen oben und im Viertelfinale des DHB-Pokals, gehen mit einem unglaublich positiven Fazit in die Winterpause. Ich hoffe, dass wir nach der Vorbereitung mit dem kompletten Kader eine konstante Runde spielen werden.

 

Der Bericht auf LVZ online.

Der Bericht von MDR aktuell.