Die Füchse sind (noch) eine Nummer zu groß

Die grün-weißen Handballer wollten den Füchsen aus Berlin einen heißen Fight liefern. Doch der deutsche Pokalsieger beherrschte das Geschehen in der vollen Arena klar. Er schlug den Spitzenreiter der zweiten Bundesliga mit 29:19 (16:8) Toren.

Max Janke wird gebremst von zwei kräftigen Füchsen. Foto: Elmar Keil

Die Anhänger der einheimischen Handballer hatten auf einen Einsatz des verletzten Philipp Weber und eine tolle Fuchsjagd gehofft. Sie träumten tatsächlich vom Final Four. Doch der beste Torschütze der Leipziger in der zweiten Bundesliga musste (noch) passen. So fehlte den Gastgebern in der Offensive schon eine Option. Trotzdem feuerten die Zuschauer in der ausverkauften Arena den Außenseiter gegen die hünenhaften Berliner von Anfang an an.

Die jungen Binder, Semper, Janke und Krzikalla wirkten gegenüber den Routiniers aus der ersten Bundesliga körperlich unterlegen. Sie mussten einen sehr hohen Aufwand betreiben, um eine Lücke in der gegnerischen Abwehr zu finden und Nationalheld Silvio Heinevetter im Kasten zu überwinden. Sie liefen gleich einem deutlichen Rückstand hinterher. 0:3, 2:8, 3:11. Mit solchen Zwischenständen kann keine Mannschaft aus der zweiten Bundesliga einen Europacupteilnehmer in Bedrängnis bringen.

Trotzdem mussten die 6351 Handballfans ihr Kommen nie bereuen. Die Füchse boten mit Konstantin Igropulo, Petar Nenadic, Fredrik Petersen, Iker Romero und Mattias Zachrisson praktisch eine Weltauswahl auf. Einzig der jugendliche Willy Weihrauch hatte bei den Berlinern bisher kein Länderspiel bestritten. Paul Drux und Fabian Wiede, die anderen Youngster des Kontrahenten, gehören dem deutschen Nationalteam an. Sie netzten gegen die Leipziger fünf beziehungsweise vier Mal ein. Obendrein zeigten Silvio Heinevetter und Petr Stochl im Kasten spektakuläre Paraden.

Dass die jungen Leipziger in der Mitte der zweiten Halbzeit noch mal herankamen, lediglich 15:21 zurücklagen, auch Hendrik Ruud Tovas die Zuschauer zu Sprechchören animierte, gab den Verantwortlichen des Sportclubs neuen Mut. "Wir haben gesehen, welche Aufgaben wir lösen müssen, um letztendlich in der ersten Bundesliga zu bestehen", sagte Aufsichtsrat Stefan Kretschmar am Spielfeldrand dazu.

Das abschließende Resultat, die Füchse gewannen mit 29:19 Toren, spiegelte das Leistungsvermögen der beiden Mannschaften zumindest an diesem Mittwoch korrekt wider. Doch in der nächsten Saison könnte es wieder ganz anders sein.

 

SC DHfK Leipzig gegen Füchse Berlin 19:28 (8:16)

Stationen: 0:3, 2:8, 4:12, 6:15, 8:16, 10:19, 12:20, 15:21, 17:27, 19:29

SC DHfK Leipzig: Storbeck, Tovås; Semper 4, Emanuel 2, Streitenberger, Krzikalla, Pöter 3/2, Oehlrich 1, Binder 2, Janke 3, Boese 1, Roscheck, Milosevic 3, Pechstein

Füchse Berlin: Heinevetter, Štochl; Wiede 4/2, Nenadic 4, Pevnov, Romero 1, Weyhrauch, Zachrisson 7, Jaszka, Horák 2, Igropulo 6/3, Nielsen, Petersen, Drux 5

Zuschauer: 6351 Handballfans in der Arena an der Jahnallee

Schiedsrichter: Andreas Pritschow (Leinfelden), Marcus Pritschow (Degerloch)

Siebenmeter: Leipzig 3/2, Berlin 9/5

Zeitstrafen: Leipzig 8 min, Berlin 2 min

 

Trainer Dagur Sigurdsson (Füchse Berlin):Das Spiel war zu wichtig für uns, denn wir wollten uns das Final Four nicht nehmen lassen. Die erste Halbzeit war sehr stark von uns, besonders die Abwehr stand gut. Man hat gesehen, dass internationale Erfahrung und Körperlichkeit eine Rolle spielen. Wir hatten aber Respekt vor dem Gegner und durften deshalb in der zweiten Halbzeit nicht nachlassen. Schließlich hat meine Mannschaft den Sieg clever nach Hause gespielt. Leipzig leistet eine vorbildliche Arbeit, der Aufstieg in die erste Liga wäre mehr als verdient."

Co-Trainer André Haber (SC DHfK Leipzig):Wir hatten uns viel vorgenommen, uns aber schwer getan gegen die Füchse-Deckung. Unsere Fehlerquote war zu hoch, sodass sich die Füchse schnell absetzen konnten. Das Viertelfinale war trotzdem ein Megaerfolg, das hatte sich die Mannschaft und die Sportstadt Leipzig verdient. Riesenkompliment an das Publikum. Wenn man sieht, dass alle Zuschauer in der letzten Minute aufstehen und applaudieren, dann ist das schon beeindruckend. Wir müssen es jetzt schaffen, in der Liga wieder Vollgas zu geben und am Freitag gegen Dormagen ein starkes Spiel zu machen."