Powerhandball in der proppevollen Porsche-Arena

Ein echtes Spektakel zum Rückrundenstart in der zweiten Bundesliga: Der Tabellenzweite TV Bittenfeld bezwingt den personell geschwächten SC DHfK Leipzig mit Mühe mit 32:28 (17:15) Toren.

Lukas Binder erzielte in Stuttgart - trotz einer Verletzung - vier Treffer.

Die Voraussetzungen vor dem absoluten Spitzenspiel in der zweiten Bundesliga konnten nicht unterschiedlicher sein. Die Gastgeber hatten den kompletten Kader zusammen, eine proppevolle Arena im Rücken und darüber hinaus am letzten Spieltag einen Kantersieg gefeiert. Dagegen müssen die Leipziger weiterhin die Ausfälle der verletzten Emanuel, Qvist, Roscheck und Weber durch Nachwuchsspieler kompensieren. Doch die junge Truppe überraschte in Stuttgart durch eine couragierte Leistung.

Die Handballer vom Stuttgarter Stadtrand verließen sich vorrangig auf ihren großen und kraftvollen Rückraum. Dort standen Spieler, die bereits in der Bundesliga in Göppingen, Melsungen und Wetzlar unterwegs waren. Michael Schweikardt zog immer wieder die Aktionen von Lars Friedrich und Dominik Weiß an, die trafen und trafen. Als diese Schützen müde wurden, übernahmen mit Djibril M’Bengue und den gerade erst verpflichteten Nils Kretschmer zwei weitere Kanoniere den Job. Immer, wenn Bittenfeld einen einfachen Treffer aus dem Rückraum brauchte, schien dieses Vorhaben zu klappen.

Die grün-weißen Sachsen hielten mit spielerischen Mitteln und einem enormen kämpferischen Aufwand dagegen. Sie kamen insbesondere von Außen und von den verschiedenen Positionen am Kreis zu Toren. Die offiziell 6211 Zuschauer staunten, als Philipp Pöter, Lukas Binder und Lucas Krzikalla die Gäste in der ersten Halbzeit mehrmals in Führung brachten. Sie hatten einen Anteil daran, dass das alljährliche Weihnachtsspiel der Bittenfelder Handballer in der riesengroßen Arena zu einem sportlichen Spektakel wurde.

Zwar marschierte der aktuelle Tabellenzweite der zweiten Bundesliga - dank seines überragenden Rückraums - nach dem Seitenwechsel stets vorneweg, doch die dezimierten Sachsen ließen nicht locker. Aus einem zwischenzeitlichen 25:21 wurde ein 26:24 beziehungsweise 27:25. Allerdings ließen die Grün-Weißen in den entscheidenden Phasen des Spiels einige Chancen, darunter zwei Siebenmeter, liegen, um vielleicht das Resultat zu drehen und eine Überraschung zu schaffen. So mussten die Leipziger die dritte Auswärtsniederlage in dieser Saison quittieren.

 

 

TV Bittenfeld gegen SC DHfK Leipzig 32:28 (17:15)

Stationen: 1:0, 2:3, 4:6, 6:7, 12:8, 13:9, 14:14, 17:15, 20:19, 25:21, 27:25, 30:26, 32:28

TV Bittenfeld: Müller, Jerkovic; Schimmelbauer 4, Schöbinger, Nils Kretschmer 3, Weiß 5, Schweikardt 5/4, Friedrich 5, M’Bengue 4, Baumgarten 2, Sundberg, Seiz 1/1, Finn Kretschmer 3

SC DHfK Leipzig: Storbeck, Tovås; Naumann 1, Semper 2, Krzikalla 4, Pöter 8/4, Oehlrich 2, Binder 4, Greß 2, Boese 2, Milosevic 2, Pechstein 1

Zuschauer: 6211 Handballfans in der Porsche Arena in Stuttgart (ausverkauft)

Schiedsrichter: Thomas Hörath (Eibach) und Timo Hofmann (Helmbrechts)

Siebenmeter: Bittenfeld 5/5, Leipzig 8/6

Zeitstrafen: Bittenfeld 16 min, Leipzig 10 min

Disqualifikation: Richard Sundberg (TV Bittenfeld) wegen der dritten Zeitstrafe in der 50. min

 

Trainer Christian Prokop (SC DHfK Leipzig): Was soll ich sagen? Ich kann mit der kämpferischen Leistung meiner sehr jungen Mannschaft zufrieden sein. Wir haben die Partie gegen einen absoluten Aufstiegsanwärter in einer proppevollen Halle über 50 Minuten offen gehalten. Bei einem Quäntchen mehr Cleverness im Abschluss wär' eine Überraschung drin gewesen. Da müssen wir besser werden.

Trainer Jürgen Schweikardt (TV Bittenfeld): Wir sind sehr zufrieden, das Spiel gewonnen zu haben. Doch bei der defensiven Leistung muss ich Abstriche machen. Wir wussten, dass die Leipziger einige personelle Probleme besitzen und wollten sie müde spielen. Doch der Gegner ist immer wieder zu einfachen Toren gekommen und dran geblieben. Letztendlich haben vor allem unsere Wechselspieler und Dragan Jerkovic das Spiel entschieden. Wir mussten - bei den Voraussetzungen - gewinnen. Im Sommer war's genau andersrum. Da hatten wir mehrere Verletzte und Leipzig 'ne volle Kapelle.