So geht sächsisch!

Die Hallenhandballer des SC DHfK Leipzig schlagen den traditionsreichen TV Großwallstadt mit 31:24 (13:12) Toren und bleiben Spitzenreiter in der zweiten Bundesliga der Männer.

Max Emanuel zieht ab! Foto: Sebastian Brauner

Die 2442 Zuschauer hatten ein enges Match zwischen zwei starken Mannschaften aus Sachsen und Franken erwartet. Sie wurden - vor allem vor dem Seitenwechsel - nicht enttäuscht. Zwar konnten die Gastgeber durch Philipp Weber gleich mehrere Treffer in Führung gehen, doch die Gäste aus Großwallstadt blieben dran. So folgte einem 7:4 beziehungsweise 12:9 immer wieder das Anschlusstor. Zugegeben: Die körperkulturellen Handballer standen in der Deckung wieder sehr sicher. Aber im Angriff wurden zu viele Chancen vergeben, wurden gerade gewonnene Bälle praktisch weggeworfen. Assistenztrainer André Haber: "Wir waren in dieser Saison schon besser drauf!"

Aus diesem Grund hatten die Franken die Chance, mit mindestens einem Unentschieden in die Kabine zu gehen. Hartmann und Schneider, die Schiedsrichter aus dem anhaltinischen Magdeburg, hatten mit dem Halbzeitpfiff zum wiederholten Male auf Siebenmeter für Großwallstadt entschieden. Doch Felix Storbeck hielt seinen dritten Strafwurf in dieser Begegnung und dadurch den knappen Vorsprung fest.

Allerdings büßten die Leipziger die glückliche (durch Felix gehaltene) Führung nach der Pause ein. Der international erfahrene Chen Pomeranz sorgte für das zwischenzeitliche 13:14. Friðgeirsson, Prokopec, Putera und Spatz witterten Morgenluft.

Die Leipziger, die erstmals mit dem neuen Schriftzug "So geht sächsisch" auf dem Trikot antraten, wollten dem Motto alle Ehre erweisen und dieses Spiel drehen. Es folgte eine typische Steigerung des ganzen Teams. Jetzt ließen Thomas Oehlrich und Bastian Roscheck in der Deckung niemanden mehr durchbrechen, trafen neben Philipp Weber auch Lucas Krzikalla und Alen Milosevic ins Tor, ließen die Handballfans auf den Rängen nicht locker. In der Mitte der zweiten Halbzeit lagen die Leipziger 23:20 vorn.

Vielleicht waren die folgenden zwei Tore von Lukas Binder, als Großwallstadt noch mal versuchte, heranzukommen, die Entscheidung des Spiels? Jedenfalls zogen die Leipziger dank der Wirkungstreffer des jungen Kapitäns, dank Sebastian Greß, Philipp Pöter und Thomas Oehlrich auf und davon. Sie gewannen schließlich 31:24. "Völlig verdient!" stimmten Christian Prokop und Maik Handschke, die beiden Trainer der Traditionsklubs, überein. 

 

Trainerstimmen

Maik Handschke, TV Großwallstadt: „Leipzig hat verdient gewonnen. In der ersten Halbzeit haben wir zu viele freie Würfe ausgelassen, allein drei Siebenmeter. Das gleiche in der zweiten Halbzeit. Dazu kommen zu viele Unterzahlsituationen, von denen wir uns nicht erholen konnten. Durch dumme Zeitstrafen haben wir es Leipzig in den letzten 15 bis 20 Minuten leicht gemacht. Auf unsere drei Niederlagen in Serie kann es nur eine Antwort geben: Einen Sieg am Sonntag gegen Aue!“

Christian Prokop, SC DHfK Leipzig: „Großwallstadt stand heute hinten sehr kompakt, anders als ich es nach der Videovorbereitung erwartet hatte. In der ersten Halbzeit hat uns das einige Probleme bereitet, vor allem im Abschluss lief es zäh. In der zweiten Halbzeit konnten wir in allen Bereichen zulegen und bekommen das Spiel immer besser in den Griff. Den Sieg feiern wir wann anders. Jetzt müssen wir schnell den Fokus umlegen auf das Spiel am Samstag in Rimpar.“

 

SC DHfK Leipzig gegen TV Großwallstadt 31:24 (13:12)

Stationen: 0:1, 4:2, 7:4, 9:6, 10:9, 13:12, 13:14, 17:15, 19:16, 25:20, 29:22, 31:24

SC DHfK Leipzig: Storbeck, Tovås; Naumann, Emanuel 3, Krzikalla 5, Pöter 2, Oehlrich 1, Binder 4, Greß 1, Roscheck 2, Weber 10/1, Milosevic 3, Pechstein

TV Großwallstadt: Lenz, Putera; Spatz 5/1, Friðgeirsson 2/1, Weißbach, Stark 4, Kretschmer 2, Prokopec 3, Jost 3, Chen Pomeranz 4, Kohlbacher 1

Zuschauer: 2442 Handballfans in der ARENA an der Jahnallee

Schiedsrichter: Colin Hartmann, Stefan Schneider (BSV 93 Magdeburg)

Siebenmeter: Leipzig 2/1, Großwallstadt 5/2

Zeitstrafen: Leipzig 4 min, Großwallstadt 10 min

Erstellt von Lutz Walter