Zum Hinrundenschluss kein Grand ohne Vier

Das Leipziger Bundesligateam musste sich ohne vier verletzte Schlüsselspieler in Hüttenberg mit einem 25:25 (11:12) begnügen.

Franz Semper im Angriff. Fotos: Rainer Justen
Marc Pechstein traf in Hüttenberg auf seinen Ex-Klub.
Harte Gegenwehr für Philipp Pöter.

Dass das Auswärtsspiel in Hüttenberg ohne die verletzten Emanuel, Qvist, Roscheck und Weber (sie hätten in der Startformation gestanden) für den Spitzenreiter der zweiten Bundesliga eine schwierige Aufgabe ist, das ahnten die Handballfans schon, dass obendrein der erkrankte Uli Streitenberger fehlen würde, nicht. Trotzdem besaßen die Leipziger den besseren Start. Sie standen hinten - mit einem in dieser Phase überragenden Henrik Ruud Tovås im Kasten - sehr sicher. Die grün-weißen Schlachtenbummler skandierten "Ruuudi, Ruuudi" und feierten das zwischenzeitliche 3:9 und 4:10. Es sollte die höchste Führung der Leipziger Handballer in der Begegnung sein.

Doch dann schlichen sich Fehlwürfe und Abspielfehler ein. Außerdem konnten die grün-weißen Männer eine Zeitstrafe von Moritz Lambrecht nicht nutzen. Die Hüttenberger kamen allmählich heran. Unmittelbar vor dem Seitenwechsel erzielte der überragende Patrick Schmidt, den die Leipziger eigentlich nie stoppen konnten, das Anschlusstor. 11:12. Es bahnte sich eine verrückte zweite Halbzeit an.

"Wir wollten eigentlich ein Kampfspiel vermeiden", gab Trainer Christian Prokop zu. Doch seine jungen Männer mit Marc Pechstein und Franz Semper im Rückraum, die durchspielten, hatten keine Wahl. Es wurde um jeden Zentimeter auf der Platte und jedes Tor förmlich gerungen. Erst brachten die erwähnten Pechstein und Semper die körperkulturellen Handballer in Führung, dann drehten Marius Liebald und Daniel Wernig das Blatt. Die Hüttenberger lagen beim zwischenzeitlichen 22:21 das einzige Mal vorn.

In der Schlusspase der Begegnung legten die Leipziger ständig vor: 22:23, 23:24, 24:25. Es hätte irgendwie reichen können. Es waren nur noch 15 Sekunden zu spielen und Zeitspiel gegen die Gastgeber signalisiert, als Tom Warnke einen Abpraller von Henrik Ruud Tovås zum umjubelten Ausgleich verwertete. In der Folge vereitelten noch Liebald eine schnelle Mitte der Leipziger und Lambrecht eine Chance von Sebastian Greß. Das erste Remis der Leipziger in dieser Saison stand fest.

 

TV Hüttenberg gegen SC DHfK Leipzig 25:25 (11:12)

Stationen: 0:1. 1:5. 2:7. 3:9, 7:12, 11:12, 12:17, 17:18, 22:21, 23:24, 25:25

TV Hüttenberg: Ritschel, Schomburg; Lambrecht 1, Wernig 4/1, Warnke 3, Mraz 3, Fernandes, Mappes, Hofmann 1, Schmidt 8/1, Liebald 5, Semmelroth

SC DHfK Leipzig: Storbeck, Tovås; Semper 5, Krzikalla 1, Pöter 6/5, Oehlrich, Binder 2, Greß, Boese 3/2, Milosevic 3, Pechstein 5

Zuschauer: 834 Handballfans im Sportzentrum von Hüttenberg

Schiedsrichter: Markus Kropp, Sebastian Siebert (Osnabrück)

Siebenmeter: Hüttenberg 3/2, Leipzig 8/7

Zeitstrafen: Hüttenberg 8 min, Leipzig 8 min

Disqualifikation: Marius Liebald (60. min) aus Hüttenberg wegen Verhinderung der schnellen Mitte

 

Trainer Christian Prokop (SC DHfK Leipzig): Wir wollten trotz unserer personellen Situation zwei Punkte holen. Das sah am Anfang durch unsere clevere Abwehr ganz gut aus. Wir haben in der Phase auch einige kluge Entscheidungen im Angriff getroffen, doch dann die Bälle oft weggeworfen und Überzahlspiele nicht genutzt. So war der Vorsprung schnell dahin. Es entwickelte sich schließlich ein intensives Kampfspiel, da wurde um jeden Zentimeter gerungen. Mit der letzten Aktion konnte Hüttenberg einen Abpraller von unserem Torhüter verwandeln. Da müssen wir besser sein.

Trainer Axel Spandau (TV Hüttenberg): Kompliment an meine Mannschaft zu diesem tollen Kampf. Wir wollten den Gegner durch unsere 5:1-Verteidung gegen Pöter und Semper überraschen, das hatte am Anfang nicht geklappt. Doch dann konnten wir uns steigern. Zugegeben, wir haben von den personellen Ausfällen beim Spitzenreiter profitiert, aber wir hatten selbst mehrere Ausfälle zu kompensieren. Es ist ein gewonnener Punkt.

 

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