Die Sektion Handball, die im Hallenhandball und Großfeldhandball (bis 1967) antrat, gehörte 1954 zu den Gründungssektionen des Sportclubs. Sie ging aus der HSG Wissenschaft DHfK hervor, deren Handballmannschaften 1952 den Spielbetrieb in der 1. Kreisklasse Leipzig aufnahmen und dank ihrer sehr guten Leistungen kontinuierlich Jahr für Jahr aufstiegen. Die Damenmannschaft spielte ab 1954 bereits in der Oberliga, der höchsten Spielklasse in der DDR, die Herren spielten zu diesem Zeitpunkt in der Bezirksliga und stiegen 1957 in die Oberliga auf. Nach dem Abstieg 1958 waren die Damen ein Jahr später (1959) wieder "ganz oben" vertreten.

 

Für die Handball-Herren des SC DHfK begann mit dem Jahr 1959 - dem Jahr, in dem die Gesamtdeutsche-Auswahl (mit Hans-Gert Stein vom Sportclub!) Weltmeister auf dem Großfeld wurde - eine wahre Erfolgsserie: Sie holten sich im Hallenhandball den DDR-Meistertitel und gewannen diesen durchgängig bis 1962. In den Jahren 1962 und 1963 spielte die Mannschaft um den Europapokal der Landesmeister mit. In der damals zweigeteilten DDR-Oberliga schaffte man auch 1963 den Staffelsieg, verlor aber im Kampf um die Meisterschaft gegen den anderen Staffelsieger Lok Südost Magdeburg. Der Saisonverlauf 1964 ähnelte dem vom Jahr zuvor, bloß dass der Meister am Ende ASK Vorwärts Berlin hieß. 1965 konnten die Handballer des SC DHfK den Titel in der nun eingleisigen Oberliga wieder nach Leipzig holen und er-kämpften sich auf der Grundlage dieses Meisterschaftsgewinns im Jahr darauf den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte: Am 22. April 1966 gewann die Mannschaft von Trainer Hans-Gert Stein mit Paul Tiedemann in ihren Reihen - dem wohl weltbesten Handballspieler jener Zeit - den Europapokal der Landesmeister durch einen 16:14 Sieg im Finale gegen Honved Budapest in Paris! Nach diesem Höhepunkt und der DDR-Meisterschaft 1966 konnte im Folgejahr noch der Vize-Meistertitel errungen werden. In den nachfolgenden Spielzeiten gelang der Mannschaft maximal der vierte Platz (1968) unter den zehn Oberligisten.

 

Die Handballerinnen des SC DHfK erlebten 1963 den Höhepunkt ihrer sportlichen Laufbahn: Sie wurden DDR-Vizemeister im Großfeldhandball. Zwei Jahre später - 1965 - kam für die Hallen-Handballerinnen jedoch das Aus: Die Mannschaft des Sportclubs wurde aufgelöst und die Spielerinnen in andere Vereine (SG Dynymo Leipzig, SC Leipzig) delegiert. Auch die Großfeld-Spielerinnen hatten, wie die Groß-feldhandball-Herren keine Zukunft mehr im Sportclub: Nachdem die zwischenzeitlich gebauten beziehungsweise wieder hergerichteten Sporthallen immer mehr zum Aus-tragungsort von Handballspielen wurden und Hallenspielserien aufgekommen waren, geriet die Großfeldvariante ins "Abseits", was 1967 die Einstellung des Trainings- und Wettkampfbetriebes zur Folge hatte.

 

Paul Tiedemann als wohl stärkster Vertreter dieser "Zunft" wurde Trainer der 1. Hallenhandball-Herrenmannschaft des Sportclubs (und ab 1978 der DDR-Auswahlmannschaft). Die zudem von ihm betreuten männlichen Jugendmannschaften (A und B) gehörten bald zur DDR-Spitze. Den damaligen Leistungssportbeschlüssen entsprechend wurde allerdings zum 1. März 1975 die komplette Handballabteilung aus dem Sportclub ausgegliedert und zur Schaffung eines neuen Leistungszentrums in den SC Leipzig überführt. Die ehemaligen SC DHfK Trainer Klaus Langhoff und Paul Tiedemann sowie die einstigen SC DHfK Spieler Lothar Doering und Siegfried Voigt nahmen 1980 an den Olympischen Spielen in Moskau teil und holten sich mit der DDR-Nationalmannschaft die Goldmedaille - ein später Ruhm für die erfolgreiche Arbeit, die bis 1975 im SC DHfK geleistet worden war.

 

Am 30. Juni 1993 wurde die Abteilung Handball im Sportclub neu gegründet. Zum Abteilungsleiter wurde Gottfried Standke gewählt, der damit "Nachfolger" von Prof. Dr. Günter Röblitz und Dr. Karlheinz Göldner wurde, die dieses Amt Jahrzehnte vor ihm innehatten. Mit der erneuten Einrichtung einer Handballsparte wollte man an die Erfolge früherer Jahre anknüpfen und die Traditionen des Leipziger Handballs neu beleben. Die 1. Herrenmannschaft wechselte mit dem männlichen Nachwuchs vom aufgelösten SC Leipzig, wo sie in der 2. Bundesliga spielte, nachdem sie in der Saison 1991/1992 ein kurzes Gastspiel in der 1. Bundesliga hatte, zum SC DHfK. In den Jahren 1993 bis 1995 trat die Mannschaft für den SC DHfK in der zweithöchsten deutschen Spielklasse an, während die 2. Herrenmannschaft in der Oberliga Sachsen am Spielbetrieb teilnahm. Die Mannschaften der A- und B-Jugend spielten ebenfalls in Sachsens höchster Spielklasse und bestritten zudem Spiele um die Deutsche Meisterschaft. Im Juni 1995 wurde die Abteilung Handball nach dem Abstieg der 1. Herrenmannschaft aus der 2. Bundesliga und finanziellen Problemen erneut aufgelöst. Die meisten Spieler wechselten nach Delitzsch beziehungsweise zu den Leipziger Lokalrivalen SG LVB und SG MoGoNo.

 

In den folgenden Jahren spielte lediglich eine Männer- und eine A-Jugendmannschaft auf Breitensportebene für den SC DHfK. Im Jahr 2000 wechselte dann zusätzlich eine Damenmannschaft vom Post SV Leipzig zum Sportclub. Die Handballerinnen schafften gleich im ersten Jahr den Aufstieg in die Bezirksliga. Allerdings lösten sich die Mannschaften im männlichen Bereich auf Grund von Spielerabgängen auf, so dass die Damen um die Abteilungsleiterin Kerstin Vogel fortan die Handballabteilung als einzige Mannschaft vertraten.

 

Eine neue Zeitrechnung für den Handball beim Sportclub begann im Juli 2007 mit dem Wechsel der nahezu kompletten Handballabteilung der SG MoGoNo Leipzig zum SC DHfK. Fünf Nachwuchs-, drei Frauen- und fünf Männermannschaften starteten unter der Regie des neuen Abteilungsleiters Peter Pausch von der Kreisliga Leipzig bis zur Oberliga Sachsen in die Saison 2007/2008. Das Spieljahr begann gleich mit einem Höhepunkt, als am 19. September 2007 das Aushängeschild der Handballabteilung - die 1. Männermannschaft - in der 2. Runde des DHB-Pokals den Bundesligisten TBV Lemgo in der ausverkauften heimischen Ernst-Grube-Halle empfing. Eine Halbzeit lang konnten die DHfK-Spieler dem mit mehreren Weltmeistern angetretenen Gast Paroli bieten, ehe sich der Favorit am Ende doch noch deutlich durchsetzen konnte. Dieses Spiel war der Startschuss für eine überaus erfolgreiche Saison, die das Team von Trainer Karsten Günther mit dem Gewinn des sächsischen Landespokals und dem souverän errungenen Sachsenmeistertitel, verbunden mit dem Aufstieg in die Regionalliga, krönte. Dort erwartete den SC DHfK in der darauf folgenden Saison eine schwere Aufgabe. Eingeordnet in die spielstarke Südstaffel der dritthöchsten deutschen Spielklasse wurde schnell deutlich, dass das Ziel nur Klassenerhalt heißen konnte. Nach einem spannenden Saisonverlauf, einhergehend mit zwei Trainerwechseln, entschied sich die Frage des Klassenerhalts erst am letzten Spieltag - leider zu Ungunsten des Sportclubs. Somit startet die 1. Männermannschaft 2009/2010 unter Trainer Sven Strübin wieder in Sachsen höchster Spielklasse, mit dem Ziel des sofortigen Wiederaufstiegs in Liga 3.

 

Im Blickfeld der Abteilung steht aber nicht allein die 1. Männermannschaft. Auch im Jugend- und Nachwuchsbereich wurden neue Akzente gesetzt. Die männliche A-Jugend konnte zu einer Spitzenmannschaft der Oberliga Sachsen geformt werden. Das jährlich von der Abteilung veranstaltete und international besetzte A-Jugend-Turnier "LE Open" ist mittlerweile fester Bestandteil im Terminkalender vieler überregionaler Spitzenvereine. Genauso erfreut sich das "Nikolausspielfest" - ein Minihandballturnier für Leipziger Grundschüler - jedes Jahr großer Beliebtheit bei den Kleinsten. Die Ausrichtung dieser Veranstaltungen und die Initiierung von Kooperationsprojekten mit Leipziger Grundschulen und Kindergärten tragen bereits erste Früchte in Form stetig steigender Mitgliederzahlen. Gute Voraussetzungen also für die Zukunft der Abteilung Handball im SC DHfK.