… acht, neun, zehn, Semper! DHfK-Handballer besiegen die Recken

Die Handballer des SC DHfK Leipzig können in dieser Saison mit einer Sphinx verglichen werden. Sie hatten den Spitzenteams aus Mannheim, Kiel und Flensburg leidenschaftlichen Widerstand geboten, hatten Göppingen und Minden bezwungen, doch dann das Auswärtsspiel beim Tabellenletzten in Ludwigshafen vergeigt. Auch dieses Mal, in einer vorgezogenen Begegnung gegen die Recken aus Burgdorf, wurden die körperkulturellen Handballfans hin und her gerissen. Doch dann konnten die Sachsen das Bundesligaspiel gegen die Niedersachsen auf Grund einer saustarken Steigerung mit 31:26 (13:15) Toren gewinnen.

Zusammen mit knapp 4000 Fans feiern die DHfK-Handballer ausgelassen den 3. Heimsieg in Serie. Foto: Rainer Justen
10 Tore gingen auf das Konto von Rückraumspieler Franz Semper. Foto: Rainer Justen
Besondere Aktion: Auch 200 Fans der EXA Icefighters Leipzig waren unter den Zuschauern. Gemeinsam mit den Handballfans sorgten sie für eine unfassbare Stimmung in der ARENA. Foto: Rainer Justen

Allerdings sollten die grün-weißen Handballfans die Verunsicherung nach der unnötigen Auswärtspleite am zurückliegenden Sonntag in Ludwigshafen noch spüren. Die Gastgeber schienen am Anfang die gegnerischen Angriffe nicht unterbinden zu können, sie kriegten vor allem den dänischen Nationalspieler Morten Olsen nicht in den Griff. Der Spielmacher der Burgdorfer erzielte allein in der ersten Viertelstunde der Auseinandersetzung vier seiner acht Treffer. Prompt lagen die einheimischen Männer 3:6, 5:7, 8:11 oder 11:14 zurück.

Zugegeben: Die Gastgeber konnten sich insbesondere in der Verteidigung allmählich steigern, auch Philipp Weber schaffte es, seine anfänglichen Unsicherheiten abzustellen und sehenswerte Treffer zu markieren, doch die Gäste lagen weiterhin zwei bis drei Treffer vorn. „Wir hätten zur Halbzeit deutlicher führen müssen!“ stellte Antonio Carlos Ortega, der spanische Trainer des Europapokalteilnehmers, in seiner englischen Spielanalyse fest. Andererseits hatte Bastian Roscheck unmittelbar vor dem Pausenpfiff noch einen schnellen Gegenstoß und dadurch den möglichen Anschlusstreffer liegen gelassen. So wurden die Seiten bei einem folgerichtigen 13:15 gewechselt.

Das Zwischenresultat ließ einige Wünsche offen, doch den Gastgebern auch alle Chancen, den dritten Heimsieg in Folge zu landen. Sie brauchten „nur“ eine weitere Steigerung in den meisten Mannschaftsteilen. Sie konnten sich andererseits auf die gewohnte Unterstützung von den Rängen verlassen. Die einheimischen Anhänger hatten – dank der Unterstützung etlicher Eishockeyfans – erneut eine fantastische und leistungsfördernde Atmosphäre in der Arena geschaffen. Die erforderliche Steigerung kam: René Villadsen, der für den angeschlagenen Milos Putera in den Kasten gekommen war, zeigte gleich mehrere Paraden. Bastian Roschek und Aivis Jurdsz bildeten einen sowohl beweglichen als auch massiven Mittelblock. Doch noch wichtiger war sicherlich die Steigerung im Angriff. Da wurde immer wieder Franz Semper in eine günstige Wurfposition gebracht. Der Jungnationalspieler erzielte satte zehn Treffer. Er markierte das 16:17, 17:17, 19:17, 23:21, 24:22, 27:24 und 29:24. Außerdem trafen auch Lukas Binder und Patrick Wiesmach von den Außenpositionen und Alen Milosevic vom Kreis.

Es waren zehn Minuten nach dem Seitenwechsel vergangen, dann hatten die Gastgeber die Führung übernommen, es dauerte weitere 15 Minuten, dann hatten die einheimischen Handballer das knappe 25:24 ins entscheidende 29:24 verwandelt. Die insgesamt 3927 Zuschauer durften feiern. Die grün-weißen Sachsen gewannen letztendlich mit 31:26 Toren völlig verdient.

André Haber (Trainer SC DHfK Leipzig): „Zum Spielstart hat man gesehen, dass die Niederlage gegen die Eulen noch nicht ganz raus war aus unseren Köpfen. In den ersten Minuten haben wir viel zu viele Gegentore bekommen. Zur Halbzeit waren es dann schon 15 Gegentore, das hatten wir uns natürlich ganz anders vorgenommen. Wir sind allerding ebenfalls immer wieder ins Scoren gekommen. In der zweiten Halbzeit hatten wir dann eine überragende Angriffseffektivität und haben Franz Semper oft in gute Schusspositionen gebracht. Ich denke, so eine Leistungssteigerung ist nur in der eigenen Halle möglich. Ich bin sehr glücklich über den Sieg und die wenigen Gegentore in der zweiten Halbzeit, denn Hannover hat immer wieder nachgewiesen, dass sie sehr viel Durchschlagskraft besitzen. Der Heimsieg ist für uns sehr wertvoll.“

Carlos Ortega (Trainer TSV Hannover-Burgdorf): „In der ersten Halbzeit haben wir ein sehr enges Spiel gesehen. Mit ein paar Fehlern weniger hätten wir eine höhere Führung mit in die Pause nehmen können. Leipzig hat es dann in der zweiten Halbzeit besser gemacht. Unsere doppelte Unterzahl war ein Schlüsselmoment in diesem Spiel. Wir haben heute zu viele dumme Fehler gemacht. Ich kann meiner Mannschaft aber keinen Vorwurf machen. Jeder hat alles gegeben, aber uns fehlt aktuell die Leichtigkeit.“


SC DHfK Leipzig – TSV Hannover-Burgdorf 31:26 (13:15)

SC DHfK Leipzig: Putera, Villadsen; Semper (10), Wiesmach (5), Rojewski, Jurdzs, Krzikalla (1), Binder (4), Janke (2), Pieczkowski (2), Roscheck, Weber (5), Remke, Gebala, Milosevic (2), Santos

TSV Hannover-Burgdorf: Ziemer, Lesjak; Cehte (2), Mavers, Thiele, Pevnov (2), Lehnhoff (3), Häfner (5), Böhm (3), Ugalde, Krone, Srsen, Olsen (8), Brozovic (3), Feise, Kastening

 Strafen: Leipzig 4 Min, Hannover 6 Min

Siebenmeter: Leipzig 3/4, Hannover 3/5

Zuschauer: 3927 Handballfans in der ARENA Leipzig

Erstellt von Spielbericht: Leutzscher Welle