"Ich bin irgendwie leer" – SC DHfK Leipzig verliert Derby in letzter Sekunde

Die Männer des SC DHfK Leipzig haben das letzte Bundesligaspiel des Jahres 2018 gegen den SC Magdeburg mit 24:25 (13:11) Toren denkbar knapp verloren. Ja, eigentlich schien alles für die körperkulturellen Handballer zu laufen, über 7200 Zuschauer waren in die ARENA an der Jahnallee gekommen und obendrein lagen die Sachsen gegen die favorisierten Anhaltiner mit 18:13 Wirkungstreffern vorn, doch letztendlich traf Michael Damgaard mit dem Schlusszeichen aus dem Rückraum zum glücklichen Magdeburger Sieg. „Ich bin irgendwie leer“, stellte André Haber, der Trainer der Gastgeber, in der anschließenden Pressekonferenz fest. Er teilte seine Emotionen mit vielen anderen Handballfans, die dieses Spiel gesehen hatten...

Beeindruckende Kulisse in der ARENA Leipzig. Foto: SC DHfK
Bis zur letzten Sekunde schenkten sich beide Teams keinen Zentimeter. Foto: Rainer Justen

Das war das allererste Bundesligaspiel, dass der Sportclub der deutschen Hochschule für Körperkultur zwischen Weihnachten und Silvester in der einheimischen ARENA absolvieren durfte. Der äußere Rahmen stimmte. Es wurden 7213 Zuschauer und dadurch ein neuer Vereinsrekord registriert. Die Handballfans bildeten einen stimmungsvollen Rahmen für eine spannende Auseinandersetzung auf Augenhöhe. Sie trieben die einheimischen Handballer zu einer tollen Leistung an. Am Anfang überzeugten die Grün-Weißen mit einem konsequenten Angriffsspiel und lagen 3:1 beziehungsweise 4:2 vorn. Zwar konnten die favorisierten Magdeburger dagegenhalten und vorübergehend in Führung gehen, doch die Sachsen blieben dran. Sie konnten das zwischenzeitliche 7:8 korrigieren, sie konnten insbesondere durch Philipp Weber und Maximilian Janke, zwei Handballer aus dem Magdeburger Nachwuchs, bis zum Seitenwechsel mit 13:11 Toren in Führung gehen.

Die einheimischen Handballer spielten sich unmittelbar nach der Pause in einen regelrechten Rausch. Franz Semper, Max Janke, Alen Milosevic, Maciej Gebala und Philipp Weber warfen ein sensationelles 18:13 heraus. Die Sachsen schienen nach zwei Dritteln der Spielzeit auf der Siegerstraße zu sein. Die Zuschauer (bis auf die schätzungsweise 400 Magdeburger) standen Kopf.

Doch dann unterliefen den Gastgebern so genannte kleine Fehler. Erst verfehlte der ansonsten so sichere Torhüter René Villadsen mit einem Fernwurf das leere Magdeburger Tor, dann scheiterten Philipp Weber mit einer riesengroßen Chance und Andreas Rojewski mit seinen verzweifelten Versuchen aus dem Rückraum. Obendrein drehte Michael Damgaard auf der Gegenseite regelrecht auf. Der Magdeburger Mittelmann besorgte beinahe im Alleingang das 18:14, 19:17, 19:18 und 19:20 aus Leipziger Sicht. So haben die einheimischen Handballer den schönen Vorsprung verspielt.

In der unmittelbaren Schlussphase der Begegnung konnte der mehrfache Vereinseuropameister aus vergangenen Tagen immer wieder in Führung gehen. Die Magdeburger führten 21:20, 22:21, 23:22, 24:23. Doch Raul Santos und Andreas Rojewski schafften per Kempa das umjubelte 24:24. Allerdings waren weitere 38 Sekunden zu absolvieren. Ausgerechnet Michael Damgaard erzielte mit dem Schlusspfiff per Fernwurf das glückliche Siegtor für die anhaltinischen Gäste. Sowohl die grün-weißen Spieler als auch Handballfans sackten zusammen. „Ich bin irgendwie leer“, stellte Trainer André Haber fest. 

>>>Die Trainerstimmen nach der Partie

SC DHfK Leipzig gegen SC Magdeburg 24:25 (13:11)

Leipzig: Villadsen; Putera - Semper (2); Wiesmach (1); Rojewski (2); Jurdzs; Krzikalla; Binder (1); Janke (4); Pieczkowski; Roscheck; Weber (9/4); Remke; Gebala (1); Milosevic (4); Santos.

Magdeburg: Green; Quenstedt - Musa (4); Chrapkowski; Reimann; Musche (6/3); Kluge; Pettersson; de la Peña (2); Jimenez; Cosano; Christiansen (3); Lagergren (2); Weber (3); Damgaard (6).

Zuschauer: 7213 Handballfans in der ARENA Leipzig (ausverkauft)

Siebenmeter: Leipzig 5/4; Magdeburg 4/3

Strafen: Leipzig 8 Min; Magdeburg 6 Min