Noch ein Spiel bis zum großen Ziel

A-Jugend des SC DHfK Leipzig gewinnt erstes DM-Finale gegen Magdeburg mit 35:31

Neun Würfe, neun Treffer: Kreisläufer Philip Jungemann war bester DHfK-Torschütze im Final-Hinspiel gegen Magdeburg. Foto: Karsten Mann

Was für eine Kulisse bei einem Nachwuchsspiel: Mehr als 1500 Zuschauer unterstützten am Sonntag (29. Mai) in der Arena Leipzig die A-Jugend der SC DHfK Handball-Akademie bei ihrer Mission Titelverteidigung. Und das mit Erfolg: Die erste Finalpartie um die Deutsche Meisterschaft gegen den SC Magdeburg gewannen die Hausherren mit 35:31 (19:15). Die Entscheidung fällt im Rückspiel am Sonnabend (4. Juni).

Die Magdeburger kamen zunächst deutlich besser in die Partie und hatten schon nach fünf Minuten eine Drei-Tore-Führung herausgeworfen (1:4). Bis zur 23. Minute rannten die Leipziger diesem Rückstand ständig hinterher, bis endlich Philip Jungemann die erste Führung zum 13:12 erzielen konnte. Mit neun Treffern avancierte der DHfK-Kreisläufer schließlich zum besten Schützen seines Teams. Da der SCM aber in der Abwehr immer wieder Lücken fand und auch die Torleute diesmal wenig zu fassen bekamen, gelang es dem Titelverteidiger erst kurz vor der Halbzeitpause, sich auf 19:15 abzusetzen.

In der zweiten Hälfte drehte der Gastgeber dann mächtig auf und vergrößerte den Abstand innerhalb von zehn Minuten auf acht Treffer (28:20). Doch der Tempo-Handball in der viel zu warmen Halle forderte zunehmend Tribut, zumal die Leipziger Trainerbank nahezu durchgehend auf ihre stark aufspielende erste Sieben vertraute. Als die Zuschauer fünf Minuten vor Abpfiff beim Stand von 33:27 merkten, dass offenbar beide Mannschaft nach dem intensiven, kräftezehrenden Spiel stehend K.O. waren, erhoben sie sich von den Plätzen und trugen die Finalisten mit anhaltendem Beifall bis ins Ziel. Coach André Haber freute sich über das mit 35:31 gewonnene Finale daheim, weiß allerdings auch, dass erst die Hälfte der Spielzeit vorbei ist: "Wir müssen noch einmal 60 Minuten hochkonzentriert sein und unsere Stärken aufs Feld bringen, um am Ende tatsächlich als Sieger dazustehen."

Zum Showdown um den Titel kommt es bereits diesen Sonnabend ab 17.30 Uhr in der Magdeburger Hermann-Gieseler-Halle. Der DHB lässt mit Hanspeter Brodbeck und Simon Reich zwei seiner internationalen Spitzen-Schiedsrichter die entscheidende Finalpartie leiten. Was kein schlechtes Omen ist: Beim Gewinn der Deutschen Meisterschaft vor zwei Jahren standen die beiden Unparteiischen ebenfalls auf der Platte. Damals holten die Jahrgänge 1997 und jünger als B-Jugend erstmals den Titel nach Leipzig, im vergangenen Jahr dann als A-Jugend. Nun soll als großes Ziel der Hattrick gelingen. Allerdings wissen die DHfK-Junioren nur zu gut, dass vier Tore im Handball kein allzu großer Vorsprung sind. Im vergangenen Jahr hatten sie das Final-Hinspiel in Wetzlar mit sechs Treffern Unterschied verloren und die Partie daheim dann noch komplett gedreht. Zumindest so viel steht aber schon fest: Der Deutsche A-Jugend-Meister 2016 wird auch in diesem Jahr aus dem Osten der Republik kommen. Oder wie es ein DHfK-Fan nach der Partie in der Arena sympathisch zusammenfasste: "Möge am Ende der Bessere gewinnen. Mögen nicht die Schiedsrichter das Finale entscheiden. Und möge die Macht mit uns sein."

SC DHfK Leipzig: Guretzky, Voigt; Hönicke (8/3), Semper (6), Remke (6), Jungemann (9), Naumann (2), Esche (4), Emanuel, Löser, Seidler, Hellmann

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