Spieltag Kompakt

#handballhelden in aktion
KIEL, HANNOVER UND DIE LEIPZIGER FANS

KIEL, HANNOVER UND DIE LEIPZIGER FANS

Hin und wieder wird darüber gestritten, ob die Handball-Bundesliga nach wie vor die beste Liga der Welt ist. Als solche wird sie von ihren Protagonisten oft dargestellt, was im Widerspruch zu den ausbleibenden Erfolgen ihrer Vereine in der Champions League steht. Zu Erinnerung: 2014 gewann mit der SG Flensburg-Handewitt letztmals eine deutsche Mannschaft die Königsklasse. Zwei Jahre später war der THW Kiel der letzte Bundesligist, der das Final Four in Köln erreichte und das kleine Finale gegen Paris verlor.

KIEL, HANNOVER UND DIE LEIPZIGER FANS

EIN AUSRUTSCHER ZU VIEL

Körperlich waren sie schon anwesend, die DHfK-Handballer. Doch wo sie mit ihren Gedanken waren, als die Partie am Samstagabend in Nordhorn begann, wurde nicht so richtig deutlich. Jedenfalls gewann der Zuschauer fast 40 Spielminuten lang nicht den Eindruck, dass da eine Gäste-Mannschaft antritt, die konzentriert und überlegt ihre Arbeit verrichtet – wie es sich für einen (bis dahin) Tabellen-Vierten beim (bis dahin) punktlosen Tabellen-Letzten gehört.

KIEL, HANNOVER UND DIE LEIPZIGER FANS

RÜCKRAUM IN DER PFLICHT

Es half alles nichts, ich hatte es nicht geschafft. Der Verkehr war zu dicht, die Ampeln zeigten zu oft und zu lange Rot, so dass ich die ersten acht Minuten der Sky-Übertragung des DHfK-Auftritts in Flensburg verpasste. Und dann, endlich angekommen, leuchtete mir die 5:4-Führung der Leipziger entgegen. Das bestärkte mich in meinem Optimismus, dass es vielleicht etwas werden könnte.

KIEL, HANNOVER UND DIE LEIPZIGER FANS

IM FALSCHEN FILM

Als sich die ARD bis auf die Knochen blamiert und eine wütende Handballgemeinde hinterlassen hatte, nachdem 40 Sekunden vor dem Abpfiff des Spitzenspiels zwischen Magdeburg und Kiel die Übertragung beendet worden war, fühlte ich mich wie am 2. November 1977.

KIEL, HANNOVER UND DIE LEIPZIGER FANS

BITTE KEIN 1:9

Man konnte reden, mit wem man wollte aus dem Lager der Sieger. Alle, jedenfalls diejenigen, die mir über den Weg liefen, strahlten zwar über das ganze Gesicht, wie es sich auch gehört, wenn mit den Berliner Füchsen gerade ein Team aus dem Bundesliga-Establishment bezwungen wurde. Der Auftakt war doch so vielversprechend, und dann diese Moral und der unglaubliche Kampfgeist, das ist bestimmt ein Fingerzeig für die Saison. Auf solche euphorische Lobpreisungen ernteten ich und andere aber ein, nun ja, eher mitleidiges Lächeln.

KIEL, HANNOVER UND DIE LEIPZIGER FANS

SPANNENDE KONSTELLATION VOR DEM AUFTAKT

Man kann den Leipziger Sieg im DHB-Pokal beim Bundesliga-Aufsteiger Nordhorn als wenig überraschend ansehen. Weil die Sachsen schließlich schon recht ordentlich die Endphase der zurückliegenden Meisterschaft bestritten und für die neue Spielzeit noch einmal aufgerüstet haben. Sie also über ein Personal verfügen, das als gestanden bezeichnet werden kann und natürlich als Favorit in die Partie ging. Wenn es sich dann auch wie geschehen nahezu problemlos durchsetzt, wäre ein schnelles Übergehen zur Tagesordnung keine unlogische Handlung.