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Leipzig bietet dem neuen Deutschen Meister die Stirn, kann die Party aber nicht crashen

26. Mai 2024
Leipzig bietet dem neuen Deutschen Meister die Stirn, kann die Party aber nicht crashen

Mehr als 200 mitgereiste Fans des SC DHfK Leipzig werden sich heute stolz auf den Rückweg nach Leipzig machen. Nicht etwa, weil ihre grün-weiße Mannschaft einen Sensationssieg in der GETEC Arena errungen hat. Doch trotz einer 28:30-Derbyniederlage beim neuen Deutschen Meister SC Magdeburg war der Auftritt der Leipziger aller Ehren wert. Der SC DHfK ließ sich einfach nicht abschütteln und bot dem Ligaprimus über 60 Minuten die Stirn. Erst in den letzten Minuten der Begegnung konnten die 6.600 SCM-Fans endlich durchatmen und die Feierlichkeiten einläuten.

Die Auseinandersetzung begann ziemlich fehlerbehaftet. Lukas Binder vergab gleich mal eine Großchance, aber auch die Hausherren hatten zu Beginn Ladehemmungen. Erst nach vier Minuten sahen die Zuschauer den ersten Treffer durch Luca Witzke. Auch Preuss und Peter netzten, sodass der SC DHfK mit 2:3 führte und obendrein noch in doppelter Überzahl spielen durfte. Erst hatte sich Magnus Saugstrup eine Zeitstrafe eingefangen, dann wurde DHfK-Keeper Kristian Saeveras von Tim Hornke am Kopf getroffen. Leipzig spielte die 6-gegen-4-Situation jedoch überhaupt nicht clever aus. Anstatt den Vorsprung auszubauen, kassierten die Sachsen das 3:3.

Trotzdem gingen die Leipziger zunächst immer wieder in Führung. Es dauerte eine Viertelstunde, bis der Favorit aus Magdeburg zum ersten Mal in dieser Begebung vorn lag. Omar Ingi Magnusson erhöhte vom Siebenmeterstrich auf 10:8. Doch die Leipziger hatten durch Kristjánsson und Mamic umgehend eine Antwort parat. So stand es nach 20 Minuten 10:10. Als Simon Ernst dann aber seine zweite Zeitstrafe kassierte – obwohl er selbst vom Ellenbogen des Gegners im Gesicht getroffen wurde – ging es plötzlich schnell. Ein 4:0-Lauf der Magdeburger sorgte dafür, dass sich der SCM fünf Minuten vor dem Seitenwechsel auf einmal ein 14:10-Polster erspielt hatte. Mit diesem Abstand ging es auch in die Katakomben. In einem eigentlich äußerst ausgeglichenen Derby machten zwei Faktoren den Unterschied: SCM-Keeper Sergey Hernandez (7 Parden) sowie Omar Ingi Magnusson (7 Treffer). Aber noch waren es ja 30 Minuten bis zur möglichen Meisterparty.

Drei Minuten waren im zweiten Abschnitt gespielt, als DHfK-Torwart Kristian Saeveras zum ersten Mal in diesem Match das Siebenmeterduell gegen Magnusson gewinnen konnte. Leipzig bekam wieder etwas mehr Oberwasser und ließ Magdeburg den grün-weißen Atem spüren. Maciej Gebala brachte den SC DHfK nach knapp 40 Minuten wieder bis auf einen Treffer heran (19:18). Es war, wie schon im Hinspiel, ein Derby auf absoluter Augenhöhe.

So blieb der SC DHfK Leipzig bis in die heiße Schlussphase in direkter Schlagdistanz. Zehn Minuten vor Schluss stand es 25:23, fünfeinhalb Minuten vor dem Ende zwang Leipzig die Magdeburger bei 27:25 ins Zeitspiel und es war nur noch ein einziger Pass gestattet. Magdeburg befreite sich meisterlich mit einem genialen Kempa-Pass aus dem Einwurf heraus, der vom 16-Tore-Mann Omar Ingi Magnusson verwertet wurde. So schaffte es der SC DHfK nicht mehr, den Hausherren einen Punkt abzuknöpfen und die Titelentscheidung zu vertagen.

„Wir haben uns hier richtig gut verkauft, aber es hat vielleicht der letzte Punch gefehlt, um heute einen Punkt mitzunehmen“, sagte Kreisläufer Moritz Preuss nach dem Spiel. Mit 30:28 endete das Derby und in der tropischen GETEC Arena brachen schließlich die Dämme, denn der SC Magdeburg ist zwei Spieltage vor Saisonende mit vier Punkten und 84 Toren Vorsprung für die Konkurrenz uneinholbar. Der SC DHfK freut sich dagegen noch auf ein weiteres Highlight-Gastspiel in Kiel sowie das große Saisonfinale am 2.6. zu Hause gegen die Rhein-Neckar Löwen.

Rúnar Sigtryggsson (Trainer SC DHfK Leipzig):

„Meine Mannschaft hat es heute gut gemacht. Wir haben nie aufgegeben. Es gab Phasen im Spiel, da schienen wir verloren zu sein, es gab Pfiffe, doch dann waren wir wieder dran. Es fehlten nur Kleinigkeiten, um Magdeburg in Verlegenheit zu bringen. Doch der SCM ist der neue deutsche Meister. Glückwunsch zum Sieg und zur Meisterschaft. Beides ist wirklich verdient.“

Bennet Wiegert (Trainer SC Magdeburg):

„Es lag heute viel positiver Druck auf uns. Die Bundesliga ist der ehrlichste Wettbewerb, wir mussten über einen sehr langen Zeitraum konstant performen, immer im Gleichschritt mit den Füchsen Berlin. Das Ganze war wirklich taff. Dann kam heute eine Mannschaft in unsere Halle, die in den vergangenen Wochen sehr gut performt und ordentliche Ergebnisse gezeigt hat. Sie kamen nach Magdeburg, um alles andere als eine Meisterschaft mit dem Gegner zu feiern. Deswegen war es das erwartet schwere Spiel und unsere Erleichterung ist riesengroß. Ich freue mich zuallererst für die Mannschaft und die Fans. Sie sollen den Sieg genießen. Der ist alles andere als normal.“

SC Magdeburg gegen SC DHfK Leipzig 30:28 (17:13)

Torfolge: 4:5, 9:7, 10:10, 15:11, 17:13, 19:18, 24:21, 27:25, 30:28

SC Magdeburg: Sergey Hernández Ferrer (11 Paraden); Matthias Musche, Felix Claar 7, Gisli Thorgeir Kristjansson 3, Daniel Pettersson, Janus Dadi Smarason 2, Omar Igni Magnusson 16/6, Tim Hornke, Philipp Weber, Albin Lagergreen, Lukas Mertens 1, Magnus Saugstrup 1, Christian O’Sullivan, Michael Damgaard, Oscar Bergendahl

SC DHfK Leipzig: Kristian Sæverås (8 Paraden), Daniel Guretzky; Andri Rúnarsson 2, Simon Ernst, Luca Witzke 4, Lucas Krzikalla, Lukas Binder 2, Matej Klima 6, Marko Mamic 2, Staffan Peter 1, Moritz Preuss 4, Oskar Sunnefeldt, Maciej Gebala 1, Franz Semper 5, Viggo Kristjánsson 1/1

Siebenmeter: Magdeburg 6/7; Leipzig 1/1

Strafzeiten: Magdeburg 4 Min; Leipzig 10 Min

Paraden: Magdeburg 11; Leipzig 8

Technische Fehler: Magdeburg 11; Leipzig 8

Zuschauer: 6.600 Handballfans in der GETEC Arena

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