SC DHfK macht die Big Points nicht: Spektakulärer Handballabend zum Jahresabschluss endet ohne Punkte für Leipzig

Es war alles angerichtet für einen ganz besonderen Handballabend! 6.828 Handballfans sorgten am „dritten Weihnachtsfeiertag“ für die zweithöchste Heimspielkulisse in der Geschichte des SC DHfK Handball. Dazu war mit den Rhein-Neckar Löwen aus Mannheim ein sehr attraktiver Gegner in der QUARTERBACK Immobilien ARENA zu Gast. Die Partie entwickelte sich zu einem umkämpften Match auf Augenhöhe – am Ende jedoch mit dem besseren Ende für die Gäste aus Mannheim. Nach einer 16:15-Halbzeitführung mussten sich die DHfK-Männer schlussendlich mit 26:30 geschlagen geben.
Schon die erste Hälfte hatte nahezu alles zu bieten, was ein packendes Handballspiel ausmacht. Nach 50 Sekunden knipste Matěj Klíma zum 1:0 für Leipzig. Die Löwen antworteten prompt mit zwei Toren innerhalb einer halben Minute, bevor Klíma wieder zur Stelle war und den 2:2-Ausgleich markierte. Die ersten 90 Sekunden dieser Partie hatten bereits richtig Schmackes.
Allerdings hatte Tomáš Piroch in der Anfangsphase noch kein glückliches Händchen und leistete sich drei Fehlwürfe sowie einen technischen Fehler. Die Löwen nutzten die Ballgewinne, um zunächst auf 3:5, wenig später sogar auf 3:8 bzw. 4:9 davonzuziehen. Doch dann kam der gewisse „Ebbo-Faktor“ ins Spiel. Der italienische Nationaltorwart Domenico Ebner entschärfte reihenweise Würfe – und dadurch kam das Leipziger Tempospiel ins Rollen.
Lucas Krzikalla verkürzte per Konter auf 6:9, wenige Szenen später parierte Ebner erneut, und diesmal verwandelte Luka Rogan den Konter zum 8:10. Die nächste sehenswerte Parade leitete in der 24. Spielminute den 12:12-Ausgleich durch Lukas Binder ein. Krzikalla und Klíma setzten den Lauf der Grün-Weißen fort und brachten den SC DHfK auf 13:12 bzw. 14:13 in Führung. Die ARENA kochte. Ein Doppelschlag von Klíma und Binder, die innerhalb von 14 Sekunden zwei Treffer erzielten, sorgte für die verdiente 16:15-Halbzeitführung – und das, nach einem zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Rückstand.
Die zweite Hälfte begann der SC DHfK Leipzig keineswegs unkonzentriert. Aber irgendwie wollte es der Handballgott den Grün-Weißen noch schwerer machen. Ahmed Khairi scheiterte aus bester Position am Bein von Löwen-Keeper David Spath – es wäre die Zwei-Tore-Führung für die Sachsen gewesen. Tomáš Piroch und Matěj Klíma knallten den Ball in den Folgeangriffen nur an die Latte des gegnerischen Tores. Ein vermeintlicher Treffer von Piroch wurde nach Videobeweis aberkannt – eine echte Millimeterentscheidung.
Die vielen Unwegbarkeiten führten dazu, dass den Hausherren in den ersten zehn Minuten der zweiten Hälfte kein einziger Treffer gelang. Die Gäste aus Mannheim nutzten die Phase, um sich eine 16:19-Führung zu erspielen. Fortan rannten die Handballer des SC DHfK Leipzig diesem Rückstand hinterher.
Dennoch hielt Leipzig die ganze Zeit voll mit. Angeführt vom starken Matěj Klíma (9 Tore) verkürzte der SC DHfK mehrfach wieder auf zwei Treffer und brachte die Löwen in Bedrängnis. Schlussendlich ließen die Gastgeber aber zu viele Möglichkeiten liegen. „Wir haben heute die Big Points nicht gemacht“, analysierte Cheftrainer Franz Carstens nach dem Spiel die Gründe, warum Leipzig dieses völlig ausgeglichene Spiel am Ende nicht auf seine Seite ziehen konnte.
Auch die Einwechslung von Torwart Tomáš Mrkva, der nach den 14 Ebner-Paraden ins Spiel kam und direkt die ersten drei Würfe abwehrte, konnte keine Wende mehr einleiten. In der Konterchance von Tom Koschek war wieder einmal das Aluminium im Weg. Den Leipzigern lief die Zeit davon – und so endete das letzte Bundesligaspiel des Jahres mit einer 26:30-Niederlage.
Die fast 7.000 Zuschauer in der QUARTERBACK Immobilien ARENA werden ihr Kommen dennoch mit Sicherheit nicht bereut haben. Auch dieser Handballabend zeigte einmal mehr, dass der SC DHfK Leipzig in die 1. Bundesliga gehört und mit jeder Mannschaft mithalten kann. Es wird ein schwerer Weg im Jahr 2026 – doch die Grün-Weißen werden mit aller Kraft um den Klassenerhalt in der stärksten Liga der Welt kämpfen.
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Maik Machulla (Trainer Rhein-Neckar Löwen): „Ich bin heute extrem happy, weil es gerade in den Weihnachtsspielen mental und körperlich enorm schwer ist, diese Energie nochmal aufzubringen – vor allem auswärts vor so einer Kulisse gegen eine Mannschaft, die mit dem Rücken zur Wand steht und um jeden Zentimeter kämpft. Ich habe großen Respekt vor meiner Mannschaft, wie wir das heute gelöst haben. Wir haben sehr strukturiert und konsequent begonnen, uns gute Chancen erarbeitet, aber leider zu viele freie Bälle liegen lassen. In der zweiten Halbzeit sieht man dann, dass wir jetzt schon ein paar Spiele zusammen spielen, ruhiger und klarer werden und die gesamte Halbzeit führen. Als es nochmal richtig eng hätte werden können, hält uns David mit ein paar unglaublich wichtigen Paraden im Spiel. Vorn spielen wir klarer und strukturierter, holen die zwei Punkte gegen eine Mannschaft mit enorm viel Kampf und Energie und gehen jetzt mit einem richtig guten Gefühl in die Pause. Ich wünsche allen einen guten Rutsch, hoffe, dass Leipzig die Liga hält, weil dieser Standort in die Bundesliga gehört – das hat man heute gesehen.“
Frank Carstens (Trainer SC DHfK Leipzig): „Glückwunsch an die Löwen zum verdienten Sieg, auch wenn ich das Spiel jederzeit als offen empfunden habe und es aus meiner Sicht durchaus auch noch in unsere Richtung hätte kippen können. Wir hatten vor allem in der zweiten Halbzeit – aber auch schon in der ersten – genügend Chancen, machen aber die Big Points nicht, während beide Torhüter stark waren und die Löwen in den entscheidenden Momenten einfach ein kleines Stück besser performt haben. Wir haben alles reingehauen, was wir hatten, aber uns hat am Ende der letzte Punch und vielleicht auch die mentale Stärke gefehlt, das Spiel noch zu drehen. In der ersten Halbzeit konnten wir die Löwen mit starker Deckung und Tempospiel unter Druck setzen, das ist uns in der zweiten leider nicht mehr gelungen. Wichtig ist jetzt, dass wir weiter an unsere Chance glauben, weiter an unserem Spiel arbeiten und trainieren – dann werden die Punkte auch wieder kommen.“
SC DHfK Leipzig gegen Rhein Neckar Löwen 26:30 (16:15)
Tore SC DHfK Leipzig: Klíma 9, Krzikalla 6, Binder 3, Semper 2, Bombač 2, Khairi 2, Preuss 1, Rogan 1
Tore Rhein Neckar Löwen: Kohlbacher 8, Nothdurft 5, Thrastarson 5, Baijens 4, Sandell 3, Steenaerts 2,
Groetzki 1, Aspenbäck 1
Siebenmeter: Leipzig 3/3, Löwen 2/2
Paraden: Leipzig 17, Löwen 14
Zeitstrafen: Leipzig 6 Min., Löwen 4 Min.
Technische Fehler: Leipzig 9, Löwen 6
Zuschauer: 6.828 Handballfans in der QUARTERBACK Immobilien ARENA