Wille, Geschlossenheit, Kampfgeist: DHfK holt zwei Zähler beim HSV Hamburg

Was für ein Re-Start der stärksten Liga der Welt: Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung hat sich das Team von Frank Carstens mit einem 33:35 (15:19)-Sieg beim HSV Hamburg belohnt. Nach dem ersten Heimsieg der Spielzeit gegen den HSV gelang nach der Winterpause nun auch der erste Auswärtserfolg. Erneut gegen die Hanseaten.
Leipzig eröffnete die Partie mit dem ersten Treffer durch William Bogojevic. Rückraum-Regisseur Dean Bombač übernahm früh die Verantwortung und stellte wenig später auf 0:2. Auch nach dem Anschlusstreffer zum 1:2 blieb Leipzig über das Tempo bestimmend. Franz Semper traf zum dritten Leipziger Tor, ehe Lucas Krzikalla nach fünf Minuten auf 1:4 erhöhte – zuvor hatte der HSV-Keeper einen Siebenmeter noch vereitelt. Luka Rogan baute den Vorsprung im Anschluss auf 2:5 aus.
Die Grün-Weißen waren von Beginn an präsent, agierten wach und mit effektivem Umschaltspiel. Bombač dirigierte das Spiel, die Leipziger Abwehr samt Block stand stabil. In der Folge erhöhte Semper auf 4:8, Rogan stellte auf 4:9, ehe Krzikalla nach etwas mehr als elf Minuten die 5:10-Führung herstellte. Zu diesem Zeitpunkt lag die Leipziger Wurfquote bei starken 90 Prozent.
HSV-Trainer Torsten Jansen reagierte mit einer Auszeit und forderte mehr Rückzug. Am Spielverlauf änderte das zunächst wenig. Krzikalla verwandelte auch den zweiten Strafwurf sicher und markierte mit seinem vierten Treffer das 6:11. Kurz darauf traf Bogojevic aus der Hüfte sehenswert zum 8:12. Nach 20 Minuten standen fünf Tore Vorsprung und lediglich acht Gegentreffer für das Team von Frank Carstens zu Buche. Zudem war auch Tomáš Mrkva zur Stelle und parierte den ersten Siebenmeter der Gastgeber.
Carstens sammelte seine Mannschaft anschließend selbst zur Auszeit, verzichtete dabei jedoch bewusst auf zusätzliche Rückzugsforderungen. Leipzig blieb im Rhythmus: Krzikalla stellte auf 9:14, Semper stieg aus dem Rückraum hoch und traf zum 10:15. Mit einem Doppelschlag erhöhte Semper wenig später auf 11:16. Kapitän Lukas Binder erzielte anschließend seine ersten Treffer zum 12:17 und 13:18. Bombač erhöhte mit seinem dritten Tor auf 13:19, ehe Binder unmittelbar vor dem Pausenpfiff den 15:19-Halbzeitstand herstellte.
Der HSV Hamburg eröffnete die zweite Hälfte in Überzahl und legte direkt drei Treffer nach. Doch auch die Grün-Weißen waren sofort wieder da. Krzikalla legte den Ball zum 18:21 ins kurze Eck. Bombač und Vize-Europameister Semper stellten auf 20:23, ehe Bombač mit zwei Treffern in Folge und Semper anschließend auf 22:26 erhöhten. An Konstanz fehlte es der DHfK-Sieben weiterhin nicht. Leipzig ließ nichts abreißen.
Dann die Unterbrechung: Ahmed Khairi vereitelte eine klare Torchance der Hamburger und sah dafür die Rote Karte. Casper Mortensen verkürzte per Siebenmeter auf zwei Tore. Doch Leipzig hatte erneut die Antwort: Bombač schlug wieder zu – sein achter Treffer, zugleich bereits die zwölfte direkte Torbeteiligung. In der Folge brachten jedoch Ex-DHfK-Schlussmann Mohamed Essam Moustafa El-Tayar zwischen den HSV-Pfosten und Mortensen die Hausherren zurück ins Spiel. Mit einem Sieben-zu-eins-Lauf stellte Hamburg auf 28:28. Die Partie war wieder auf null gesetzt.
Die Gastgeber traten nun offensiv sicherer auf. Leipzig musste mehr investieren, fand jedoch weiterhin Lösungen. Bombač glich zum 29:29 aus, Semper traf mit seinem siebten Treffer zum 30:30. Blær Hinriksson und erneut Bombač stellten die Führungen zum 30:31 und 31:32 her. Bombač jagte die Kugel anschließend unter den Querbalken und erhöhte auf 31:33.
In der Crunchtime lief die Zeit von der Uhr. Und Tomáš Mrkva war entscheidend präsent. Hinriksson brachte den Ball zum Plus drei über die Linie, ehe Mrkva kurz vor Spielende einen Siebenmeter der Gastgeber parierte. Beim Stand von 33:34 wurde es noch einmal spannend. Zehn Sekunden vor Schluss brachte Frank Carstens den siebten Feldspieler. Staffan Peter veredelte den Angriff mit dem Treffer zum 33:35-Endstand.
Mit dem Auswärtssieg beim HSV Hamburg setzt der SC DHfK Leipzig nach der Winterpause ein sportliches Ausrufezeichen.
Tore HSV Hamburg: Mortensen 8, Jørgensen 7, Kofler 4, Schmidt 4, Andersen 3, Lassen 2, Sauter 2, Weller 2, Norlyk 1Tore SC DHfK Leipzig: Bombač 11, Semper 7, Krzikalla 5, Rogan 4, Bogojevic 3, Hinriksson 2, Binder 2, Peter 1
Paraden: 13 Hamburg, 12 Leipzig
Siebenmeter: 2/4 Hamburg, 1/2 Leipzig
Zeitstrafen: Hamburg 6 Min., Leipzig 8 Min.
Technische Fehler: 8 Hamburg, 9 Leipzig
Frank Carstens, SC DHfK Leipzig: „Wir haben über weite Strecken ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht, hatten mehrere Gelegenheiten, das Spiel früher zuzumachen, und haben dann leider entweder hinten oder vorne kleine Unkonzentriertheiten gehabt. Dass wir es dann am Ende machen, ist eine Sache des Willens, der Geschlossenheit und des Kampfgeistes – genau das, was man braucht, um seine Situation zu verbessern. Es gab diesen 7:1-Lauf von Hamburg, der das Spiel gedreht hat. Aber sehr, sehr positiv war, dass wir trotzdem immer eine Antwort hatten und stabil geblieben sind. Und Dean Bombač hat heute ein unglaubliches Spiel gemacht. Wie er jede Sekunde geregelt hat, mit elf Toren, den Assists, der Struktur – das habe ich so selten gesehen. Das ist zumindest ein Statement für den eigenen Kopf. Wir greifen an, tun das auch schon länger. Jetzt haben wir zwei Punkte geholt, sind gut aus der Pause gestartet. Der Weg ist noch lang.“
Torsten Jansen, HSV Hamburg: „Wir sind natürlich sehr enttäuscht, dass wir hier zu Hause nicht den Sieg holen. Wir hatten das Momentum in der zweiten Halbzeit, waren plus eins, und ich war ziemlich sicher, dass wir das haben. Aber es war leider nicht der Fall. Diese Enttäuschung zieht sich durch die Saison, diese zwei Gesichter, diese Inkonstanz. Darüber haben wir schon oft gesprochen. Und ja, ich bin ein sehr, sehr schlechter Verlierer.“