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Punkteteilung in Wetzlar: Leipzig kämpft sich weiter ran ans rettende Ufer

Foto: Jenniver Röczey
Foto: Jenniver Röczey
20. Feb. 2026
Punkteteilung in Wetzlar: Leipzig kämpft sich weiter ran ans rettende Ufer

Dieser Abstiegskracher war an Spannung kaum zu überbieten. Der Tabellenletzte HSG Wetzlar und der Vorletzte SC DHfK Leipzig standen sich am Freitagabend in der Buderus Arena Wetzlar gegenüber. Beide Teams wollten dieses wegweisende Spiel unter keinen Umständen verlieren. Über weite Strecken der Begegnung lagen die DHfK-Männer in Führung und waren etwas näher dran am Sieg. Doch die HSG Wetzlar ließ sich zu keinem Zeitpunkt abschütteln und hatte einige Möglichkeiten, das Spiel in der Schlussphase zu drehen. In einer hochspannenden Crunchtime schafften es die Leipziger zwar nicht, beide Punkte zu entführen, doch schlussendlich geht das 26:26-Unentschieden vollkommen in Ordnung, denn diese Schlacht hatte keinen Verlierer verdient. Und in der Endabrechnung könnte dieser eine Zähler für beide Mannschaften Gold wert sein.

Der SC DHfK musste weiterhin auf Matej Klima verzichten und zudem kurzfristig auch ohne Kreisläufer Luka Rogan in die Partie gehen. Dafür rückte Tim Hertzfeldt in den Kader der Grün-Weißen. Leipzig startete konzentriert in die Auseinandersetzung. Insbesondere Nationalspieler Franz Semper hatte in der Anfangszeit gutes Zielwasser und netzte in den ersten zehn Minuten viermal ein. Leipzig führte mit 7:9. Das Spiel versprach außerdem ein unheimliches Tempo. Nach 13 Spielminuten hatten die 4.330 Zuschauer bereits 20 Tore gesehen (10:10). Ein Doppelschlag von Bombač und Krzikalla innerhalb von 16 Sekunden brachte Leipzig wieder mit 10:12 in Führung.

Nun wurde die Partie jedoch deutlich torärmer. Die Abwehrreihen packten entschlossener zu, die Torhüter kamen besser ins Spiel und in Anbetracht der Bedeutung dieses Spiels gesellten sich auch Nervosität und der ein oder andere technische Fehler dazu. Dean Bombač blieb davon unbeirrt und brachte den SC DHfK in der 27. Minute erstmals mit drei Treffern in Führung. Alle seine vier Würfe hatten bis dato den Weg ins Tor gefunden. Nach zwei Ballverlusten von Ahmed Khairi schmolz der Vorsprung bis zum Seitenwechsel jedoch auf ein Tor.

Zu Beginn der zweiten Hälfte kassierte Leipzig den Ausgleich und musste eine Zeitstrafe gegen Moritz Preuss verkraften. Doch der SC DHfK überstand diese Phase mit Bravour. William Bogojevic und Franz Semper ließen es aus dem Rückraum klingeln und Dean Bombač stellte per Hüftwurf erneut auf plus drei. Etwas mehr als eine Viertelstunde war noch auf der Uhr.

Ein riesiger Faktor für die Leipziger Führung war auch Schlussmann Domenico Ebner. 14 Paraden hatte er zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Konto, am Ende sollten es 16 sein – bei einer Weltklassequote von 47 Prozent. Doch auch sein Gegenüber, Wetzlars Neuzugang Andreas Palicka, wusste zu überzeugen. Er vereitelte viele gute Möglichkeiten der Leipziger, sodass dieser Krimi in der 51. Minute quasi wieder bei null begann. Die HSG Wetzlar hatte zum 23:23-Ausgleich getroffen.

Die Hausherren aus Wetzlar waren jetzt am Drücker und hatten reihenweise gute Gelegenheiten, dieses wichtige Spiel auf ihre Seite zu ziehen. Doch Leipzigs Abwehr und Torwart Domenico Ebner stemmten sich mit aller Kraft dagegen. So waren es am Ende die Leipziger, die näher am Sieg schnupperten. Staffan Peter traf zum 22:23 bzw. 24:25 – und William Bogojevic markierte 70 Sekunden vor Schluss die 25:26-Führung für Leipzig. Wetzlar glich noch einmal aus, sodass dem SC DHfK noch ein Angriff übrig blieb, um den Auswärtssieg perfekt zu machen. Der letzte Wurf von Bogojevic landete allerdings im Block der Wetzlarer Abwehr.

Obwohl es sich aus Leipziger Sicht unmittelbar nach der Schlusssirene wie ein verlorener Punkt anfühlte, kann das Unentschieden am Ende der Saison noch ganz viel wert sein. Denn durch den Punkt kämpft sich der SC DHfK weiter heran an die Nichtabstiegszone und hat am kommenden Wochenende im Heimspiel gegen den Bergischen HC die nächste Chance auf einen Big Point!

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Frank Carstens (Trainer SC DHfK Leipzig):

„Natürlich sind wir nicht zufrieden damit, heute nicht gewonnen zu haben. Aber wenn wir sehen, wie wir in einem wirklich sehr umkämpften Spiel – gerade in der Schlussphase, wo es auch in eine andere Richtung kippen kann – hier in Wetzlar dagegengehalten haben, finde ich, dass wir das gut gemacht haben. Wir hatten auch ein paar Ausfälle. Und ein paar Leute hatten heute irgendwie Lederallergie in den Händen – ich weiß es nicht. Da sind ganz viele Bälle einfach weggeflogen. Aber sowas passiert. Damit müssen wir jetzt weiter arbeiten. Wichtig ist, dass die Mannschaft letztlich am Ende mit einem Punkt rausgeht. Und was der wert ist, das wissen wir jetzt noch nicht.“

Domenico Ebner (Torhüter SC DHfK Leipzig):

„Die Gefühle sind eher gemischt, weil ich gerne heute zwei Punkte mitgenommen hätte. Wir haben ein großes Ziel, nämlich den Abstieg zu verhindern. Und da wären heute natürlich zwei Punkte riesig gewesen. Hier trafen zwei Mannschaften aufeinander, die irgendwie in Aufbruchsstimmung sind. Auch bei Wetzlar mit ihren Neuverpflichtungen und neuer Ausrichtung. Deswegen habe ich mich richtig auf das Spiel gefreut, weil schon vor Anpfiff richtig Feuer drin war. Ich glaube, wir haben insgesamt ein gutes Spiel gemacht, aber am Ende unglücklich nur einen Punkt geholt. Deshalb schaue ich sehr positiv auf die Rückrunde, denn unser Weg ist noch nicht zu Ende. Nächste Woche kommt der BHC zu uns. Und da wollen wir dann natürlich unbedingt zwei Punkte holen.“

HSG Wetzlar gegen SC DHfK Leipzig 26:26 (16:17)

Tore HSG Wetzlar: Nafea 6, Cavor 5, Kirschner 4, Mappes 3, Vistotop 2, Simic 2, Spandau 2, Ahouansou 1, Schoch 1

Tore SC DHfK Leipzig: Semper 6, Krzikalla 5, Bogojevic 5, Bombač 5, Binder 2, Peter 2, Preuss 1

Paraden: 11 Wetzlar, 18 Leipzig

Siebenmeter: 1/1 Wetzlar, 1/1 Leipzig

Zeitstrafen: Wetzlar 4 Min., Leipzig 8 Min.

Technische Fehler: 8 Wetzlar, 15 Leipzig

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