Herber Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt: Leipzig verliert Heimspiel gegen den Bergischen HC

Es stand viel auf dem Spiel – und die Euphorie bei den Handballern des SC DHfK Leipzig war groß. Nach dem Auswärtssieg in Hamburg und dem Unentschieden in Minden waren die Grün-Weißen in diesem Jahr noch ungeschlagen und hatten die große Chance, mit einem Heimsieg gegen den Bergischen HC erstmals in dieser Saison die Abstiegszone zu verlassen. Doch der Handballnachmittag in der QUARTERBACK Immobilien ARENA entwickelte sich anders als erhofft. Die Leipziger kassierten einen massiven Dämpfer und mussten sich mit 28:35 geschlagen geben. Die Saison ist noch lang – aber der Weg zum Klassenerhalt ist nach diesem Auftritt noch länger und steiniger geworden.
Das Spiel begann vielversprechend: Franz Semper traf nach 40 Sekunden zum 1:0 für Leipzig. Es sollte jedoch fast die einzige Leipziger Führung bleiben. Noch einmal lagen die Grün-Weißen beim 4:3 (erneut durch Semper) vorn. Die restliche Spielzeit mussten sie einem Rückstand hinterherlaufen.
Schon nach 80 Sekunden nahm das Unheil seinen Lauf: Hoffnungsträger Dean Bombač kassierte eine frühe Zeitstrafe. Bis zur 15. Minute schien noch alles im Lot (7:7), doch dann setzten sich die Gäste allmählich ab. Der nächste Rückschlag: Kreisläufer Tim Hertzfeld erhielt nach 23 Minuten die rote Karte, sodass fortan Moritz Preuss die gesamte Last am Kreis allein tragen musste. Fünf Minuten vor der Halbzeit ging der BHC mit 11:14 in Führung. Kurz vor der Pause verkürzte Lucas Krzikalla noch einmal auf zwei Treffer. Zum Seitenwechsel war noch nichts verloren.
Zu Beginn der zweiten Hälfte keimte wieder Hoffnung auf, als Krzikalla auf 16:17 verkürzte. Doch dann scheiterte er vom Siebenmeterpunkt – und direkt im nächsten Angriff vergab Moritz Preuss eine freie Chance. Zwei ausgelassene Möglichkeiten, die richtig weh taten: So lag der BHC plötzlich mit vier Treffern vorn. Die DHfK-Männer wurden nervöser und offenbarten immer wieder Lücken in der Deckung. Die Gäste blieben ruhig und nutzten ihre Chancen konsequent. Für die Leipziger wurde Christopher Rudeck mehr und mehr zum Schrecken: 17 Paraden, während Domenico Ebner und Tomáš Mrkva gemeinsam nur sechs Paraden verbuchen konnten.
Die DHfK-Handballer versuchten dennoch alles: Blær Hinriksson erzielte zwei Treffer in Folge zum 19:22, Franz Semper brachte den Ball mit purem Willen in bester Volleyball-Manier zum 21:23 ins Tor. Doch die Zeit lief den Leipzigern davon. Zehn Minuten vor Schluss betrug der Rückstand fünf Tore – die Vorentscheidung war gefallen. Der BHC gewann am Ende mit 28:35 und entführte zwei wichtige Punkte.
Die Saison ist noch lang – aber der Weg zum Klassenerhalt ist nach dieser Niederlage definitiv noch steiniger geworden. Trainer Frank Carstens sagte: „Wir haben heute eine in die Fresse bekommen. Das tut richtig weh, aber für einen professionellen Leistungssportler gehört es dazu, wieder aufzustehen und weiterzumachen. Und wir werden wieder aufstehen.“
Die beste Leistung an diesem Handballnachmittag lieferten die Zuschauer: 5.280 Fans stärkten dem SC DHfK den Rücken und sorgten für eine sensationelle Kulisse. DANKE. Wir brauchen euch mehr denn je!
Markus Pütz (Trainer Bergischer HC):
„Wir haben es geschafft, weil wir über 60 Minuten bei uns geblieben sind. Ich mache der Mannschaft ein großes Kompliment. Wir lagen zweimal zurück, und ab dem 8:8 spielten wir sehr routiniert. Gefühlt sind die Jungs in dieser Woche fünf Jahre älter geworden. Unsere Torhüterleistung war entscheidend, gerade Christopher Rudeck hat wichtige Paraden gebracht. Vorne waren wir effektiv, und wir haben Leipzig nicht näher als zwei Tore herangelassen. Die Jungs haben sehr souverän gespielt. Trotzdem ist noch nichts vorbei.“
Frank Carstens (Trainer SC DHfK):
„Das Plus auf der BHC-Torhüterposition war heute ein Grand Canyon. Die Torwartleistung von Rudeck war überragend. Wir konnten unsere Torhüter nicht ausreichend unterstützen, und vorne hatten wir schlechte Quoten sowie keine guten Würfe. Wir hatten 13 freie Chancen – inklusive Siebenmeter. Das lässt sich schwer kompensieren. Wir haben versucht, über die Defensive Druck aufzubauen, doch der BHC war gut auf unsere 5:1-Deckung vorbereitet. Auch mit der Manndeckung konnten wir keinen Stress erzeugen. Unsere Jungs haben gekämpft, da kann ich ihnen nichts vorwerfen, aber uns fehlte die Abgezocktheit vor dem Tor und vielleicht auch der letzte Punch in der Defensive. Deshalb hat der BHC heute völlig verdient gewonnen.“
SC DHfK Leipzig vs. Bergischer HC: 28:35 (14:16)
Tore SC DHfK Leipzig: Krzikalla 6, Semper 5, Hinriksson 4, Piroch 4, Bombač 3, Binder 2, Preuss 2, Bogojevic 1, Khairi 1
Tore Bergischer HC: Becher 7, Hangstein 6, Steinhaus 6, Wasielewski 5, Seesing 4, Beyer 3, Schöttle 2, Fuchs 2
Paraden: Leipzig 6, BHC 17
Siebenmeter: Leipzig 5/8, BHC 3/4
Zeitstrafen: Leipzig 4 Min., BHC 6 Min.
Technische Fehler: Leipzig 6, BHC 7
Offizielle Zuschauerzahl: 5.280 Handballfans in der QUARTERBACK Immobilien ARENA