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„Bloß nicht aufgeben!“ - EC-Helden von 1966 am Sonntag gegen Stuttgart dabei

11. März 2026
„Bloß nicht aufgeben!“ - EC-Helden von 1966 am Sonntag gegen Stuttgart dabei

Europapokalsieger Klaus Langhoff drücken am Sonntag in der Halle dem SC DHfK die Daumen - wie auch die MoGoNo-Schülermeister von 1976

Klaus Langhoff war erschrocken. Und zwar richtig. Was war das denn? Das konnte doch nicht sein! Haben wir tatsächlich damals so gespielt, so bedächtig und so langsam?, fragte er sich immer wieder, als er sich vor ein paar Tagen die 60 Minuten noch einmal angeschaut hatte. Es ging um die historische Partie vom 22. April 1966, um den Europapokal-Sieg des SC DHfK Leipzig, um den Triumph im Cup der Landesmeister (der heutigen Champions League), als im Finale von Paris  Honved Budapest 16:14 bezwungen worden war. Doch die Bilder täuschten nicht, an jenem Abend hatten die Langhoff & Co. über weite Strecken eher zurückhaltend agiert.

„Dabei war das gar nicht unsere Art“, sagt er. Das Konterspiel und schnelle Ballpassagen seien durchaus stets eine Stärke seiner Mannschaft gewesen, versichert Langhoff und will damit aber keinen Vergleich zum aktuellen Handball anstellen. Heutzutage sei das natürlich eine ganz andere Geschwindigkeit, mit der auf dem Feld zu Werke gegangen werde. „Aber so langsam wie bei unserem größten Sieg waren wir eigentlich nie. Das war wie Parteiball vor der Deckung.“ 

Am Ende war Langhoff mit den Bildern allerdings doch noch einigermaßen versöhnt, gesteht er mit einem Lächeln. Zwei Schlagwürfe von ihm waren in der Schlussphase im Tor der Ungarn eingeschlagen. „Insgesamt war es aber nicht unsere beste Leistung.“ Dass es zum Sieg gereicht hatte, sei vor allem auch ein Verdienst des im Vorjahr am 23. August verstorbenen Torhüter Klaus Franke gewesen. „Mit seinen Paraden hat er uns gerettet.“

Am Sonntag werden Langhoff und andere 66er Europapokal-Helden in der QUARTERBACK Immobilien ARENA auf der Tribüne sitzen und ihren Enkeln in der wichtigen Partie gegen Stuttgart die Daumen drücken. Einmal im Jahr findet das von Ferry Sarközi organisierte Treffen statt, und meistens hat es Glück gebracht, auch bei schwierigen Spielverläufen. Langhoff erinnert sich noch gut an die Premiere in der Bundesliga am 22. April 2016, als der SC DHfK in seiner ersten Saison im deutschen Oberhaus die Füchse Berlin 25:23 bezwungen hatte. „Mit einer imponierenden Steigerung nach der Halbzeit, als ein Vier-Tore-Rückstand aufgeholt wurde.“ Philipp Weber mit acht und Franz Semper mit sechs Toren waren damals die erfolgreichsten Leipziger, die am Ende der Spielzeit mit 30 Punkten auf Rang elf landeten und als Aufsteiger die Konkurrenz beeindruckt hatten.

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Die Gegenwart sieht bekanntlich anders aus, der SC DHfK muss um den Klassenerhalt bangen. Natürlich hofft Langhoff auf einen erfolgreichen Abschluss der Spielzeit. Nach dem erfolgreichen Start mit dem Sieg beim HSV und dem Unentschieden in Wetzlar sah er die Mannschaft auf einem guten Weg, die folgende Heimniederlage gegen den Bergischen HC hat den 86-Jährigen aber wieder nachdenklich gestimmt. Wie auch die zweite Halbzeit in Flensburg nach dem sehr guten ersten Durchgang. Wenngleich die Roten Karten gegen Moritz Preuss und William Bogojevic dem ohnehin personell gebeutelten Team natürlich zusetzten.

Langhoff hofft am Sonntag auf einen geschlossenen mannschaftlichen Auftritt. Und fordert: „Bloß nicht aufgeben!“ Diese Einstellung würden die Zuschauer honorieren, und mit ihrer Unterstützung im Rücken sollte einiges möglich sein. Seine Forderung richtet sich an alle Spieler, nicht nur an die, die auf dem Feld stehen. Es sei immer wichtig, auch auf der Auswechselbank die entsprechenden Signale zu senden und so Geschlossenheit zu demonstrieren. Eine Eigenschaft, die die Europapokal-Sieger von 1966 auch dann auszeichnete, wenn sie gerade nicht unbedingt - siehe das Finale von Paris - ihre besten Leistungen abriefen.

Zehn Jahre nach dem EC-Triumph des SC DHfK sorgte eine weitere Leipziger Mannschaft für einen bemerkenswerten Erfolg. Der bestimmte allerdings nicht die ganz großen Schlagzeilen, handelte es sich doch um eine Nachwuchsmannschaft. Die Jungen B, so die damalige offizielle Bezeichnung für die 12/13-Jährigen, der SG MoGoNo waren aus der Endrunde der fünf besten Schüler-Teams der DDR in Wahren an der Müritz als Sieger hervorgegangen. Mit MoGoNo ist der SC DHfK eng verbunden, schließlich war 2007 der Wechsel der nahezu kompletten Gohliser Handball-Abteilung zu den Grün-Weißen der Grundstein für den Neubeginn im Leipziger Männerhandball. Kein Wunder also, dass auch die einstigen Schüler-Meister zum Spiel gegen Stuttgart eingeladen wurden. Holger Zuckschwerdt ist einer von ihnen und freut sich, den einen oder anderen Weggefährten  von einst zu treffen. So unter anderem Peter Holzke oder Steffen Eckert. Da wird es viel zu erzählen geben, unter anderem über die Punktspiele in den extrem kleinen Hallen in der Wittenberger Straße oder in der Teichstraße.

Zuckschwerdt ist dem Handball immer verbunden geblieben, hat nicht nur für MoGoNo, sondern auch für die HSG TH Leipzig gespielt. „Dort war Dieter Wöhler mein Trainer“, erinnert er sich gut. Beide werden sich am Sonntag wieder begegnen, Wöhler gehört bekanntlich auch zu den Europapokal-Siegern. Zum SC DHfK hat Zuckschwerdt eine besondere Beziehung und ist dort seit vielen Jahren Stammgast. Sein Enkel läuft für die  dortige E-Jugend auf und wird von Daniel Andrä betreut. Der 62-Jährige hofft, dass dem SC DHfK der Klassenerhalt gelingt. „Auch wenn der Auftritt gegen den BHC eine ziemliche Enttäuschung war. Aber jetzt bin ich natürlich gespannt, wie sie sich gegen Stuttgart präsentieren.“

Autor: Winfried Wächter

Namen zum MoGoNo-Mannschaftsfoto

Obere Reihe stehend von links: Dr. Wolfgang Röke (Co-Trainer), Klaus Fichtner (Vater der Fichtner-Söhne), Steffen Eckert, Peter Holzke (Torhüter), Frau Zahn (Mutter von Steffen Zahn), Holger Zuckschwerdt, Frau Schulze (Mutter von Tilo Schulze), Karsten Plettner, Frau Fichtner (Mutter der Fichtner-Söhne), Rene Freitag, Herr Schulze (Vater von Tilo Schulze), Tilo Schulze, Herr Plettner (Vater von Karsten Plettner), Gerhard Weimer (Legende, TZ-Trainer MoGoNo),

Untere Reihe knieend von links: Ralf Fichtner (nach Jürgen der zweitälteste, dann kamen Bernd, Mario und Torsten), Uwe Loschke, Steffen Keller (2. Torhüter), Steffen Zahn, Steffen Aust, Jens-Uwe Röke

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