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Hochintensiver Schlagabtausch gegen Stuttgart endet Unentschieden

15. März 2026
Hochintensiver Schlagabtausch gegen Stuttgart endet Unentschieden

Das war Abstiegskampf pur in der QUARTERBACK Immobilien ARENA. Die Handballer des SC DHfK Leipzig wollten gegen Stuttgart unbedingt zwei Punkte und gaben auf der Platte über 60 Minuten ihr letztes Hemd. Zudem mussten die Grün-Weißen den Umständen trotzen, dass mit Adam Lönn, Matej Klima und William Bogojevic alle drei Spieler auf Rückraum links nicht zur Verfügung standen. Trotzdem war Leipzig lange auf der Siegerstraße, doch kurz vor Schluss stand der SC DHfK plötzlich mit einem Drei-Tore-Rückstand mit dem Rücken zur Wand. Am Ende erkämpften sich die aufopferungsvoll kämpfenden Leipziger mit einem moralischen und emotionalen Kraftakt doch noch einen Punkt.

Mit Domenico Ebner und William Bogojevic hatte sich die Liste der Ausfälle kurzfristig um zwei weitere Krankmeldungen erweitert. So startete Spielmacher Blær Hinriksson im linken Rückraum. Nach 40 Sekunden erzielte Lucas Krzikalla die erste Leipziger Führung. Der Rechtsaußen war gemeinsam mit Nationalspieler Franz Semper der auffälligste Akteur der Anfangsphase. Viermal Krzikalla, fünfmal Semper – und so führte der SC DHfK Leipzig nach einer Viertelstunde mit 9:7.

Dann gesellten sich endlich auch weitere Torschützen hinzu. Luka Rogan erhöhte auf 10:7, Tomáš Piroch stellte auf 14:10. Die Vier-Tore-Führung der Grün-Weißen war absolut verdient und es war spürbar, dass die Jungs es unbedingt wollten. Zudem entschärfte Tomáš Mrkva einen Siebenmeter gegen Kai Häfner. Für Leipzig lief eigentlich alles nach Plan – es gab nur ein Problem: Dem TVB Stuttgart gelang es immer wieder, einen Siebenmeter herauszuholen. So netzte Häfner vom Strich zum 16:14 und 16:15.

Im letzten Angriff der ersten Hälfte ließen sich die Stuttgarter dann ganz viel Zeit und schafften es, ihren Angriff über mehr als eine Minute hinauszuzögern. Längst war Zeitspiel angezeigt, doch im allerletzten Moment brachte Lenny Rubin noch einen Wurf zustande, der unter der Latte zum 17:17-Halbzeitstand einschlug. Ärgerlich, denn gefühlt waren die Leipziger in den ersten 30 Minuten zwei oder drei Treffer besser gewesen.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs legte Leipzig wieder vor. Franz Semper knallte zwei Bälle zur 19:17-Führung in den TVB-Kasten. Lucas Krzikalla verfehlte zwar einen Siebenmeter, doch Lukas Binder schnappte sich den Rebound und traf mit seinem 999. Bundesligator zum 21:19. Dean Bombač erhöhte auf 23:20 und heizte anschließend die Fans an, den SC DHfK weiterhin so fantastisch zu unterstützen.

Doch auch diesmal konnte der SC DHfK die Führung nicht halten. Stuttgart glich zum 23:23 aus. Nach einem Ballverlust von Ahmed Khairi gingen die Gäste erstmals in diesem Match in Führung. Und der TVB legte direkt nach: Rubin traf zum 24:26, Nigg zum 24:27. Sieben Minuten vor Ende stand der SC DHfK Leipzig mit dem Rücken zur Wand und es drohte die nächste ganz schmerzhafte Heimpleite.

Doch die Zuschauer wollten das nicht akzeptieren. Jeder einzelne der 4.793 Fans erhob sich von seinem Sitz und feuerte die DHfK-Männer bedingungslos an. Beflügelt von diesem grandiosen Support traf Bombač zum 25:27, Semper zum 26:27 und Kapitän Lukas Binder stellte mit seinem 1.000. Bundesligator den 27:27-Ausgleich her. Die ARENA kochte.

Die letzten Minuten wurden zu einer Handballschlacht mit offenem Visier. Hinriksson erzielte das 28:28, erneut Binder das 29:29. Dann rührte der SC DHfK in der Abwehr Beton an und erkämpfte sich 15 Sekunden vor Schluss noch einmal den Ball. Frank Carstens nahm umgehend eine Auszeit. Mit dem letzten Angriff hatte Leipzig tatsächlich noch die Chance, dieses hochintensive Kampfspiel mit einem Last-Second-Sieg zu beenden. Die Grün-Weißen kreierten noch einmal eine gute Wurfposition für Franz Semper, doch sein abgefälschter Wurf landete knapp neben dem Kasten. Wahrscheinlich wäre sonst das Hallendach der QUARTERBACK Immobilien ARENA davongeflogen.

So blieb am Ende leider nur ein Punkt. Doch angesichts der Vorzeichen und des Spielverlaufs dürfen die Leipziger mit dem Resultat nicht völlig unzufrieden sein. Eines jedenfalls hat die Mannschaft heute über die kompletten 60 Minuten deutlich gemacht: Die Grün-Weißen werden bis über die Schmerzgrenze hinaus bis zum letzten Spieltag alles für den Klassenerhalt geben!

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Misha Kaufmann (Trainer TVB Stuttgart):

„Leipzig hat lange geführt, eigentlich über weite Strecken des Spiels. Wir schaffen es aber, dranzubleiben. Ich denke, zur Halbzeit könnte Leipzig – so wie ich das Spiel empfunden habe – auch mit drei oder vier Toren führen. Leipzig kommt danach gut aus der Kabine, aber wir bleiben wieder dran, lassen uns nicht abschütteln, und irgendwann dreht sich das Spiel. Dann wussten wir: Wenn wir in der 45. Minute noch dran sind, wird es auch ein Kopfspiel für Leipzig. Wir hätten das Spiel zu unseren Gunsten entscheiden können, tun das aber nicht – und am Ende resultiert daraus ein Unentschieden. Am Ende holen wir glücklich einen Punkt.“

Frank Carstens (Trainer SC DHfK Leipzig):

„Wenn ich mir anschaue, in welcher Besetzung wir heute dieses Spiel gespielt haben, dann muss ich meiner Mannschaft ein riesiges Kompliment machen. In unserer Situation kann ein Spiel auch sehr schnell weggehen, wenn man in der 54. Minute nach eigener Führung plötzlich mit drei Toren hinten liegt. Ich bin sehr stolz auf das Team, dass es wieder aufgestanden ist, sich dagegengestemmt und diesen Punkt noch mitgenommen hat. Wir hatten am Ende sogar noch einen Abschluss, der vom Zeitmanagement her perfekt gepasst hätte, aber dann nicht mehr erfolgreich war. Nach dem Ausfall von allen linken Rückraumspielern, die wir im Kader haben, war das heute eine moralisch und emotional sehr starke Leistung. Wofür dieser Punkt am Ende reichen wird, wissen wir noch nicht – es sind noch zehn Spiele zu spielen. Aber anfühlen tut es sich natürlich wie ein Punktverlust.“

SC DHfK Leipzig vs. TVB Stuttgart: 29:29 (17:17)

Tore SC DHfK Leipzig: Semper 9, Krzikalla 7, Binder 4, Piroch 2, Hinriksson 2, Bombač 2, Khairi 1, Gauer 1, Rogan 1

Tore TVB Stuttgart: Matzken 7, Zieker 5, Häfner K. 5, Nigg 4, Rubin 3, Häfner, M. 2, Mengon 2, Snajder 1

Paraden: Leipzig 11, Stuttgart 10

Siebenmeter: Leipzig 5/8, Stuttgart 5/7

Zeitstrafen: Leipzig 12 Min., Stuttgart 12 Min.

Technische Fehler: Leipzig 6, Stuttgart 6

Offizielle Zuschauerzahl: 4.793 Handballfans in der QUARTERBACK Immobilien ARENA

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