Kabinen-Talk beim SC DHfK Leipzig: Ein Blick ins Heiligtum der Bundesliga-Profis

Der Geruch von Duschbad lag noch in der Luft, leichter Wasserdampf hing in der Kabine: Nur etwa 20 Minuten zuvor hatten die Bundesliga-Handballer des SC DHfK Leipzig die Kabine verlassen. Genau hier, im sonst streng abgeschirmten Heiligtum der Profis in der QUARTERBACK Immobilien ARENA, fand der exklusive Kabinen-Talk des SC DHfK Leipzig gemeinsam mit der Leipziger Volkszeitung statt.
LVZ-Redakteur Tilman Kortenhaus führte durch den Abend. In persönlicher Atmosphäre beantworteten Cheftrainer Frank Carstens, Kapitän Lukas Binder und Rechtsaußen Lucas Krzikalla die Fragen der 18 LVZ-Gewinner. Zur Einstimmung servierte das Team typische Kabinen-Snacks wie Bananen, Müsliriegel und Nüsse. Ganz wie im Alltag der Profis, zumindest fast. „Unsere Auswahl ist normalerweise etwas ausgedünnt“, scherzte Binder mit Blick auf die bereitgestellten Früchte. „Hier haben wir etwas nachgeholfen.“
Die Flügelzange berichtete von festen Abläufen vor und während der Handballspiele. „Routinen hat jeder Sportler. Das gehört einfach dazu“, sagte Krzikalla. Auch Cheftrainer Frank Carstens gab Einblicke in seine Arbeit, erklärte seine Videoanalysen und taktischen Vorbereitungen und verriet, wie oft er selbst in die Kabine kommt.
Beim Thema Integration neuer Spieler öffnete Kapitän Lukas Binder das Nähkästchen und erzählte von früheren Zeiten. Die Eingewöhnung lief früher anders, erinnerte er sich lachend: „Wir sind zusammen drei Abende in der Woche durch die Leipziger City gezogen, haben Burger gegessen und auch mal den Trainer hopsgenommen.“ Trotz sportlicher Konkurrenz profitiert die Mannschaft vom positiven Miteinander. „Man kann sich auf dem Feld reiben und danach trotzdem Freunde sein. Das gehört zum Sport“, so Binder.
Besonders zur Freude der Gäste erklärten die DHfK-Profis die Aufgabenverteilung innerhalb des Teams. Jeder Spieler übernimmt Verantwortung, auch abseits des Spielfelds. In der Mannschaft gibt es Kaffee-, Kassen-, Wasser- sowie Beauty- oder Waschmaschinenwarte. Lucas Krzikalla führt die Mannschaftskasse. Wer zu spät kommt, falsche Kleidung trägt oder zwei Minuten wegen Meckerns kassiert, muss zahlen. Matej Klima kümmert sich um die Kabine – und dass er aktuell verletzt fehlt, merkt das Team sofort.
Neben aller guten Laune stand auch der Kampf um den Klassenerhalt in der stärksten Liga der Welt im Mittelpunkt. Lucas Krzikalla zeigte sich überzeugt: „Ich bin zu 100 Prozent sicher, dass wir die Klasse halten. Der Punkt gegen Stuttgart war wichtig. Jeder im Team kann das.“ Auch Binder blieb optimistisch „Das Level und die Leistung sind da. Die Punkte müssen wir uns jetzt holen.“ Cheftrainer Frank Carstens brachte es auf den Punkt: „Weil wir es können. Und weil wir es wollen.“ Auch die Unterstützung von den Rängen spielt eine große Rolle. „Gegen Stuttgart haben wir das richtig gespürt“, sagte Krzikalla. „Wenn die Halle voll ist, gibt uns das Mut und Energie.“