Osterklatsche in Berlin: Leipzig kommt beim Meister unter die Räder

Es sollte ein unbekümmertes „Bonusspiel“ am Ostersonntag werden – und es endete in einer herben Klatsche. Die Handballer des SC DHfK Leipzig haben das Auswärtsspiel bei den Füchsen Berlin mit 26:39 (10:20) verloren und konnten zu keinem Zeitpunkt auf Augenhöhe agieren. Eigentlich hatten die Leipziger im Auswärtsspiel beim Deutschen Meister nichts zu verlieren. Am Ende jedoch verloren die DHfK-Männer mehr, als ihnen lieb war, denn das Torverhältnis, das im Vergleich zur direkten Konkurrenz für den Ligaverbleib womöglich entscheidend werden könnte, erlitt durch diese hohe Pleite eine deutliche Delle.
Die Leipziger mussten vor dem Auswärtsspiel den nächsten Nackenschlag hinnehmen. Ausgerechnet Nationalspieler Franz Semper, der im Kalenderjahr 2026 durchschnittlich sieben Tore pro Spiel erzielte, fiel kurzfristig mit einer Muskelverletzung aus. Dafür entspannte sich die Situation auf der Position im linken Rückraum zumindest leicht, denn mit William Bogojevic kehrte einer der drei Verletzten zurück.
Berlin startete mit hohem Tempo in ihr Oster-Heimspiel. In den ersten fünf Spielminuten hagelte es bereits vier Treffer. Beim SC DHfK konnte hingegen nur Luka Rogan ein Tor erzielen. Nachdem Lucas Krzikalla dann auch noch einen Siebenmeter vergab, war die Anfangsphase endgültig verhunzt. Lasse Andersson erhöhte auf 5:1 für Berlin. Während Leipzig trotz gut herausgespielter Möglichkeiten immer wieder am Füchse-Keeper Lasse Ludwig scheiterte, bekamen umgekehrt die DHfK-Torhüter Domenico Ebner bzw. Tomas Mrkva gar nichts zu fassen. Bis zur 20. Spielminute war jeder Wurf der Füchse ein Treffer. Mit 16:6 lag der Deutsche Meister von 2025 schon so früh mit zehn Treffern in Führung.
Superstar Mathias Gidsel leistete sich dann endlich den ersten Berliner Fehlwurf, doch die Wurfquoten von 94 Prozent (Berlin) und 37 Prozent (Leipzig) offenbarten bis dato einen gewaltigen Klassenunterschied. In der 22. Minute traf Tomas Piroch zum 17:8. Der Semper-Vertreter war im ersten Durchgang der einzige Leipziger in Normalform und hatte fünf der acht DHfK-Treffer erzielt. Die Seiten wurden beim Spielstand von 20:10 gewechselt.
Für die Sachsen konnte es nun für den zweiten Abschnitt nur eine Devise geben: das Torverhältnis im Blick behalten und sich hier nicht völlig abschießen lassen, wie beispielsweise am 7. Spieltag der laufenden Saison, als Leipzig mit 18 Toren Rückstand (24:42) gegen Flensburg verlor und die höchste Pleite der Vereinsgeschichte kassierte. Der Beginn der zweiten Hälfte machte allerdings wenig Mut. Auch Halbzeit zwei begann mit einem 6:1-Lauf der Füchse, sodass es nach 37 Minuten bereits 26:11 stand. Kaum waren 40 Minuten absolviert, sorgte Lasse Andersson mit zwei Treffern in Folge für das 30:13. Nie zuvor hatte Leipzig nach 40 Spielminuten in einem Bundesligaspiel derart hoch zurückgelegen. Lasse Ludwig (19 Paraden) war für Leipzig beinahe unüberwindbar.
Zumindest gab es in der Schlussphase auch eine gute Nachricht: Eine derartige Niederlage wie gegen Flensburg wiederholte sich zum Glück nicht, denn der SC DHfK stabilisierte sich zusehends. So gelang Rechtsaußen Staffan Peter in den letzten 20 Spielminuten noch fünf Treffer. Und auch Jungtalent Caspar Gauer zeigte mit zwei Treffern gute Ansätze. Dennoch waren die Leipziger mit Sicherheit heilfroh, als die Partie beim Endstand von 39:26 schließlich abgepfiffen wurde.
Das Spiel muss nun schnell aus den Köpfen, denn das Heimspiel am Donnerstag gegen FRISCH AUF! Göppingen ist für das Schicksal des Clubs von deutlich größerer Bedeutung. >>> Tickets