Dean Bombac bleibt – doch Marcel Schiller und die Chancenverwertung sorgen für Rückschlag im Abstiegskampf

Der Magier bleibt an Bord! Dean Bombač wird auch in der kommenden Saison auf der Spielmacherposition des SC DHfK Leipzig die Fäden ziehen. Der 37-jährige Denker und Lenker hat einen Vertrag für die erste und zweite Liga bis 2027 unterschrieben. Diese großartige Nachricht wurde am Donnerstagabend unmittelbar vor Anwurf gegen FRISCH AUF! Göppingen in der ARENA verkündet und sollte für zusätzliche Euphorie auf der Platte und den Rängen sorgen. Doch ein überragender Marcel Schiller (16 Tore) wurde zum Spielverderber. Zudem sorgte die mangelhafte Chancenverwertung dafür, dass den Leipzigern ein Happy End ausblieb und das Heimspiel mit 29:34 (16:18) verloren ging.
Nach zweieinhalb Minuten ließ Dean Bombač zum ersten Mal in diesem Match seine außergewöhnliche Klasse aufblitzen, als er Luka Rogan mit einem Zauberpass völlig freispielte. Ein ehemaliger Leipziger stand allerdings im Weg, denn Kristian Sæverås entschärfte die Großchance. Göppingen lag dadurch nach drei Minuten mit 1:2 vorn. Jedoch traf Dean Bombač postwendend selbst zum Ausgleich, dann bediente er Kapitän Lukas Binder, der zur 4:2-Führung für den SC DHfK traf. Die Anfangsphase verlief wirklich vielversprechend.
Nach etwas mehr als zehn Minuten machte sich Lucas Krzikalla auf den Weg zur nächsten Zwei-Tore-Führung. Bei seinem Wurf erwischte er aber Göppingen-Keeper Julian Buchele im Gesicht und kassierte dafür eine Zeitstrafe. Prompt traf Marcel Schiller zum 5:5, 6:6 und 6:7 für die Gäste aus Göppingen. In der 20. Spielminute konnte Lukas Binder zwar noch einmal zurückschlagen und den SC DHfK mit 9:8 in Führung werfen, doch es sollte die letzte grün-weiße Führung in diesem Match sein. Die Marcel-Schiller-Show ging nämlich munter weiter: Unglaubliche zwölf Treffer gelangen dem ehemaligen Nationalspieler allein in der ersten Halbzeit. Mit 16:18 ging es in die Pause – noch war alles möglich.
Zu Beginn der zweiten Hälfte konnte Leipzig zunächst nicht weiter verkürzen, denn die Chancenverwertung wurde nun immer mehr zum Problem. Staffan Peter, Blær Hinriksson und Dean Bombač konnten den Ball nicht im Tor unterbringen. Doch den Göppingern erging es in dieser Phase nicht viel besser, denn die Leipziger Deckung stand nun ziemlich sattelfest. Lucas Krzikalla verkürzte auf 19:21, Lukas Binder stellte den 20:21-Anschluss her und Luka Rogan traf sehenswert per Heber zum vielumjubelten 21:21-Ausgleich. 20 Minuten vor Schluss war der SC DHfK wieder auf Kurs!
Leider vergab Staffan Peter wenig später einen Siebenmeter und Göppingen zog schnell wieder auf drei Tore davon (21:24). Mit seinem achten Siebenmetertreffer erhöhte Marcel Schiller auf 25:29. Leipzig ließ nichts unversucht, aber Luka Rogan verfehlte knapp das leere Tor, William Bogojevic setzte den Ball am Kasten vorbei und Lukas Binder ließ sich auf der Außenposition von Franko Lastro veräppeln. Mit 8:17 Paraden hatten die Leipziger zudem auf der Torhüterposition klar das Nachsehen. Und selbst als Domenico Ebner noch einmal eine starke Parade auspackte, landete der entscheidende Abpraller wieder bei Göppingen und machte die Aktion zunichte. Als Franz Semper fünf Minuten vor Schluss zum 28:30 traf, keimte zwar noch einmal Hoffnung auf, doch die Göppinger verwalteten ihren Vorsprung in den letzten Minuten routiniert.
Damit verpasst Leipzig die große Chance, auf einen Nichtabstiegsplatz zu springen. Doch schon in einer Woche gegen Gummersbach gibt es zu Hause die nächste Gelegenheit.
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Frank Carstens (Trainer SC DHfK Leipzig):
„Wir haben die schlechtere Bilanz als Göppingen. Ich kann aber meinem Team außer dieser Tatsache wirklich nicht viel vorwerfen. Wir holen uns gute, sehr gute Chancen. Wir sind in der ersten Halbzeit nicht zufrieden mit der Verteidigung, kriegen das in der zweiten Halbzeit überragend hin, aber machen dann eben die Bälle nicht rein. Zehn Meter klare Chancen und was auch immer. Das ist typisch für eine Mannschaft, die da unten steht, so wie wir jetzt. Aber heute sind wir natürlich enttäuscht. Das ist klar, heute tut es weh. Es war absolut möglich, dieses Spiel zu gewinnen. Das haben wir nicht geschafft, weil Göppingen genau diese Stärke hat, die eine Mannschaft eben hat, die von den letzten sechs Spielen fünf gewonnen hat. Die bleiben dann locker beziehungsweise kämpfen da, wo sie kämpfen können, und sind dann eben vor dem Tor abgezockter als wir gewesen.“
Benjamin Matschke (Trainer FRISCH AUF! Göppingen):
„Wir haben mit Marcel Schiller einen herausragenden Spieler auf Linksaußen gehabt. Dazu kommt ein klares Plus im Torhüterbereich von fast zehn Paraden Unterschied. Ich glaube, Leipzig hat in der zweiten Halbzeit die Chance verpasst, selbst in Führung zu gehen. Sie haben ein wahnsinnig gutes Tempospiel gezeigt, genau davor hatten wir gewarnt. Aber dann hat Leipzig ihre freien Würfe nicht genutzt und klare Chancen liegen gelassen. So bleiben wir im Spiel. Wir kommen aus einem guten Lauf, haben viel Vertrauen – und genau das hilft uns, solche engen Spiele am Ende für uns zu entscheiden.“
SC DHfK Leipzig vs. FRISCH AUF! Göppingen 29:34 (16:18)
Tore SC DHfK Leipzig: Binder 6, Bombač 6, Peter 4, Semper 3, Hinriksson 3, Krzikalla 3, Piroch 2, Bogojevic 1, Rogan 1
Tore FRISCH AUF! Göppingen: Schiller 16, Pregler 5, Sunnefeldt 5, Lastro 3, Neudeck 1, Persson 1, Aström 1, Newel 1
Paraden: Leipzig 8, Göppingen 17
Siebenmeter: Leipzig 6/8, Göppingen 8/10
Zeitstrafen: Leipzig 10 Min., Göppingen 4 Min.
Technische Fehler: Leipzig 8, Göppingen 14
Offizielle Zuschauerzahl: 4.509 Handballfans in der QUARTERBACK Immoblien ARENA