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Heimsieg, Tränen und Gänsehaut: SC DHfK gewinnt letztes Bundesligaspiel

07. Juni 2026
Heimsieg, Tränen und Gänsehaut: SC DHfK gewinnt letztes Bundesligaspiel

Die Handballer des SC DHfK Leipzig haben sich mit einem echten Handballfest aus der DAIKIN Handball-Bundesliga verabschiedet. Am 34. und letzten Spieltag der Saison 2025/26 gewannen die DHfK-Männer mit 26:25 gegen GWD Minden und sorgten dafür, dass Minden gemeinsam mit den Leipzigern den Gang in die 2. Bundesliga antreten muss. 6.000 Fans boten in der ausverkauften QUARTERBACK Immobilien ARENA einen mehr als würdigen Rahmen. Als nach dem Spiel die langjährigen Vereinsgesichter Lucas Krzikalla, Domenico Ebner, Simon Ernst und Marko Mamić sowie fünf weitere Spieler verabschiedet wurden, kochten die Emotionen über und es flossen zahlreiche Tränen.

Obwohl es für den Gegner aus Minden im Saisonfinale noch um alles ging, waren es die Jungs aus Leipzig, die von der ersten Minute an performten. Vereinslegende Lucas Krzikalla, der nach 15 Jahren im Verein sein letztes Spiel für die Grün-Weißen bestritt, setzte mit seinem Treffer zum 1:0 die erste Duftmarke. Nach einer Parade von Domenico Ebner, der ebenfalls ein letztes Mal für Leipzig zwischen den Pfosten stand, durfte sich ein weiterer Abgang feiern lassen. Abwehrboss Marko Mamić traf ins leere Tor zum 3:0. Schon nach zweieinhalb Minuten war die Stimmung in der ARENA auf dem Siedepunkt.

Doch dann zeigte auch Minden, dass sie bereit waren, noch einmal alles zu investieren. GWD holte sich in der 7. Spielminute die erste Führung (3:4). Leipzig rückte die Verhältnisse aber schnell wieder zurecht. Nach einer Viertelstunde war es Tomáš Piroch, der in seinem letzten Spiel für Leipzig zum 11:9 traf. Lucas Krzikalla vollstreckte wenig später mit seinem dritten Treffer zum 13:11. Dann ging es ganz schnell. Piroch, Klíma und Bombač sorgten innerhalb von nur 42 Sekunden für einen Dreifachschlag des SC DHfK Leipzig. Insgesamt erarbeitete sich Leipzig in dieser Phase sogar einen 5:0-Lauf. Mit 18:12 stand plötzlich ein komfortabler Vorsprung zu Buche. Bis zum Halbzeitpfiff verkürzte Minden auf 18:14.

GWD Minden wollte sich allerdings nicht mit dem Abstieg abfinden und kämpfte sich im zweiten Abschnitt peu à peu heran. Der in Leipzig ausgebildete Niclas Heitkamp erzielte in der 45. Spielminute den 22:22-Ausgleich. Zur gleichen Zeit stand es zwischen Wetzlar und Magdeburg 23:23. Die Spannung im Abstiegskampf war kaum zu toppen.

Dann war es ein Leipziger Eigengewächs, das das Pendel wieder in die Leipziger Richtung ausschlagen ließ. Der 20-jährige Caspar Gauer fasste sich ein Herz, traf zunächst zum 25:23 und klaute anschließend noch einen Ball. So ging es mit einer 26:25-Führung für Leipzig in die letzten Sekunden der Partie.

Durch die Niederlage von Wetzlar gegen Magdeburg hätte GWD Minden ein Punkt zum Klassenerhalt gereicht. Zwei Sekunden vor Schluss gelang es Minden tatsächlich, Jakub Sterba auf Rechtsaußen freizuspielen. Sein Wurfversuch, der den Klassenerhalt perfekt gemacht hätte, fand jedoch nicht den Weg vorbei an Domenico Ebner ins Leipziger Tor, sondern knallte gegen den Pfosten. So durfte der SC DHfK zum Abschluss noch einen hart erkämpften Heimsieg bejubeln.

Noch ergreifender wurde es dann nach dem Schlusspfiff. Mit Nils Greilich, Ahmed Khairi, Adam Lönn, Tomáš Piroch, William Bogojevic, Domenico Ebner, Simon Ernst, Marko Mamić und Lucas Krzikalla verabschiedete der SC DHfK Leipzig gleich neun Spieler. Jeder einzelne erhielt noch einmal seine große Bühne, wurde mit einem persönlichen Highlight-Video geehrt und unter dem Applaus der 6.000 Fans gefeiert. Spätestens jetzt blieb kaum ein Auge trocken.

Frank Carstens (Cheftrainer SC DHfK Leipzig):

„Wir wollten Spieler wie Marko und Kritschi nach ihrer langen Zeit beim Verein gebührend verabschieden – und ich glaube, das haben wir heute auf die Platte gebracht. Dafür kann ich meiner Mannschaft nur ein großes Kompliment machen. Ich habe so etwas noch nie erlebt, dass eine Mannschaft als Letzter absteigt und trotzdem in jedem Spiel so unterstützt wird. Das ist unglaublich.“

Domenico Ebner (SC DHfK Leipzig 2023–2026):

„Ich habe als kleiner Junge davon geträumt, einmal in der Handball-Bundesliga zu spielen. Deshalb tut es mir unglaublich leid, den Verein auf einem Abstiegsplatz zu verlassen. Auch ich bin daran gescheitert. Ich möchte mich bei allen im Verein für die Unterstützung bedanken. Die Fanclubs haben mir sogar beim Ein- und Auszug geholfen. Der Support hier war einfach nicht normal. Vielen Dank für alles!“ Anschließend spendierte Ebner den Fans 100 Liter Freibier und richtete zudem einen besonderen Dank an seinen Torwarttrainer Miloš Putera.

Simon Ernst (SC DHfK Leipzig 2021–2026):

„Ich hätte es wirklich geliebt, heute hier noch einmal im Trikot auf der Platte zu stehen und der Mannschaft zu helfen. Zunächst möchte ich den Fans danken – stellvertretend den Feuerbällen und der Stehplatzbande. Ihr wart in diesem Jahr einfach unglaublich. Mein zweites Dankeschön geht an die gesamte Organisation: Karsten, die Geschäftsstelle und den ganzen Staff. Ich hatte hier fünf wunderschöne Jahre und möchte keine Sekunde davon missen. Und mein größtes Dankeschön gilt meiner Familie, die mich immer unterstützt und diesen Wahnsinn mitgemacht hat.“

Marko Mamić (SC DHfK Leipzig 2019–2026):

„Ich möchte mich zuerst für die großartige Unterstützung bedanken. Ein großes Dankeschön geht an die Spieler, Trainer, den Staff, die Geschäftsstelle, unsere Sponsoren und natürlich an die Fans. Meine Familie und ich hatten hier eine wunderschöne Zeit. Wir haben vom ersten Tag an jede Minute genossen. Leipzig war eine großartige Erfahrung und wird für immer in unseren Herzen bleiben. Wir werden das niemals vergessen. Ich wünsche dem Verein nur das Beste für die Zukunft, viele Erfolge und viele schöne Momente.“

Lucas Krzikalla (SC DHfK Leipzig 2010–2026):

Krzikalla begann seine Abschiedsworte gemeinsam mit den Fans und dem Gesang „Einmal Leipzig, immer Leipzig“. „Nach so langer Zeit ist dieser Verein ein Teil meines Lebens geworden. 2010 begann diese Reise. Wer hätte damals gedacht, dass mein Traum, Handball-Bundesligaspieler zu werden, tatsächlich in Erfüllung geht? Es sind so viele Erlebnisse und Erinnerungen zusammengekommen. Aber das war nie die Leistung eines Einzelnen, sondern immer von uns allen gemeinsam – als Verein SC DHfK Leipzig. Und damit seid ihr alle gemeint. Ich bin unglaublich glücklich und stolz, Teil dieser Geschichte gewesen zu sein. Und ich bin mir ganz sicher, dass hier im nächsten Jahr wieder eine Aufstiegsfeier stattfinden wird. Und ich werde es mir nicht nehmen lassen, dann dabei zu sein.“

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