Hallo-Wach-Moment zur rechten Zeit? Leipzig scheidet aus dem Pokal aus

Die Pokalreise für den SC DHfK Leipzig ist bereits in der 1. Runde des DHB-Pokals beendet. Am Freitagabend unterlagen die Sachsen in einer unglaublich intensiven Pokalschlacht Gastgeber TuSEM Essen nach zwei Verlängerungen mit 33:36. Nach der beinahe makellosen Vorbereitung war die Niederlage gegen den Liga-Kontrahenten womöglich ein mahnender Hallo-Wach-Moment zum genau richtigen Zeitpunkt, der den Leipzigern schonungslos aufgezeigt hat, welch schwierige Mission in der 2. Handball-Bundesliga auf den SC DHfK zukommen wird.
Schon in der Anfangsviertelstunde hatten die Grün-Weißen ihre Probleme, in die Partie zu finden. Nach 17 Minuten führten die Essener Hausherren mit 10:6. Dann nahm die DHfK-Mannschaft Fahrt auf. Finn Schroven glich mit seinem ersten Pflichtspieltreffer für den SC DHfK zum 13:13 aus, Blær Hinriksson netzte zur ersten Leipziger Führung. Mit einem knappen 16:15 für Leipzig ging es in die Pause.
Im zweiten Abschnitt hatten die Leipziger zwar lange die Kontrolle und lagen permanent knapp vorn, doch Essen ließ sich nie abschütteln. In der 55. Minute übernahm Essen sogar wieder die Führung. Leipzigs neuer Keeper Anadin Suljaković verhinderte mit einer Siebenmeterparade 80 Sekunden vor dem Ende Schlimmeres. Es ging mit einem 26:26-Endstand in die Verlängerung.
Auch hier war Suljaković nun ein wichtiger Faktor, der mit weiteren Paraden dafür sorgte, dass der SC DHfK die Chance hatte, mit drei Treffern in Führung zu gehen, nachdem Fritz-Leon Haake zum 29:27 getroffen hatte. Doch ein Bombač-Fehlpass zehn Sekunden vor Ende der ersten Verlängerungshälfte ermöglichte den Essenern in letzter Sekunde den 29:28-Anschluss. In der zweiten Hälfte der Verlängerung traf dann Moritz Preuss zum vermeintlichen 32:31-Siegtreffer für Leipzig – doch die Unparteiischen erkannten ein Stürmerfoul. So musste es in eine weitere Verlängerung gehen.
Dort versuchte Neuzugang Fritz-Leon Haake eine Essener Konterchance zu unterbinden – und kassierte dafür die rote Karte. Essen erhöhte auf plus zwei und traf kurz danach in den leeren Leipziger Kasten zur Drei-Tore-Führung. Dem SC DHfK lief die Zeit davon, um das Ergebnis noch einmal zu reparieren. Mit 33:36 unterlagen die Sachsen zwar unglücklich, aber letztlich nicht unverdient bei einem stark kämpfenden TuSEM Essen.
Zum Saisonauftakt am 31. August gegen GWD Minden in der QUARTERBACK Immobilien ARENA müssen die DHfK-Männer definitiv einiges besser machen, um mit einem Erfolgserlebnis in die neue Zweitligasaison zu starten – und dabei brauchen die Grün-Weißen jeden Fan in der Halle!
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Cheftrainer Frank Carstens:
„Das war ein unheimlich intensives Spiel, das durch die zwei Verlängerungen, den großen Kampf und den Einsatz beider Mannschaften zu einer echten Schlacht geworden ist. TuSEM war überragend eingestellt und hat gerade zu Beginn viele Dinge von uns weggenommen. Wir haben ein bisschen gebraucht, um in den richtigen Modus zu kommen. Danach war es ein offenes Spiel. TuSEM hat sich in den entscheidenden Momenten durchgesetzt und den einen oder anderen Fehler weniger gemacht. Deshalb hat Essen verdient gewonnen. Wir haben heute ein Spiel verloren und sind aus dem Pokal ausgeschieden. Das ist bitter, aber unser großes Ziel ist aber natürlich ein anderes und liegt in der Liga. Bis zum Start gegen Minden haben wir die Chance, uns weiter zu verbessern und wieder das umzusetzen, was wir in der Vorbereitung gezeigt haben. Aber es ist auch klar: Vorbereitungsspiele sind keine Pflichtspiele, das haben wir heute gesehen. Im Pokal gehört noch ein bisschen mehr dazu – und das hat uns TuSEM Essen heute vorgemacht.“
TuSEM Essen gegen SC DHfK Leipzig 36:33 (15:16, 26:26, 31:31) nach doppelter Verlängerung
Tore SC DHfK: Semper 7, Bombač 6, Peter 5, Binder 4, Schroven 3, Gauer 2, Haake 2, Hinriksson 1, Rogan 2, Preuss 1