SC DHfK revanchiert sich für Pokalpleite

Die Revanche ist geglückt! Die Handballer des SC DHfK Leipzig haben nach den Siegen in Großwallstadt und Dresden auch das dritte Auswärtsspiel in der 2. Handball-Bundesliga für sich entschieden. Am Freitagabend setzten sich die Sachsen mit 35:32 (19:14) bei TUSEM Essen durch. Vor exakt sechs Wochen waren die Grün-Weißen an gleicher Wirkungsstätte nach doppelter Verlängerung aus dem DHB-Pokal ausgeschieden. Mit dem Auswärtserfolg bleibt der SC DHfK Leipzig mit nun 10:2 Punkten tabellarisch weiterhin in der Spitzengruppe, während die Gastgeber aus Essen ihre rote Laterne als Tabellenletzter behalten.
TUSEM Essen war gegen den Favoriten aus Leipzig erneut sehr gut eingestellt und bis auf die Haarspitzen motiviert, schließlich wollte die junge Essener Mannschaft ihren Pokal-Coup wiederholen. Dementsprechend verlief die Anfangsphase äußerst ausgeglichen. 5:5 lautete der Zwischenstand nach etwas mehr als zehn Minuten. Nach einer Viertelstunde brachte Co-Kapitän Lukas Binder den SC DHfK erstmals mit zwei Treffern in Führung (5:7).
Bei den Gästen aus Leipzig stach in der ersten Hälfte ein Spieler besonders heraus: Franz Semper hatte richtig gutes Zielwasser getrunken und versenkte bis zur 22. Spielminute acht Tore im Essener Kasten. Allein innerhalb von drei Minuten traf der Nationalspieler viermal zum 7:9, 8:10, 9:11 und 10:12. Essen fand einfach keine Mittel gegen die Durchschlagskraft des Linkshänders. Und es wurde auch ein wenig gezaubert. Dean Bombač packte mal wieder ein Weltklasseanspiel aus, welches Moritz Preuss zum 10:14 verwertete. Wenig später war wieder Moritz Preuss involviert, der mit einer Rolle in der Luft spektakulär zum 13:18 für Leipzig einnetzte. Mit einer Fünf-Tore-Führung (14:19) ging es auch in die Pause.
In der zweiten Hälfte änderte sich an den Gegebenheiten relativ wenig. Der Vorsprung der Leipziger pegelte sich dauerhaft im Bereich zwischen vier und sechs Treffern ein. Der SC DHfK konnte Essen zwar nicht endgültig abschütteln, ließ den Pokalschreck aber auch nicht näher herankommen. Auch acht Minuten vor Schluss – Finn Schroven hatte zum 26:31 getroffen – wirkte es so, als könnte Leipzig den Auswärtssieg locker nach Hause spielen.
„Ich hoffe, dass wir es irgendwann auch mal hinbekommen, in den entscheidenden Phasen die Dinger reinzumachen, damit es nicht so ein Zittersieg wird, wie es zuletzt häufig war“, traf Franz Semper nach dem Spiel den Nagel auf den Kopf. Schließlich hatte Leipzig in der noch jungen Saison schon mehrfach Spiele im Griff gehabt und am Ende noch einmal Spannung aufkommen lassen. Auch diesmal machte der SC DHfK den Deckel nicht drauf. Essen stellte auf eine offensive Deckung um, was dazu führte, dass Schroven, Bombač, Klíma und Gauer zwischen der 52. und 56. Spielminute genauso viele technische Fehler produzierten, wie Leipzig bis dahin im gesamten Match unterlaufen waren. Zudem musste Lukas Binder das Spielfeld verlassen, nachdem er unglücklich auf einem Bodenauskleber ausgerutscht war.
Essen kam somit noch einmal gefährlich nah auf zwei Tore heran (32:34), doch Tom Koschek sorgte 25 Sekunden vor Schluss schließlich für die Entscheidung. Mit 10:2 Punkten springt der SC DHfK Leipzig durch den Auswärtssieg für mindestens einen Tag auf Tabellenplatz zwei und freut sich schon jetzt auf das Pink-October-Heimspiel am kommenden Donnerstag gegen TuS N-Lübbecke.