„In 6 Minuten abgekocht!“ – Leipzig gewinnt Heimduell gegen Hamm

Die Handballer des SC DHfK Leipzig haben den siebten Sieg im achten Saisonspiel eingefahren. Gegen den ASV Hamm-Westfalen setzten sich die Grün-Weißen am Freitagabend mit 37:33 (18:18) durch. Dass beide Mannschaften bis vor wenigen Monaten noch zwei Ligen trennten, war jedoch über 45 Minuten der Begegnung überhaupt nicht zu erkennen. Der Aufsteiger aus der dritten Liga bot dem Bundesligaabsteiger lange die Stirn, doch nach 45 Minuten zündete Leipzig endlich den Turbo. „Man hat gesehen, warum Leipzig in dieser Liga eine Spitzenmannschaft ist. In 6 Minuten haben sie uns abgekocht“, fasste Gästetrainer Jamal Naji die Partie zusammen. Gemeint war die Phase zwischen der 45. und 51. Spielminute, als Leipzig ein knappes 27:26 in ein vorentscheidendes 33:27 verwandelte. Am Ende durften 3.309 Zuschauer – unter ihnen viele Auszubildende und Studierende – zufrieden nach Hause gehen.
Co-Kapitän Lukas Binder war nach seiner Knieverletzung zurück im Kader, doch Tom Koschek durfte auf Linksaußen erneut beginnen. Sein Gegenüber – Rechtsaußen Staffan Peter – besorgte die ersten beiden Leipziger Treffer des Tages zur 2:1-Führung. Die nächsten drei Treffer gehörten dann aber erst einmal den Gästen, die somit nach sechs Minuten eine 4:2-Führung übernahmen. Leipzig brauchte bis zur 12. Spielminute, um die Führung zurückzuerobern. Zwei Koschek-Treffer nacheinander sorgten für das 8:6. Matej Klíma und Luka Rogan erhöhten wenig später auf plus drei (11:8 bzw. 12:9), doch die Gäste aus Hamm blieben weiter gallig. Nach dem 12:12 durch Lucas Firnhaber war die Partie nach 20 Minuten wieder ausgeglichen. Das sollte sich auch bis zum Halbzeitpfiff nicht ändern. Zwei Minuten vor dem Pausentee lag der Tabellenvorletzte aus Hamm sogar mit 18:16 vorn. Doch Finn Schroven stellte per Buzzer-Beater den 18:18-Halbzeitstand her.
Zu Beginn der zweiten Hälfte legte Hamm immer wieder vor: 18:19, 19:20, 20:21. Das 21:22 vom Siebenmeterstrich durch Ole Machner in Minute 36 sollte jedoch die letzte Gästeführung in dieser Begegnung bleiben. Die DHfK-Männer agierten nun nämlich noch entschlossener in der Verteidigung. So konnten Matej Klíma und Franz Semper den SC DHfK mit ihren Rückraumwürfen mit 25:23 in Führung schießen. Allerdings war der ASV Hamm-Westfalen nach drei Vierteln der Spielzeit noch immer nicht geschlagen. Doch jetzt machte Leipzig richtig ernst. Innerhalb von sechs Spielminuten katapultierte sich der SC DHfK kompromisslos auf die Siegerstraße. Allein für den 4:0-Lauf zum 30:27, 31:27, 32:27 und 33:27 benötigten die Grün-Weißen gerade einmal anderthalb Minuten. Zweimal Hinriksson, Peter und Schroven hießen die Torschützen – für Hamm ging das Ganze nun viel zu schnell. So war die Messe gelesen und Leipzig spielte den Heimsieg am Ende souverän herunter. Dass die letzten drei Treffer der Partie wieder allesamt den Gästen gehörten, war nur noch eine Randnotiz.
Der SC DHfK kletterte durch den Erfolg für mindestens 20 Stunden wieder an die Tabellenspitze der 2. HBL und hatte die Steilvorlage für eine grandiose After-Game-Party gegeben. Mit freundlicher Unterstützung von Ur-Krostitzer und dem N39 wurde nämlich direkt nach Schlusspfiff in der ARENA die Tanzfläche eröffnet, auf der die Handballfans noch bis spät in die Abendstunden tanzten, sangen und feierten.
Jamal Naji (Trainer ASV Hamm-Westfalen):
„Ich finde, dass wir jetzt angekommen sind in der Liga, dass wir wettbewerbsfähig sind. Das ist für mich einfach ein gutes Zeichen, was unsere Entwicklung in den letzten sechs, sieben Wochen angeht. Am Ende des Tages ist Leipzig in dieser Liga eine Spitzenmannschaft. Wir verlieren das Spiel in sechs Minuten. Wir ärgern uns, aber wir müssen auch das Positive aus diesem Spiel mitnehmen und nächste Woche spielen wir gegen Nettelstedt. Da gilt es dann, zu Hause zwei Punkte zu behalten.“
Frank Carstens (Trainer SC DHfK Leipzig):
„Ich finde, es war heute ein geiler Fight, ein intensives Spiel. In der ersten Halbzeit hatten wir Schwierigkeiten im Rückzugsverhalten, aber in der zweiten Halbzeit haben wir einige Dinge besser gemacht. Wir hatten eine höhere Paradenzahl, treffen ein kleines bisschen besser und sind dann weg, müssen aber trotzdem bis zum Ende sehr wach bleiben. In dieser Liga herrscht ein hohes Niveau, sowohl kämpferisch als auch spielerisch. Da muss man voll da sein. Ich bin sehr zufrieden damit, wie die Mannschaft es geschafft hat, trotz einiger Schwächen dann diese Kampfkraft während des Spiels zu entwickeln und sich dagegenzustellen. Das ist vor drei Wochen noch schiefgegangen gegen Dormagen - heute hat es gut geklappt.“
SC DHfK Leipzig – ASV Hamm-Westfalen 37:33 (18:18)
Tore SC DHfK: Peter 8, Klima 5, Semper 5, Koschek 4, Bombac 3, Schroven 3, Hinriksson 3, Rogan 2, Voß 2, Preuss 1, Haake 1
Tore Hamm: Firnhaber 7, Kühn 6, Capric 5, Machner 5, Gabrielsson 4, Bornemann 2, Coßmann 2, Kreiselmaier 1, Jacobs 1
Siebenmeter: Leipzig 6/6, Hamm 2/2
Paraden: Leipzig 11, Hamm 14
Technische Fehler: Leipzig 6, Hamm 10
Zeitstrafen: Leipzig 8 Min, Hamm 6 Min
Zuschauer: 3.309 Handballfans in der QUARTERBACK Immobilien ARENA