SC DHfK Leipzig verpasst nach Aufholjagd die Wende im Mitteldeutschen Derby gegen Dessau

Der SC DHfK Leipzig hat am neunten Spieltag der 2. Handball-Bundesliga seine zweite Saisonniederlage kassiert. Im Mitteldeutschen Derby beim Dessau-Roßlauer HV 06 unterlagen die Grün-Weißen mit 33:36 (17:20). Nach einem schwierigen Start und einem zwischenzeitlichen Sieben-Tore-Rückstand kämpfte sich die Mannschaft von Cheftrainer Frank Carstens zurück ins Spiel und übernahm in der zweiten Halbzeit kurzzeitig die Führung. In der Schlussphase setzte sich jedoch Dessau durch und beendete damit die Leipziger Serie von drei Siegen in Folge.
Gleich der erste Wurf saß: Franz Semper brachte die Leipziger nach nur 37 Sekunden mit 1:0 in Führung. Anschließend übernahmen die Dessauer das Kommando. Nach dem 1:1-Ausgleich in der vierten Minute erzielten die Gastgeber fünf Tore in Folge und zogen auf 6:1 davon. Die Grün-Weißen leisteten sich im Angriff zahlreiche Fehlwürfe und Ballverluste, die Dessau konsequent für schnelle Gegenangriffe nutzte. Vor allem das Rückzugsverhalten bereitete den Sachsen Probleme. Hinzu kam ein stark aufgelegter DRHV-Torhüter Philip Ambrosius, der immer wieder Leipziger Torchancen vereitelte und im gesamten Spiel auf 16 Paraden kam.
Cheftrainer Frank Carstens reagierte bereits in der neunten Minute mit seiner ersten Auszeit. Er forderte, die schnellen Gegenangriffe der Dessauer besser zu unterbinden und im eigenen Angriff mehr Durchschlagskraft zu entwickeln. Doch Dessau baute den Vorsprung weiter aus. Nach knapp elf Minuten führten die Gastgeber mit 10:3. Carstens wechselte daraufhin im Tor und brachte Anadin Suljaković für Tomáš Mrkva. Die Leipziger steigerten sich, fanden im Angriff zunehmend bessere Lösungen und stabilisierten ihre Abwehr gegen die Positionsangriffe der Dessauer. Franz Semper, Matěj Klíma und Lukas Binder verkürzten den Rückstand. Auch Rechtsaußen Staffan Peter setzte mit mehreren Treffern wichtige Akzente und brachte das DHfK-Team in der 22. Minute auf 11:14 heran.
In der Schlussphase der ersten Halbzeit entwickelte sich ein intensiver Schlagabtausch. Dessau hielt insbesondere mit den erfolgreichen Siebenmetern von Alen Hadzimuhamedovic dagegen. Die Leipziger verkürzten zwischenzeitlich auf 15:16 und waren damit wieder in Schlagdistanz. Die Hausherren behaupteten jedoch ihre Führung. Kurz vor der Pause traf auch Fritz-Leon Haake, der ebenso wie Tim Hertzfeld an seine frühere Wirkungsstätte zurückkehrte. Dessaus Mika Schüler erzielte schließlich den letzten Treffer zum 20:17-Halbzeitstand.
Mit viel Einsatz starteten beide Mannschaften in den zweiten Durchgang. Die Leipziger erhöhten den Druck und fanden zunehmend besser in die Partie. Matěj Klíma verkürzte in der 32. Minute auf 18:20, wenig später brachte Nationalspieler Franz Semper die Sachsen auf ein Tor heran. Während Dessau im Angriff zunächst ohne weiteren Treffer blieb, nutzte Leipzig die Gelegenheit: Kapitän Dean Bombač erzielte in der 38. Minute den 20:20-Ausgleich. Damit hatten die Grün-Weißen den Rückstand vollständig aufgeholt.
Erst nach mehr als neun Minuten beendete Alen Hadzimuhamedovic per Siebenmeter die Dessauer Torflaute. Moritz Preuss glich zum 21:21 aus, ehe Staffan Peter die Leipziger in der 41. Minute erstmals seit der Anfangsphase wieder in Führung brachte (22:21). Der Rechtsaußen war mit insgesamt sieben Treffern erfolgreichster Torschütze der Sachsen. Die Partie blieb hart umkämpft, beide Mannschaften schenkten sich nichts und kämpften um jeden Ball. Doch Dessau antwortete und drehte die Partie erneut. Nach dem zwischenzeitlichen 23:23 zogen die Gastgeber auf 25:23 davon. Leipzig blieb in Schlagdistanz, konnte die zwischenzeitliche Führung aber nicht nutzen, um das Spiel dauerhaft auf seine Seite zu ziehen. In seiner Auszeit forderte Frank Carstens, den Druck hochzuhalten, die gute Defensivarbeit fortzusetzen und weiterhin konsequent auf Gegenstöße zu setzen.
In den letzten zehn Minuten spitzte sich das Derby zu. Dean Bombač verkürzte auf 26:27, wenig später traf Linksaußen Tom Koschek sehenswert zum 29:30. Doch Dessau behauptete die knappe Führung. Den Sachsen fehlte in den entscheidenden Situationen die Konsequenz im Abschluss, um die Partie noch einmal zu drehen. Besonders Hadzimuhamedovic erwies sich mit seinen sicheren Siebenmetern als wichtiger Rückhalt für die Gastgeber. In der 56. Minute folgte der nächste Rückschlag für die Sachsen: Kreisläufer Moritz Preuss sah nach einem Foul an Marcel Nowak die Rote Karte. Der Dessauer Akteur musste das Spielfeld verletzt verlassen. Wir wünschen Marcel Nowak eine schnelle und vollständige Genesung! Hadzimuhamedovic verwandelte den anschließenden Siebenmeter zum 33:29. Kurz darauf erhöhte Torhüter Philip Ambrosius mit einem Treffer ins verwaiste Leipziger Tor auf 34:29.
Die Grün-Weißen versuchten in den verbleibenden Minuten noch einmal alles. Matěj Klíma und Dean Bombač verkürzten den Rückstand, doch Dessau spielte die Partie konsequent zu Ende. Tom Koschek erzielte mit dem Schlusspfiff den Treffer zum 33:36-Endstand. Damit endet die Leipziger Siegesserie nach drei Erfolgen. Trotz einer kämpferischen Aufholjagd und der zwischenzeitlichen Führung in der zweiten Halbzeit nimmt der SC DHfK keine Punkte aus der Anhalt-Arena mit. Der SC DHfK Leipzig bedankt sich bei allen mitgereisten Fans für den Support in Dessau.
Finn Schroven: „Wir wussten, dass es hier heiß hergeht, aber haben den Start komplett verpennt, haben viel zu viel Tempo von Dessau zugelassen. Wir wussten, dass sie hier auf Tempo drücken, haben das aber nicht hinbekommen, zu unterbinden. Den Grundstein hat das Tempospiel von Dessau gelegt. Ich fand unsere Defensive gegen Positionsangriffe nachher relativ gut, aber das Tempospiel haben wir überhaupt nicht in den Griff bekommen mit unserem Rückzug. Und da müssen wir alle mehr machen. Wir sind nach der Halbzeit wieder besser reingekommen, haben uns rangekämpft, Tor für Tor, waren dann noch mal in Führung. Aber Dessau kam dann wieder und wir haben es nicht geschafft, diesen Killerinstinkt zu zeigen und das Spiel dann für uns zu entscheiden.“
Dessau-Roßlauer HV 06 – SC DHfK Leipzig 36:33 (20:17)
SC DHfK Leipzig: Peter 7, Klima 5, Bombač 5, Binder 3, Schroven 3, Semper 3, Preuss 2, Koschek 2, F. Haake 1, Hinriksson 1, Rogan 1
Dessau-Roßlauer HV 06: Hadzimuhamedovic 12, Pust 6, C. Haake 4, Schüler 4, Neaguv 3, Nowak 3, Danneberg 2, Löpp 1, Patzwaldt, Ambrosius
Siebenmeter: Dessau 9/9, Leipzig 3/3
Paraden: Dessau 16, Leipzig 12
Technische Fehler: Dessau 11, Leipzig 10
Zeitstrafen: Dessau 8 Min, Leipzig 6 Min