Auswärtspunkt in einem wilden Schützenfest! SC DHfK dreht die Partie in Gummersbach
Kreisläufer Maciej Gebala war mit 9 Treffern der erfolgreichste Leipziger Torschütze. Foto: Klaus Trotter

Die Handballer des SC DHfK Leipzig bleiben auch das dritte Spiel nacheinander ungeschlagen. In einem spektakulären und vor allem enorm temporeichen Schlagabtausch zwischen dem VfL Gummersbach und dem SC DHfK Leipzig sahen die Sachsen Mitte der zweiten Hälfte schon wie der sichere Verlierer aus. Nach einer Wut-Auszeit von Trainer André Haber beim 30:24-Rückstand agierten die Leipziger wie ausgewechselt, kämpften sich zurück ins Match und lagen eine Minute vor Schluss sogar in Führung. Am Ende trennten sich beide Teams mit einem 36:36 Unentschieden.

Leipzig startete gut in die Partie und führte nach drei Minuten mit 1:3. Gummersbach kam nach acht Minuten zum 5:5-Ausgleich. Ein Doppelpack in der 10. Spielminute von Dominik Mappes sorgte schließlich dafür, dass die Gastgeber aus Gummersbach erstmals in dieser Auseinandersetzung mit 6:5 bzw. 7:5 in Führung gingen. DHfK-Trainer André Haber reagierte prompt mit einem Timeout. Tim Matthes, der auf Linksaußen den an Corona erkrankten Kapitän Lukas Binder vertrat, brachte Leipzig nach einer Viertelstunde wieder zum Ausgleich (8:8).

Die Leipziger gerieten anschließend immer wieder knapp ins Hintertreffen, aber Viggo Kristjansson packte zweimal nacheinander den Heber vom Siebenmeterpunkt aus und hielt sein Team damit auf Kurs. Torwart Kristian Saeveras verfehlte zwar das leere Tor zum möglichen 14:14 und auch Sime Ivic vergab beim Zwischenstand von 17:16 eine große Ausgleichschance, dennoch fanden die Grün-Weißen im Angriff immer wieder gute Lösungen und erzielten starke 19 Treffer in den ersten 30 Minuten. Das genügte allerdings nicht für eine Halbzeitführung, denn die Leipziger Abwehr bekam das hohe Tempo von Gummersbach einfach nicht in den Griff. Auch eine Sekunde vor dem Pausenpfiff klingelte es wieder im DHfK-Gehäuse – bereits zum 21. Mal in diesem Spiel. Der Halbzeitstand von 21:19 bedeutete, dass die 4.000 Handballfans in der SCHWALBE arena gerade die torreichste erste Hälfte der gesamten Bundesligasaison gesehen hatten.

Nach Wiederanpfiff geriet der SC DHfK umgehend in eine brenzlige Lage, denn dreieinhalb Minuten nach der Pause führte Gummersbach zum ersten Mal mit vier Treffern (24:20). André Haber nahm in der 37. Minute eine Auszeit, doch der Rückstand der Leipziger vergrößerte sich weiter. Beim Spielstand von 30:24 hatte der Leipziger Trainer genug und betätigte nur vier Minuten später erneut den Auszeit-Buzzer. Der sichtlich erzürnte Coach stellte nun auf eine Manndeckung um, was sich als goldrichtige Entscheidung herauskristallisieren sollte. Die Leipziger Deckung erkämpfte sich plötzlich einen Ball nach dem anderen, obendrein vernagelte Kristian Saeveras jetzt den Kasten. Auch Oskar Sunnefeldt, der nach mehreren Wochen Verletzungspause sein Comeback gab, brachte nun mächtig frischen Wind ins Spiel. Der Schwede erzielte drei Treffer innerhalb von nur 70 Sekunden. Zwischen der 42. und 51 Minute machten die Sachsen aus einem 30:24-Rückstand einen 33:33-Gleichstand. Sime Ivic hatte das Ausgleichstor erzielt.

Die Schlussphase versprach nun einen absoluten Nervenkitzel. Nach 55 Minuten war die Partie weiterhin auf Messers Schneide, der bärenstarke Maciej Gebala erzielte sein 9. Tor vom Kreis zum 35:35. Dann war es wiederum Sime Ivic, der den SC DHfK erstmals seit der 8. Spielminute wieder in Führung brachte. Drei Minuten waren noch zu gehen, der SC DHfK hatte mehrfach Ballbesitz und die Möglichkeit, den kaum noch für möglich gehaltenen Auswärtssieg perfekt zu machen. Bei den letzten Leipziger Angriffen fehlte jedoch etwas Glück und Cleverness, sodass Dominik Mappes sechs Sekunden vor Schluss noch ausgleichen konnte und sich schlussendlich beide Teams mit einem sicherlich gerechten Unentschieden trennten.

André Haber (Trainer SC DHfK Leipzig):

„Das war mit Sicherheit das brutalste Tempospiel, mit dem wir in letzter Zeit konfrontiert worden sind. Gummersbach hat hohe Qualität und eine tolle Halle hinter sich. Bis zur 40. Minute hatte ich jedoch wenig Spaß beim Zuschauen, weil uns Gummersbach vor große Probleme gestellt hat. In der Positionsabwehr haben wir das zwar ordentlich gemacht, aber wir hatten heute ein Problem mit der Wachsamkeit. Manche der Tore hat Gummersbach zu einfach bekommen, weil wir in einigen Situationen nicht bereit genug und hart genug waren. Ich mache meiner Mannschaft ein großes Kompliment, dass wir in der 40. Minute bei sechs Toren Rückstand nicht aufgegeben haben, sondern bis zum Ende mit ganz viel Herz um alles gekämpft haben. Wenn wir das so fortführen und die nächsten Spiele noch etwas cleverer agieren, schauen wir trotz schwerer Gegner in eine gute Zukunft.“

Gudjon Valur Sigurdsson (Trainer VfL Gummersbach):

„Wir müssen dankbar sein, dass wir am Ende überhaupt noch einen Punkt geholt haben. Die ersten 40 Minuten haben wir wirklich ein überragendes Tempospiel geliefert. Zwar haben wir eins zwei Bälle zu viel verloren und Maciej Gebala hat uns große Probleme bereitet. Dennoch bin ich stolz, gegen eine Mannschaft wie Leipzig 36 Tore zu werfen. Ich denke, es war für die Zuschauer ein überragender Handballabend. Was wir uns natürlich verwerfen müssen, sind die letzten 20 Minuten, wo wir viele Torchance liegenlassen und zu oft an Kristian Saeveras scheitern. Insgesamt bin ich aber mit der Leistung meiner Mannschaft sehr zufrieden.“

SC DHfK Leipzig gegen VfL Gummersbach 36:36 (21:19)

Tore SC DHfK: Gebala (9), Ivic (6), Ernst (3), Wiesmach (3), Maric (3), Sunnefeldt (3), Matthes (3), Kristjánsson (3), Witzke (2), Mamic (1),

Tore VfL Gummersbach: Mappes (10), Blohme (6), Kodrin (3), Schroven (3), Pregler (3), Styrmisson (3), Vidarsson (2), Köster (2), Jansen (2), Zeman (2)

Schiedsrichter: Tobias Schmack und Philipp Dinges

Strafminuten: Gummersbach 4 Min, Leipzig 6 Min

Siebenmeter: Gummersbach 1/2, Leipzig 2/2

Zuschauer: 4.060 Handballfans in der SCHWALBE arena

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