Fulminanter Heimsieg! Leipzig schenkt Melsungen 40 Tore ein!
Foto: Karsten Mann

Die Handballer des SC DHfK Leipzig haben am Donnerstag für ein Ausrufezeichen gesorgt! An einem Rekordabend in der QUARTERBACK Immobilien ARENA sahen 3.789 Handballfans das torreichste Spiel der Leipziger Bundesligageschichte und erlebten gleichzeitig die meisten Treffer, die der SC DHfK jemals in der 1. Bundesliga erzielen konnte. Mit 40 (!!!) zu 33 schickten die Grün-Weißen den so formstarken Gegner aus Melsungen zurück nach Hause. Rúnar Sigtryggsson steht somit nach seinem vierten Spiel als DHfK-Trainer noch immer bei einer makellosen Bilanz von 8:0 Punkten.

Die Partie begann direkt nach 38 Sekunden mit der ersten Zeitstrafe für die Gäste gegen Gleb Kalarash. Der ehemaliger Melsunger Marino Maric nutzte die Überzahl, um den SC DHfK mit 1:0 in Führung zu bringen. Der kroatische Kreisläufer schien gegen seinen Ex-Club bis in die Haarspitzen motiviert. In der 7. Spielminute traf er erneut zur 5:3-Führung, Oskar Sunnefeldt erhöhte sogar auf 6:3. In einer sehr schnellen und torreichen Partie lagen die Sachsen nach 10 Minuten schließlich mit 8:6 vorn.

Nach gut einer Viertelstunde meldete sich Melsungen zu Wort. Innerhalb von nur 13 Sekunden trafen die Gäste zum 9:9-Ausgleich und zur 9:10-Führung. Anderthalb Minuten später sorgte Ivan Martinovic für das 9:11. Es drohte ein Bruch im Spiel der Leipziger, doch die Körperkulturellen blieben unbeeindruckt und drückten einfach weiter aufs Tempo. Sime Ivic besorgte das 12:12, 13:12 und 15:14. Trotz einer guten ersten Hälfte mussten die Hausherren kurz vor dem Seitenwechsel noch einen gehörigen Dämpfer schlucken. Nach einer Auszeit von MT-Trainer Roberto García Parrondo beim Spielstand von 18:19 kassierten die Leipziger in den letzten 30 Sekunden noch zwei Gegentore. So ging es mit einem 3-Tore-Rückstand in die Kabine, zudem hatte die MT im zweiten Durchgang Anwurf.

Trotz dieser ungünstigen Schlussphase der ersten Halbzeit starteten die DHfK-Männer hochkonzentriert in den zweiten Abschnitt. Nach nur vier Minuten war der Rückstand aufgeholt – Simon Ernst hatte zum 22:22-Ausgleich getroffen. Die überrumpelten Melsunger produzierten direkt noch einen Wechselfehler, sodass der SC DHfK nun in Überzahl agieren durfte und durch Sime Ivic wieder in Führung ging (24:23). Der SC DHfK ließ anschließend allerdings die Chance zur 2-Tore-Führung liegen – und schon schlug das Pendel in diesem verrückten Spiel wieder in die andere Richtung aus. Kai Häfner und Elvar Örn Jonsson brachten die Gast-Mannschaft knapp 15 Minuten vor Schluss mit 25:27 bzw. 26:28 in Führung.

Gepusht von fast 3.800 enthusiastischen Zuschauern spielten die Leipziger in der Schlussviertelstunde dann wie im Rausch. Viggó Kristjánsson glich zum 28:28 aus und sorgte gleich im nächsten Angriff für die 29:28-Führung. Matej Klima tankte sich zehn Minuten vor Schluss zum 31:30 durch, Sime Ivic knallte den Ball millimetergenau zum 32:30 in den Winkel. Als Patrick Wiesmach dann auch noch innerhalb von 120 Sekunden einen Dreierpack zum 33:31, 34:31 und 35:31 hinlegte, stand die ARENA endgültig Kopf.

DHfK-Torhüter Kristian Saeveras lief in der zweiten Halbzeit ebenfalls wieder einmal zu Höchstform auf und war kaum noch zu überwinden. Dann kam es jedoch noch zu einer Szene, die dieses glorreiche Handballfest nicht verdient hatte. Ivan Martinovic setzte einen Siebenmeter an die Torlatte und beim Kampf um den Abpraller trat ihn Matej Klima unabsichtlich auf das Fußgelenk. Klima sah rot, der Melsunger Rückraumspieler blieb minutenlang liegen und musste schließlich mit der Trage vom Spielfeld abtransportiert werden. Die Leipziger Handballfamilie wünscht Ivan Martinovic an dieser Stelle alles erdenklich Gute für eine hoffentlich nicht so schwerwiegende Verletzung.

Sechs Minuten waren nach diesem Schockmoment noch zu absolvieren. Die MT musste jetzt volles Risiko gehen und alles nach vorn werfen. Das ermöglichte dem SC DHfK immer wieder schnelle Gegenstöße. Ernst, Kristjánsson, Binder und Ivic erzielten vier Treffer nacheinander und in der ARENA sangen die Fans bereits „Oh, wie ist das schön“ lautstark im Chor. Nie zuvor hatte der SC DHfK Leipzig in der 1. Liga mehr als 36 Tore erzielt. Das letzte Tor an diesem denkwürdigen Handballabend erzielte schlussendlich der Mann, der den Tanz mit dem 1:0 eröffnet hatte. Marino Maric blieb mit einer 100-Prozent-Quote (6/6) wie auch Patrick Wiesmach (7/7) ohne Fehl und Tadel, doch herausheben konnte man bei diesem berauschenden 40:33-Heimsieg nur einen: Die Mannschaft!

Roberto García Parrondo (Trainer MT Melsungen):

„Herzlichen Glückwunsch an Leipzig für den Sieg und ein wirklich gutes Spiel. Wir waren eigentlich das ganze Spiel über gleichauf, jedoch nicht in den letzten 15 Minuten. Leipzig rannte mehr als wir, es war teils schwer für uns mitzuspielen. Auch wenn ich sehr zufrieden bin mit den ersten 45 Minuten, konnten wir einfach nicht mit der Intensität von Leipzig mithalten.“

Rúnar Sigtryggsson (Trainer SC DHfK Leipzig):

„Danke für die Glückwünsche. Das war ein sehr wechselhaftes Spiel, da einige Sachen nicht aufgingen, andere wiederum schon. Das Wichtigste ist aber, dass es zum Schluss funktioniert hat. Ich bin sehr zufrieden mit dem Tempo, was wir aufgebaut haben. Vor allem in der zweiten Halbzeit, das war stark. Ich hoffe die Jungs lernen davon, dass sie 60 Minuten laufen können und nicht nur eine Halbzeit. In der Halbzeitpause sah es nicht so gut für uns aus. Trotzdem sind wir im Anschluss gut in die zweite Halbzeit gestartet. Die kleinen Dinge, wie Matej Klíma im Abwehrzentrum, sind in Kombination mit dem guten Tempo sehr gut aufgegangen. Ich bin stolz auf die Leistung der Jungs.“

SC DHfK Leipzig gegen MT Melsungen 40:33 (18:21)

Tore SC DHfK Leipzig: Ivic (8), Wiesmach (7), Maric (6), Witzke (6), Kristjánsson (6/3), Ernst (3), Klima (2), Binder (1), Sunnefeldt (1)

Tore MT Melsungen: Casado Marcelo (8), Häfner (7), Ignatow (4), Martinovic (4/2), Jonsson (3), Arnarsson (3), Gomes (2), Kalarash (1), Malasinskas (1/1)

Strafminuten: Leipzig Keine, Melsungen 6 Min

7 Meter: Leipzig (3/3), Melsungen (3/4)

Zuschauer: 3.789 Handballfans in der QUARTERBACK Immobilien ARENA

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