LEIPZIG UND BERLIN TEILEN SICH DIE PUNKTE
Foto: Karsten Mann

Zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte waren die Handballer des SC DHfK Leipzig als amtierender Tabellenführer in ein Spiel der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga gegangen. Dementsprechend breit war die Brust der DHfK-Männer vor dem Aufeinandertreffen mit den Füchsen Berlin.
Die Tabellensituation nach dem zweiten Spieltag sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Favoritenrolle bei dem Team aus der Hauptstadt lag. Schließlich waren die Gäste in den vergangenen Jahren zweimal Vereinsweltmeister geworden und gelten inzwischen als Stammgast im internationalen Wettbewerb. Trotz eines Drei-Tore-Rückstands zur Halbzeit blieben die DHfK-Handballer auch gegen die ambitionierten Füchse ungeschlagen und erkämpften ein verdientes 24:24-Unentschieden.

Die Gastmannschaft aus Berlin war besser in die Partie gestartet. Marian Michalczik brachte seine Mannschaft gleich im ersten Angriff in Führung – und auch Füchse-Keeper Dejan Milosavljev parierte direkt einen Wurf der Leipziger. Die Grün-Weißen hingegen hatten nach zehn Spielminuten erst zwei Treffer zu Buche stehen und liefen direkt einem 2:5-Rückstand hinterher.

Richtig hektisch wurde es dann erstmals in der 18. Minute. Jacob Holm hatte Martin Larsen bei einem schnellen Gegenstoß im Gesicht erwischt und kassierte von den Unparteiischen Tönnies/Schulze die rote Karte. Leipzig nutzte das Momentum, um zunächst durch Lukas Binder zum 8:8 auszugleichen und sich anschließend durch Philipp Weber die erste Führung zu ergattern. In dieser Phase hatten die Hausherren mehrfach beste Möglichkeiten, ihren Vorsprung weiter zu erhöhen. Jedoch schlichen sich in den letzten zehn Minuten der ersten Hälfte deutlich zu viele Unachtsamkeiten ein, was die Füchse rigoros ausnutzten und mit einer 10:13-Führung in die Pause gingen.

Am Schlussmann der Leipziger hatte das am wenigsten gelegen. Wie schon im ersten Heimspiel zeigte Neuzugang Kristian Saeveras eine richtig gute Leistung und vereitelte zahlreiche Abschlüsse der Gäste. Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit war der Torwart gleich wieder zur Stelle und verhalf seinen Mitspielern zu neuem Rückenwind. Binder, Milosevic, Krzikalla! Binnen zwei Minuten war der Halbzeitrückstand egalisiert (13:13).

Nun ging es hin und her. Führung Füchse, Führung Leipzig, Führung Füchse. Mitte des zweiten Abschnittes gerieten die Gastgeber dann allerdings wieder mit zwei Toren ins Hintertreffen, nachdem sie in Unterzahl zweimal einen Gegentreffer auf den verwaisten Kasten hinnehmen mussten. Gepusht von den 2041 Handballfans holte sich Leipzig jedoch abermals die Führung zurück und ging durch Lukas Binder mit 23:21 in Front – und das, obwohl zuvor Torhüter Kristian Saeveras aufgrund eines Wechselfehlers für zwei Minuten auf die Bank geschickt wurde.

Die hitzige Schlussphase, in der von beiden Mannschaften viele Diskussionen mit dem Schiedsrichtergespann und dem Kampfgericht geführt wurden, erinnerte dann endgültig an den Krimi aus der vergangenen Saison. Damals wurde Lucas Krzikalla mit dem 24:23-Siegtreffer in letzter Sekunde zum Helden. Krzikalla präsentierte sich auch diesmal wieder sehr treffsicher, erzielte acht Tore und verwandelte all seine vier Siebenmeter sehr sicher. Zwei Minuten vor dem Ende verpasste es der 26-Jährige jedoch von außen, die Weichen mit dem 24:22 auf Sieg zu stellen. Obendrein musste der SC DHfK durch die Herausstellung von Bastian Roscheck, der gegen Berlin sein Saison-Debüt feierte, die letzten beiden Minuten in Unterzahl über die Runden kommen.

Dann war er aber zur Stelle! Wie in der vergangenen Saison traf Lucas Krzikalla zum 24:23, allerdings diesmal eine Minute zu zeitig. So konnten die Füchse Berlin durch Nationalspieler Fabian Wiede noch einmal ausgleichen. Zwar hatte der SC DHfK noch einen Angriff und Philipp Weber feuerte einen verheißungsvollen Wurf auf das Berliner Tor, Dejan Milosavljev bekam aber im letzten Moment noch einen Fuß an den Ball, sodass sich am Ende beide Kontrahenten über einen Punktgewinn freuen konnten.

Jaron Siewert (Trainer Füchse Berlin):

„Wir kamen sehr gut ins Spiel. Ich denke man hat gesehen, dass wir aus unseren Fehlern gegen Magdeburg gelernt haben. Aber dann kam auch Leipzig besser ins Spiel. Die rote Karte von Holm hat uns sehr weh getan und das Spiel verändert. Am Anfang der zweiten Halbzeit haben wir viel zu früh die drei Tore Führung hergegeben, was dann auch ein Knackpunkt für das Unentschieden war. Die Schlussphase, also die letzten fünf Minuten, war unsere stärkste Phase und wir sind mit dem einen Punkt gegen Leipzig zufrieden. Das ist, über die gesamten 60 Minuten gesehen, ein faires Ergebnis. Ich wünsche Leipzig weiterhin viel Erfolg.“

André Haber (Trainer SC DHfK Leipzig):

„Mit der ersten Halbzeit waren wir unzufrieden, da wir haben zu viele technische Fehler und Fehlwürfe gemacht. Wir hatten uns vorgenommen, das Spiel mit viel Tempo zu spielen, sind dann aber in Hektik verfallen. Das haben wir alles in der Halbzeitpause angesprochen. Was dann in der zweiten Halbzeit passiert ist, damit bin ich sehr zufrieden. Wir waren von Beginn an emotional richtig eingestellt und haben uns über den Kampf wieder zurück ins Spiel gespielt. Wir haben es geschafft, das dritte Malt in Folge unter 25 Gegentore zu bleiben. Es wurde wieder sehr gut gedeckt und wir hatten wieder einmal gute Unterstützung aus dem Tor. Im Angriff hätten wir mehr Bälle reinmachen müssen und uns viele Fehler sparen können. Aber es ist nicht genug Zeit, um zurückzuschauen, denn das nächste Spiel in Mannheim ist schon am Donnerstag. Ich wünsche Jaron und den Füchsen alles Gute für die weiteren Spiele.“

SC DHfK Leipzig gegen Füchse Berlin 24:24 (10:13)

SC DHfK Leipzig: Saeveras, Birlehm; Larsen (1), Weber (6), Mamic (2), Wiesmach, Binder (6), Gebala, Krzikalla (8/4), Remke, Meyer-Siebert, Milosevic (1), Esche, Szeles

Füchse Berlin: Milosavljev; Wiede (1), Holm (1), Andersson (7), Lindberg (3/1), Michalczik (3), Matthes (3), Vujovic (2), Marsenic (3), Drux (1)

Siebenmeter: Leipzig 4/4, Füchse 1/2

Zeitstrafen: Leipzig 10 Min, Füchse 4 Min

Rote Karte: Holm (Füchse/ 18. Min)

Zuschauer: 2041 Handballfans in der QUARTERBACK Immobilien ARENA

Schiedsrichter: Schulze/Tönnies

Erstellt von JW

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