„Modellprojekt Sportveranstaltungen“ startklar!
Archivfoto von einem Testspiel des SC DHfK Leipzig im Sommer 2020. Foto: Karsten Mann

Bezugnehmend auf Paragraf 8g der SächsCoronaSchVO vom 5. März 2021 beabsichtigen die Stadt Leipzig, RB Leipzig, der SC DHfK Handball, die Infektiologie des Universitätsklinikums Halle und die ZSL Betreibergesellschaft mbH ein Modellprojekt „Sportveranstaltungen mit Besuchern in Leipzig“. Ziel ist es, die genehmigten und erprobten Hygienekonzepte der Leipziger Veranstaltungsstätten Red Bull Arena und QUARTERBACK Immobilien ARENA um die massentaugliche Testung von Besuchern zu erweitern. Lockerungen sind aufgrund der steigenden Infektionszahlen nicht absehbar. Aber wie für die Zeit danach die Rückkehr zum normalen Leben vorbereitet werden kann, soll bereits jetzt mit diesem Modellprojekt untersucht werden. Es geht darum, wie für alle Branchen ein infektionsfreier Veranstaltungsbesuch mit dem Pandemiegeschehen einhergehen kann.

Die Planungen hierfür laufen seit mehr als zwei Wochen auf Hochtouren. Nach einer Einladung des SC DHfK Handball fand das erste Treffen der Arbeitsgruppe Modellprojekt am 7. März beim Bundesligaspiel zwischen dem SC DHfK Handball und dem TVB Stuttgart statt. Beim gestrigen Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen konnten bereits erste Probeläufe für das Pilotprojekt durchgeführt werden. Aufbauend auf den Erkenntnissen der Studie Restart-19 simulierten 50 Helfer des Vereins die Abläufe und durchliefen vor Einlass eine Teststation im Foyer der QUARTERBACK Immobilien ARENA. Erst nach negativem Covid-19-Test durften die Probanden die ARENA betreten.

Karsten Günther, Geschäftsführer SC DHfK Handball: „Wir wollen diese Chance nutzen, um zu zeigen, wie eine verantwortungsvolle Rückkehr von Zuschauern aussehen und damit auch Öffnungen für andere Bereiche des öffentlichen Lebens im Zusammenspiel mit Teststrategien und digitalem Besuchertracing möglich werden kann. Aufbauend auf den Erkenntnissen von Restart-19 bündeln wir hier am Sportforum die Kräfte und ich freue mich sehr über die Rückendeckung durch unsere Stadt. Allerdings steht die endgültige Genehmigung durch den Freistaat Sachsen noch aus. Wir hoffen auf eine mutige Entscheidung zu Gunsten aller betroffenen Branchen, um ab 1. April mit unserem Pilotprojekt starten zu können.“

„Ein Jahr nach Beginn der Pandemie fehlen uns in Deutschland immer noch wichtige praxistaugliche Daten: Wer steckt sich wo wie an? Und wie können Konzepte aussehen, mit denen auch unter Pandemie-Bedingungen Menschen Sport- oder Kulturveranstaltungen besuchen können?“, sagt Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung. „Daher beteiligen wir uns an diesem Modellprojekt, das der Freistaat ins Leben gerufen hat. Wir müssen Antworten auf diese Fragen finden, nur so können wir den Menschen eine Perspektive aus der Pandemie heraus aufzeigen.“

„Die wissenschaftliche Begleitung fokussiert sich auf die Machbarkeit sowie die Detektion von Schwachpunkten und Entwicklungsbedarf“, erläutert Dr. Stefan Moritz, Leiter der Infektiologie des Universitätsklinikums Halle (Saale). „Darüber hinaus soll geprüft werden, ob die Daten zusätzliche Informationen über das Infektionsgeschehen liefern. Untersucht werden zudem die Testqualität im Kontext eines Veranstaltungsbesuches, die Digitalisierung und Automatisierung analoger Prozesse im Zusammenhang von Massentestungen sowie Digitalisierung der Datenübermittlung an das Gesundheitsamt.“

„Wir freuen uns abermals ein spannendes Projekt starten zu können“, sagt Matthias Kölmel, Geschäftsführer ZSL Betreibergesellschaft mbH. „Die Veranstaltungsbranche ist seit über einem Jahr im Dunklen – auf Sicht sollen die Impfungen wieder Helligkeit bringen. Doch auf dem Weg dorthin müssen Erfahrungen gesammelt werden, wie in Zeiten einer Pandemie, Veranstaltungen stattfinden können. Diese Erfahrungen haben wir mit Restart-19 gesammelt und werden nun zusammen mit unseren Partnern aus dem Sport und der Stadt weitere Erkenntnisse durch die Untersuchung von Veranstaltungen sammeln.“

Ulrich Wolter, Direktor Operations RB Leipzig: „Wir vermissen unsere Fans und wollen mit dem Modellprojekt zeigen, dass durch gute Testmodelle die Rückkehr zu einem gesellschaftlichen Leben möglich gemacht werden kann.“

Zudem soll die dadurch generierte Stichprobe für die Klärung von infektionsepidemiologischen Fragen genutzt werden. Die Sicherstellung der Vorgaben bilden den wesentlichen Kern der Untersuchung: Durch das vom 1. April bis voraussichtlich Ende Juni terminierte Modellprojekt sollen Wege eruiert werden, wie ausschließlich Covid-19 negative Personen die Veranstaltungsstätten betreten können. In Bezug auf den Baustein Testung sollen analoge Prozesse digitalisiert und automatisiert werden.

Das Modellprojekt soll sich nicht auf eine einmalige Untersuchung beschränken, vielmehr beabsichtigen die Projektbeteiligten die verbleibenden Heimspieltage ihrer jeweiligen Bundesliga-Rückrunden (Saison 2020/2021) in diesem Format durchzuführen. Der Auftakt der Untersuchung ist für den 24. Spieltag der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga am 1. April, 19 Uhr bei dem Spiel SC DHfK gegen den HC Erlangen in der QUARTERBACK Immobilien ARENA mit einer geplanten Besucherzahl von bis zu 1.000 vorgesehen. Es soll dann der 27. Spieltag der Fußball-Bundesliga am 3. April, 18:30 Uhr mit dem Spiel RB Leipzig gegen den FC Bayern München in der Red Bull Arena mit einer geplanten Besucherzahl von max. 1.000 folgen.

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