SC DHfK kann den Vereinsweltmeister nicht stürzen
Foto: Klaus Trotter

Die Handballer des SC DHfK Leipzig haben am Sonntagnachmittag eine große Überraschung klar verpasst. Beim frisch gebackenen Vereinsweltmeister SC Magdeburg waren die Sachsen zwar in der Anfangsviertelstunde die bessere Mannschaft, konnten diese Leistung aber nicht über die gesamte Spielzeit auf die Platte bringen. Der SCM spielte vor 6.600 Handballfans seine enorme individuelle Klasse aus und gewann das Ostderby schlussendlich ziemlich deutlich mit 32:24 (14:11).

40 Sekunden waren gespielt, als Lucas Krzikalla das erste Tor des Tages erzielte. Direkt im nächsten Angriff legte Oskar Sunnefeldt nach und traf zum 0:2 für den Außenseiter aus Leipzig. Dann parierte Kristian Saeveras auch noch einen Siebenmeter gegen Omar Ingi Magnusson und Nachwuchs-Talent Mika Sajenev erhöhte mit dem ersten Bundesligator seiner Karriere auf 1:4. Die gut 150 Fans im Gästeblock waren nach diesem fantastischen Spielstart aus dem Häuschen und sorgten für einen Höllenlärm.

Der SC DHfK bekam auch wenige Minuten später die Gelegenheit, weiterhin mit drei Toren vorn zu bleiben, denn die Leipziger Deckung stand äußerst sicher, sodass Lukas Binder eine freie Konterchance bekam und das 3:6 vor Augen hatte. Allerdings war SCM-Keeper Nikola Portner zur Stelle. Nach dieser Glanztat übernahm Magdeburg allmählich immer mehr die Kontrolle über diese Begegnung. In der 12. Minute sorgte Christian O’Sullivan für den 5:5-Ausgleich, in der 16. Spielminute ging der Deutsche Meister durch Gisli Kristjansson erstmals in Führung (6:5).

DHfK-Coach André Haber reagierte mit einer Auszeit und wechselte unter anderem Neuzugang Matěj Klíma ein. Der Bundesliga-Debütant war auch prompt an einem sehr schön herausgespielten Treffer von Lukas Binder beteiligt. Nach dem 6:6-Ausgleich musste Leipzig dann allerdings etwas abreißen lassen, in erster Linie, weil die Grün-Weißen ihre Chancen nicht konsequent verwerteten und mehrfach durch unpräzise Pässe den Ballbesitz herschenkten. Auch über eine doppelte Überzahlsituation konnten sich die Leipziger nur bedingt freuen, denn nach einem Wechselfehler der Magdeburger erfolgte der Pfiff der Unparteiischen inmitten eines Wurfes von Simon Ernst, dessen Tor somit leider nicht zählte. Über die Stationen 8:6, 10:7 und 12:8 erarbeitete sich die Gastgeber eine 4-Tore-Führung. Immerhin konnte Luca Witzke kurz vor der Pause noch auf 14:11 verkürzen.

Dass ein Drei-Tore-Rückstand im Handballsport binnen weniger Minuten aufgeholt werden kann, ist hinreichend bekannt. Die DHfK-Handballer hatten jetzt noch 30 Minuten Zeit und glaubten durchaus noch an eine Wende – nicht zuletzt, weil die Magdeburger nach der Club-WM in Saudi-Arabien und dem Champions-League-Spiel in Ungarn mit einer sehr hohen Belastung in dieses Derby gingen. Doch wer glaubte, dem SCM könnte die Puste ausgehen, wurde schnell eines Besseren belehrt. Aus einem 18:15 in der 37. Spielminute machte Magdeburg bis zur 44. Minute eine 25:15. Neun Minuten musste der SC DHfK auf einen eigenen Treffer warten. Das Derby war somit eine Viertelstande vor Schluss bereits entschieden.

Die Leipziger brachten die Partie in den letzten 15 Minuten noch anständig zu Ende und ließen sich nicht aus der ausverkauften GETEC ARENA schießen. Trotz der klaren 32:24-Derbyniederlage nimmt der SC DHfK auch Positives mit aus diesem Handballnachmittag. Neben einer sehr guten Leistung in der Anfangsviertelstunde durften sich mit Matěj Klíma, Mika Sajenev und Staffan Peter gleich drei Leipziger über das erste Bundesligator ihrer Karriere freuen.

Schon in drei Tagen stehen die Grün-Weißen wieder auf der Platte. Ohnehin meint es in diesem Jahr der Spielplan im ersten Saisondrittel ziemlich knifflig mit dem SC DHfK Leipzig. Nach den beiden Duellen gegen die Spitzenteams aus Berlin und Magdeburg wartet am Mittwoch das dritte Spiel in zehn Tagen gegen ein Top4-Team der Bundesliga. Diesmal geht es allerdings im DHB-Pokal zur Sache, wenn der SC DHfK die Rhein-Neckar Löwen empfängt.

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André Haber (Trainer SC DHfK Leipzig):

„Herzlichen Glückwunsch an Magdeburg zum Sieg. Ich denke, dass wir heute gerade in der ersten Halbzeit, bis auf kleine Patzer, ein vernünftiges Spiel abgeliefert haben. Leider haben wir zu leicht Bälle verloren oder gute Chancen verschossen. Zu viele, um Magdeburg ernsthaft gefährlich zu werden. Anschließend sind wir in der zweiten Halbzeit leider komplett weggebrochen. Das tut natürlich weh und schmerzt.“

Bennet Wiegert (Trainer SC Magdeburg):

„Jetzt, nachdem wir zwei, drei Wochen kein Heimspiel hatten, hat es unheimlich Spaß gemacht, vor dieser Kulisse zu spielen. Man hat auch gemerkt, dass es doch etwas Besonderes ist, gegen Leipzig das Derby zu spielen. Ich hatte das Gefühl, dass Leipzig zu Beginn präsenter war als wir. Wie wir uns dann jedoch gesteigert haben, war wirklich gut. In der zweiten Halbzeit haben wir bombastisch verteidigt. Dem SC DHfK sind viele Fehler passiert, aus denen wir direkt in den Gegenanstoß gehen konnten. Ich bin froh, wie es heute ausgegangen ist. Dennoch haben wir in dieser Saison noch einen weiten Weg vor uns.“

Statistik:

SC Magdeburg gegen SC DHfK Leipzig 32:24 (14:11)

Tore SC Magdeburg: Kristjansson (5), Smits (5/2), Saugstrup (5), Mertens (4), Meister (3), Hornke (2), Weber (2), O´Sullivan (2), Bezjak (2), Magnusson (1), Damgaard (1)

Tore SC DHfK Leipzig: Sunnefeldt (4), Sajenev (3), Kristjánsson (3), Peter (2), Witzke (2), Matthes (2), Ivic (2), Binder (2), Krzikalla (2), Maric (1), Klima (1)

Schiedsrichter: Mirko Krag, Marcus Hurst

Zeitstrafe: SCM 6 Min, Leipzig 8 Min

Siebenmeter: SCM 2/3, Leipzig 0

Zuschauer: 6.600 Handballfans in der GETEC Arena

 

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