SC DHfK Leipzig holt endlich wieder zwei Punkte
Foto: Klaus Trotter

Die Handballer des SC DHfK Leipzig haben sich zurückgemeldet und nach fünf Niederlagen endlich wieder ein Bundesligaspiel gewonnen. Beim Tabellensechsten HSG Wetzlar zeigten die Grün-Weißen eine konzentrierte Leistung und waren über 60 Minuten die bessere Mannschaft. Daran änderte auch die Schlussphase nichts, in der die Leipziger eine komfortablere Führung verspielten. Der abschließende 24:27 (12:15)-Auswärtssieg wirkte wie ein Befreiungsschlag und macht große Lust auf das Heimspielfinale am kommenden Donnerstag, wenn der Deutsche Meister SC Magdeburg in Leipzig gastiert.

Schon in der ersten Halbzeit der Auseinandersetzung in der Buderus Arena Wetzlar präsentierten sich die DHfK-Männer im Vergleich zu den vergangenen Wochen wie ausgewechselt. Sie waren im Kopf einfach freier, wirkten lockerer und spielten deutlich unbekümmerter als zuletzt. So konnte der SC DHfK seine Stärken viel besser in Szene setzen und führte bereits nach sieben Spielminuten mit drei Toren (1:4).

Die Gastgeber aus Wetzlar nutzten anschließend eine Überzahlsituation, um wieder auf einen Treffer aufzuschließen. Dann ließ Sime Ivic auch noch einen Siebenmeter liegen, sodass die HSG die Chance zum Ausgleich bekam. Die Leipziger blieben allerdings ihrer Linie treu und ließen sich nicht verunsichern. Gregor Remke war wachsam, klaute den Ball und netzte zum 7:9, Gebala erhöhte vom Kreis auf 7:10.

Nach der bereits fünften Parade von Mohamed Essam El-Tayar, der heute über die komplette Spielzeit im Leipziger Kasten stand, war der SC DHfK sogar auf dem Weg zu einer 4-Tore-Führung. Luca Witzke wurde allerdings beim Wurfversuch gestoßen, blieb danach am Boden liegen und musste behandelt werden. Da Wetzlar für die Aktion nicht bestraft wurde, gelang der HSG im Gegenzug das nächste Tor. Leipzig leistete sich nun den einen oder anderen Fehler, zudem mussten die Sachsen nach Zeitstrafen gegen Gebala und Binder nun in doppelter Unterzahl agieren. Die Hausherren nutzten die Gunst der Stunde und hatten fünf Minuten vor der Halbzeitpause per Siebenmeter die Chance zum 11:11-Ausgleich. Mohamed El-Tayar blieb aber Sieger im Duell gegen Maximilian Holst – vielleicht eine Schlüsselszene dieser ersten Hälfte. Der SC DHfK zog nochmal das Tempo an und nahm schließlich einen 12:15-Vorsprung mit in die Kabine.

Die zweite Hälfte begann zunächst vielversprechend, denn Lukas Binder, mit sieben Treffern bester DHfK-Torschütze an diesem Abend, besorgte die erste 4-Tore-Führung. Doch prompt hatte Wetzlar mit einem 3:0-Lauf die passende Antwort, was Leipzigs Trainer André Haber beim Spielstand von 15:16 nach 36 Minuten zu einer Auszeit veranlasste.

In den Folgeminuten ließen zunächst Lucas Krzikalla und Maciej Gebala gute Gelegenheiten aus, um wieder auf drei Tore zu erhöhen – und dann kam auch noch Pech dazu. Lukas Binder traf die Unterkante der Latte und der Ball überquerte mutmaßlich um einige Zentimeter die Torlinie. Das Schiedsrichtergespann Tobias Tönnies und Robert Schulze hatte den Ball allerdings nicht im Tor gesehen, wodurch es weiterhin ein Kopf-an-Kopf-Rennen beider Mannschaften blieb.

Jetzt kam aber die beste Phase der Leipziger! Torhüter Mohamed Essam El-Tayar erzielte das erste Bundesligator seiner Karriere, Lovro Jotic legte ein traumhaftes Rückraumtor aus dem Handgelenk nach und Lukas Binder stürmte zum nächsten Tempogegenstoß auf das leere Tor. Der SC DHfK Leipzig führte nun mit 19:24 und hatte noch nicht genug. Erneut Lukas Binder sowie Marko Mamic vollstreckten zur komfortablen 7-Tore-Führung (19:26). Keine zehn Minuten waren noch auf der Uhr.

Trotz dieser beruhigenden Führung geriet Leipzig in den letzten Minuten noch einmal ins Wanken – die HSG Wetzlar erzielte fünf Tore nacheinander und war wieder auf zwei Treffer dran. Doch Mo El-Tayar packte noch eine spektakuläre Parade aus und Marko Mamic machte nach mehr als neun Minuten ohne Leipziger Treffer mit dem letzten Tor des Abends den Deckel auf dieses Spiel. Mit dem Auswärtssieg schieben sich die Leipziger bis auf einen Punkt an die HSG Wetzlar heran und haben jetzt richtig große Lust auf das Ostderby am Donnerstag vor voller Hütte gegen den SC Magdeburg. Resttickets für das große Heimspielfinale sind erhältlich unter https://tickets.arena-ticket.com/shop/114

André Haber (Trainer SC DHfK Leipzig): „Jeder kann sich vorstellen, dass wir über diese zwei Punkte unglaublich froh sind. Wir haben jetzt wirklich eine schlechte Zeit hinter uns, mit einigen schlechten Spielen. Zusammen haben wir viel versucht, um diese Negativ-Serie aus den Köpfen unserer Jungs zu bekommen, viel in eine gute Grundstimmung investiert, um gut vorbereitet in die letzten drei Spiele zu gehen und das ist uns nun gelungen. Mit etwas Match-Glück sind wir ins Spiel gestartet und hatten durch den konstanten Vorsprung eine Sicherheit, die man auch spüren konnte. Ich bin sehr stolz, dass wir das geschafft haben, gerade weil die Situation vor dem Spiel nicht gut war. Ich bin ebenfalls glücklich, dass wir nach wie vor aus einem vollen Kader schöpfen können, das hat uns mit Sicherheit geholfen. Den zwei verletzten Spielern der HSG Wetzlar wünsche ich gute Besserung!“

Ben Matschke (Trainer HSG Wetzlar): „Herzlichen Glückwunsch an Leipzig zu einem verdienten Sieg. Die Leipziger haben Anfang der zweiten Halbzeit sehr auf das Tempo gedrückt und wussten, dass wir nicht mehr viel wechseln konnten. Abgesehen davon: Wir schaffen es wieder nicht, in einem Heimspiel die vielen freien Chancen zu nutzen. Ich denke, wir konnten gute Durchbrüche erzielen, die Außen und Kreisläufer freispielen und enden aber mit 20 Fehlwürfen. Das ist einfach außergewöhnlich viel und tut weh, weil wir Leipzig eigentlich schlagen wollten.“

HSG Wetzlar gegen SC DHfK Leipzig 24:27 (12:15)

HSG Wetzlar: Komok, Suljakovic; Srsen (2), Nyfjäll (1), Ole Klimpke (1), Mirkulovski, Danner (2), Weiss-gerber (1), Holst (1/1), Fredriksen (1), Forsell Schefvert (4), Okpara, Mellegard (2), Rubin (8), Novak (1).

SC DHfK Leipzig: Saevaras, El-Tayar (1); Wiesmach, Ernst, Witzke (3), Krzikalla (4), Binder (7), Mamic (2), Jotic (2), Ivic (2), Remke (1), Sunnfeldt (2), Gebala (2), Milosevic (1), Esche, Hanemann

Strafminuten: Wetzlar 4 Min, Leipzig 8 Min

Siebenmeter: Wetzlar 1/2, Leipzig 0/1

Zuschauer*innen: 3.297

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