SC DHfK muss erste Saisonniederlage hinnehmen
Foto: Karsten Mann

Die Handballer des SC DHfK Leipzig grüßten nach vier Spieltagen überraschend von der Tabellenspitze der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga. Besonders mit dem Auswärtscoup bei den Rhein-Neckar Löwen hatten die Leipziger bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Nun ging es im Heimspiel gegen Göppingen darum, diese außerplanmäßigen Punkte zu vergolden. Auch wenn den Leipzigern ihren fantastischen Saisonstart keiner mehr nehmen kann, sollte die „Vergoldung“ am Donnerstagabend nicht gelingen. Nachdem die Zuschauerzahl einen Tag vor dem Heimspiel auf 999 reduziert werden musste, schafften es die DHfK-Männer nicht, an ihre Leistungen der ersten Spieltage anzuknüpfen. Mit 22:25 (9:12) mussten sich die Grün-Weißen am Ende geschlagen geben.

Schon in der Anfangsphase lief beim Tabellenführer wenig zusammen. Die Gäste aus Göppingen nutzten zwei Siebenmeter für ihre ersten beiden Treffer der Begegnung, Leipzig tat sich dagegen sehr schwer mit der unangenehmen Deckung des Gegners. Auch in der ersten Überzahlsituation fand der SC DHfK keine Lücke und leistete sich einen unnötigen Ballverlust. Zwar erlöste Patrick Wiesmach die Hausherren nach fünfeinhalb Minuten mit dem ersten Leipziger Treffer zum 1:2, doch die Unkonzentriertheiten zogen sich wie ein roter Faden durch den weiteren Spielverlauf.

Selbst der so sichere Siebenmeterschütze Lucas Krzikalla, nach dem 4. Spieltag mit 15 Treffern aus 15 Versuchen, der beste „Bestrafer“ der kompletten Liga, beschmutzte seine lupenreine Weste und scheiterte beim Zwischenstand von 1:4 an Gäste-Keeper Daniel Rebmann. Beim Spielstand von 3:7 für FRISCH AUF! Göppingen musste DHfK-Coach André Haber bereits nach 16 Minuten eine Auszeit nehmen.

Wer glaubte, dass die Leipziger anschließend die Kurve kriegen und zu ihrer breiten Brust zurückfinden, sah sich jedoch getäuscht. Der Angriffsmotor stockte dermaßen, dass bis zur 25. Spielminute lediglich sechs Tore für die Heimmannschaft auf dem Videowürfel aufleuchteten. 4:9 und 6:11 lauteten die weiteren Zwischenstände. Wenigstens unmittelbar vor dem Pausengong gab es nochmal einen Hallo-wach-Moment. Lukas Binder hatte in der letzten Sekunde vor dem Seitenwechsel auf 9:12 verkürzt und mit seinem Wurf aus spitzestem Winkel dafür gesorgt, dass sein Team mit einem wichtigen Erfolgserlebnis in die Kabine ging.

Nach Wiederanpfiff ein weiterer Hoffnungsschimmer: Niclas Pieczkowski brachte die Leipziger mit seinem ersten Saisontor wieder auf zwei Treffer heran. Allerdings wollte das Momentum nicht umschlagen. Mit einem traumhaften Kempa-Anspiel in Unterzahl, welches Sebastian Heymann per Heber in ein Tor ummünzte, zog Göppingen wieder auf 16:21 weg. Anschließend kam es noch dicker für die Leipziger, denn Lucas Krzikalla ließ einen weiteren Siebenmeter liegen und Lukas Binder verfehlte das leere Tor. Selbst die kühnsten Optimisten unter den 999 zugelassenen Zuschauern mussten realisieren, dass heute wohl leider nichts mehr drin ist für die DHfK-Männer.

Fast hätte sich dies als Trugschluss herausgestellt, denn nachdem Gregor Remke aufdrehte (drei Tore binnen zwei Minuten) und die Göppinger bei drei Siebenmetern in Folge nicht an Joel Birlehm vorbeikamen, wurde es doch nochmal richtig spannend! Zehn Minuten vor dem Ende stand es plötzlich nur noch 20:21 und Leipzig hatte obendrein noch den Ball erkämpft.

Philipp Weber verpasste aber den möglichen Ausgleich und nach einem postwendenden Gegentor lief Leipzig allmählich die Zeit davon. So konnten die Göppinger mit 22:25 ihren ersten Auswärtssieg der Saison unter Dach und Fach bringen. Für den SC DHfK Leipzig war es dagegen nach dem besten Saisonstart der Clubgeschichte die erste Saisonniederlage. An den Fans in der QUARTERBACK Immobilien ARENA hatte es jedenfalls nicht gelegen. „Ich war begeistert, dass 999 Fans trotzdem so eine mega Stimmung machen können“, bedankte sich Lucas Krzikalla nach dem Match.

Hartmut Mayerhoffer (Trainer FRISCH AUF! Göppingen):

„Ich bin erstmal sehr glücklich über den Sieg hier in Leipzig. Ich bin sehr zufrieden mit unserer Leistung und wie sich unsere Mannschaft über 60 Minuten präsentiert hat. Es war klar, wenn wir was in Leipzig holen wollen, muss alles passen. Man merkt, hier in Leipzig unter André passiert richtig was und hier wird richtig gute Arbeit geleistet. Es kam nicht von ungefähr, dass Leipzig auf Tabellenplatz eins war. Wir gehen mit 22 Gegentoren aus dem Spiel, das ist alles entscheidend. Wir wussten, dass wir das Tempospiel von Leipzig in Griff bekommen müssen, weil sie da ihre große Stärke haben. Dazu mussten wir in der Abwehr sehr präsent sein. Das sind die Dinge, die die Jungs um Jacob Bagersted überragend umgesetzt haben. Ich bin heute mit der Leistung sehr zufrieden, da es gegen eine sehr starke Mannschaft ging.“

André Haber (Trainer SC DHfK Leipzig):

„Herzlichen Glückwunsch an Hartmut und seine Mannschaft. Ich bin natürlich traurig. Ein Heimspiel zu verlieren, ist nie schön. Wir sind heute an einer guten Göppinger Deckung gescheitert und vor allem auch an uns selbst. Wir haben heute zu viele Dinge falsch gemacht, als dass wir die zwei Punkte verdient hätten. Das hat mir nicht gefallen. Wir waren eigentlich der Überzeugung, dass wir ungeschlagen bleiben können. Dass wir dann auch noch zu Hause vor unseren Fans verlieren, die wieder eine tolle Stimmung machen, ist doppelt bitter. Wir konnten es heute auf der Platte nicht zurückgeben. Zwar hatten wir in der zweiten Hälfte noch eine gute Phase, nachdem wir schon fast tot waren. Da kamen dann aber Kleinigkeiten zusammen, die dafür gesorgt haben, dass Göppingen als Sieger aus dem Spiel geht.“

SC DHfK Leipzig gegen FRISCH AUF! Göppingen 22:25 (9:12)

SC DHfK Leipzig: Saeveras, Birlehm; Binder (5), Remke (3), Krzikalla (3/3), Larsen (2), Weber (2), Mamic (2), Wiesmach (2), Milosevic (2), Pieczkowski (1), Gebala, Esche, Roscheck

FRISCH AUF! Göppingen: Rebmann, Kastelic; Schiller (6), Smarason (5), Kozina (5), Heymann (2), Hermann (2), Theilinger (1), Bagersted (1), Rentschler (1), Ellebaek (1), Zelenovic (1), Neudeck, Goller

Siebenmeter: Leipzig 3/5, Göppingen 4/7

Zeitstrafen: Leipzig 8 Min, Göppingen 10 Min

Zuschauer: 999 Handballfans in der QUARTERBACK Immobilien ARENA

Schiedsrichter: Loppaschewski/Blümel

Erstellt von JW

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