Alfred Gislason hat die ersten Weltmeisterschaftspunkte als Bundestrainer eingefahren: Mit dem 43:14 (16:4) gegen Uruguay gelang der deutschen Mannschaft am Freitag ein Start nach Maß, wobei die „Urus“ in deren allerersten WM-Spiel überhaupt aber auch nur selten ein echter Gradmesser waren. Einzig Torwart Felipe Gonzalez wird sich ewig an diese Partie erinnern, denn vor allem vor der Pause wehrte er sensationelle 37 Prozent der deutschen Würfe ab.
Am Sonntag (18 Uhr live in der ARD und bei sportdeutschland.tv) steht das zweite deutsche Vorrundenspiel gegen Kap Verde an, am Dienstag folgt um 20.30 Uhr (live im ZDF und bei sportdeutschland.tv) das Spitzenspiel gegen Ungarn. Die ersten drei Mannschaften jeder Gruppe ziehen in die Hauptrunde ein.
Der Kantersieg war der 21. deutsche Erfolg in einem 25. WM-Auftaktspiel, der viertdeutlichste Sieg in der WM-Geschichte und der zweitdeutlichste Erfolg in einem WM-Eröffnungsspiel. Der bislang klarste Erfolg war auch der deutlichste WM-Sieg in der DHB-Geschichte, das 46:4 im Auftaktspiel der WM 1958 gegen Luxemburg.
Bester deutscher Werfer war Rechtsaußen Timo Kastening mit neun Treffern allesamt nach der Pause, genau wie die fünf Treffer von Linksaußen Marcel Schiller. Im Tor hatten Silvio Heinevetter und Johannes Bitter den Vorzug vor Andreas Wolff erhalten, der sich das Spiel von der Tribüne der Hassan-Moustafa-Arena von Gizeh anschaute. Die deutsche Mannschaft führte schnell 3:0, hatte dann aber leichte Ladehemmungen im Angriff, vergab sehr viele Chancen gegen Gonzalez. Es dauerte bis zur 22. Minute, ehe der zehnte Treffer (zum 10:3) gelang.
Nach 29 Minuten war der Vorsprung dann auch zweistellig beim 14:4 - und die letzten beiden Treffer vor der Pause waren dann sogar noch mehr oder weniger historisch: Das 15:4 war das 300. Länderspieltor von Tobias Reichmann in seinem 96. Internationalen Einsatz. Mit dem 16:4, das den Halbzeitstand markierte, wurde Kapitän Uwe Gensheimer zum deutschen WM-Rekordtorschützen - mit nun 174 Treffern bei seiner nun fünften Weltmeisterschaft hat er den bisherigen Spitzenreiter Florian Kehrmann (173 Treffer) überholt. Und ein weiteres Tor zuvor war reif für die Geschichtsbücher: Das 12:4 von Juri Knorr war das erste WM-Tor eines deutschen Spielers, der in diesem Jahrtausend geboren wurde.
Nach der Pause setzten sich Gislasons Wechselspiele fort, alle Spieler erhielten ihre Einsatzzeiten, es wurde viel rotiert - dennoch war beim 27:7 in der 43. Minute der Vorsprung auf 20 Tore angewachsen. Der uruguayische Widerstand war gebrochen, die deutsche Mannschaft spielte ihre Erfahrung und physischen Vorteile in allen Belangen aus. Vor allem Kastening gelangen Treffer am laufenden Band.
In Gizeh: Deutschland - Uruguay 43:14 (16:4)
Deutschland: Bitter, Heinevetter; Häfner, Böhm (2), Drux, Kühn (4), Knorr (4), Michalczik (2), Weber (1), Schmidt (5), Gensheimer (3), Schiller (5/1), Kastening (9), Reichmann (3), Firnhaber (3), Golla (2)
Uruguay: Navarrete, Gonzalez; Cancio (2), Velazco, Botejara, Fabra, Falabrino (1), Morandeira (3/1), Spangenberg, Millan, Rostagno (2/1), Rubbo (1), Goyoaga (2), Chaparro (1), Liston (1), Mendez (1)
Schiedsrichter: Lopez Grillo/Lenci (Argentinien) - Zeitstrafen: Deutschland 8 Minuten (Böhm/4, Schmidt, Knorr) - Uruguay 4 Minuten (Fabra, Cancio)
Auch die weiteren WM-Teilnehmer des SC DHfK holen Punkte
Neben Philipp Weber mit der deutschen Nationalmannschaft haben auch die anderen vier WM-Teilnehmer des SC DHfK Leipzig die ersten Punkte beim Turnier eingefahren. Alen Milosevic gewann mit der Schweiz das Auftaktspiel gegen Österreich mit 28:25, Maciej Gebala und seine Polen waren mit 30:28 gegen Tunesien erfolgreich und das kroatische Team um Marko Mamic trennte sich gegen Japan mit einem Unentschieden.
Torhüter Krsitian Saeveras, der sich mit Norwegen im ersten Spiel gegen Frankreich noch mit 24:28 geschlagen geben musste, hat am zweiten Spieltag das erste Erfolgserlebnis gefeiert. Im direkten DHfK-Duell gegen Alen Milosevic und die Schweiz setzte sich Norwegen mit 31:25 durch. Leipzigs Kapitän Alen Milosevic zeigte allerdings ein richtig starkes Spiel und setzte sich mit insgesamt 7 Treffern mit allen Kräften zur Wehr.
In einer Nacht-und-Nebel-Aktion reisen die Schweizer Handballer doch noch zur WM in Ägypten. Sportlich haben sich die Schweizer Handballer nicht für die WM in Ägypten qualifiziert. Tschechien und die USA ziehen sich jedoch infolge zahlreicher Coronafälle zurück, die Schweiz rückt damit nach und reist wohl am Donnerstag nach Kairo.
Am gleichen Tag der Anreise steht das erste Gruppenspiel gegen Österreich auf dem Programm. Im weiteren Verlauf der Gruppenphase treffen die Schweizer auf die Spitzenmannschaften Frankreich und Norwegen. Mit Norwegen trifft Alen Milosevic, der Kapitän des SC DHfK Leipzig, auf seinen Mannschaftkameraden Kristian Saeveras.
Somit ist der Schweizer Alen Milosevic, neben Philipp Weber (Deutschland), Marko Mamic (Kroatien), Kristian Saeveras (Norwegen) und Maciej Gebala (Polen), der fünfte Spieler des SC DHfK Leipzig, der an der Weltmeisterschaft in Ägypten teilnehmen wird.
Parallel zur bevorstehenden Handball-Weltmeisterschaft in Ägypten lud DHfK-Cheftrainer André Haber seine Spieler am Montag zur ersten Trainingseinheit des Jahres 2021. Zu Beginn legt Haber den Fokus auf das Athletik-Training, möchte aber auch sehr zeitnah Einheiten mit dem Ball einbringen. „Wir haben dafür jetzt genügend Zeit. Ich freue mich auf die vier Vorbereitungswochen“, so der 34-Jährige. Im Plan stehen Trainingseinheiten in Leipzig sowie mehrere Testspiele, die über den athletischen Zustand der Spieler und die spielerischen Abläufe in der Mannschaft mehr Aussagen geben können. „Wir sind mit Testspielen ausgestattet, so dass wir alles, was wir uns handballerisch erarbeiten, auch in die Erprobung bringen können,“ sagt André Haber mit dem Blick auf die kommenden Wochen.
Zu Beginn der Wintervorbereitung kann der Leipziger Cheftrainer auf alle Profis zurückgreifen, ausgenommen der WM-Teilnehmer Philipp Weber (Deutschland), Marko Mamic (Kroatien), Maciej Gebala (Polen) und Kristian Saeveras (Norwegen) sowie Kapitän Alen Milosevic, der nach einem Lehrgang mit der schweizer Nationalmannschaft noch ein paar freie Tage genießen darf und zum Ende dieser Woche wieder zum SC DHfK stößt. Auch die lange verletzten Spieler Luca Witzke, Bastian Roscheck und Maximilian Janke werden in der Vorbereitungsphase nach und nach an das volle Mannschaftstraining herangeführt. Alle drei könnten bei den geplanten Testspielen wieder in den Wettkampfmodus zurückkehren. Zum Zustand der Rückkehrer äußerte André Haber: „Ich habe große Hoffnung, dass Bastian Roscheck und Luca Witzke sehr schnell und nachfolgend auch Max Janke einsteigen können und schon zu den Testspielen einsatzfähig sind.“
Die vier Nationalspieler, die sich diese Woche nach Ägypten begeben, stehen dem Trainer erst nach der Weltmeisterschaft wieder zur Verfügung. Für Philipp Weber lief die Vorbereitung auf das internationale Turnier sehr erfolgreich. Er gewann zusammen mit dem DHB-Team 36:27 (in Graz) und 34:20 (in Köln) gegen Österreich. Damit ist die deutsche Nationalmannschaft sicher für die Europameisterschaft qualifiziert. Maciej Gebala konnte mit der polnischen Nationalmannschaft ebenfalls zweimal (29:24 und 35:24) in der EM-Qualifikation gegen die Türkei gewinnen. Das norwegische Team mit Kristian Saeveras duellierte sich in der WM-Vorbereitung zweimal mit Titelverteidiger Dänemark. In zwei Spielen auf Augenhöhe gab es eine 28:31-Niederlage sowie einen 36:34-Sieg. Marko Mamic und das kroatische Team konnten vor der WM nur einen Test absolvieren. Mit einem 31:28-Erfolg gegen Spanien im Gepäck reist der Rückraumspieler nach Ägypten.
Zur Weltmeisterschaft 2021 hat sich die Geschäftsstelle des SC DHfK Handball wieder etwas einfallen lassen, damit das Event für alle Leipziger Handballfans trotz geltender Hygieneregeln und Ausgangsbeschränkungen zu einem gemeinsamen Erlebnis werden kann. Informationen zu dieser Aktion folgen in einem Pressegespräch am Donnerstag.
Geplante Termine in der Wintervorbereitung:
21.01.2021 Testspiel gegen EHV Aue
24.01.2021 Peugeot Cup – Vorbereitungsturnier in Dessau
29.01.2021 Testspiel gegen EHV Aue
31.01.2021 Testspiel gegen HC Elbflorenz 2006
Die notwendigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie haben leider nicht nur leere Zuschauerränge in der QUARTERBACK Immobilien ARENA zur Folge, sondern betreffen auch den gesamten Nachwuchsbereich des SC DHfK Handball sowie alle anderen Nachwuchsleistungszentren des Leistungssports. Deshalb musste sich Nachwuchskoordinator Matthias Albrecht für die Jugendmannschaften ein neues Konzept ausdenken, mit dem er den Zusammenhalt stärken, die Fitness erhalten und auch den pädagogischen Ansprüchen weiterhin gerecht werden kann.
Zuallererst bekamen alle Jugendspieler einen Trainingsplan aus dem Bereich Athletik in die Hand, den jeder individuell zu Hause umsetzen konnte. Einige der Trainingseinheiten wurden digital von Athletiktrainer Hagen Pietrek geleitet, zu der sich die Nachwuchsspieler online mit ihm zur Trainingseinheit trafen. Um die mentale Stärke der Spieler zu festigen, wurden zusätzlich Einheiten mit dem Teampsychologen Henning Thrien umgesetzt, die für die Weiterentwicklung der Nachwuchstalente ebenso essenziell sind.
Als Teambuilding-Maßnahmen wurden verschiedene Teamveranstaltungen durch die Trainer der Handball Akademie organisiert, in denen sich die Jugendlichen regelmäßig virtuell trafen und Zeit miteinander verbracht haben. Beim Online- Quizzen und bei Gesellschaftsspielen am PC konnten sie sich miteinander messen und passend zur Weihnachtszeit wurde auch virtuell zusammen gebacken und gekocht. Und natürlich haben die Trainer mit den Nachwuchsspielern zusammen alle Auswärtsspiele der Bundesligaprofis angeschaut, bei denen die Jugendspielern selbst zu Kommentatoren wurden.
Matthias Albrecht (Nachwuchskoordinator & Cheftrainer der Handball-Akademie SC DHfK Leipzig):
„Für uns war es sehr wichtig, auch in dieser Zeit regelmäßig Kontakt zu den Jungs zu haben. Deswegen haben wir neben den virtuellen Trainingseinheiten auch Onlinemannschaftssitzungen abgehalten. Dort ging es aber in erster Linie um den Spaß, wo die Jungs u.a. gemeinsam gekocht oder auch verschiedene Spiele gemacht haben. In der aktuellen Situation können wir uns zwar nicht persönlich treffen, aber wir wollen die vorhandenen Medien nutzen, um uns zu sehen und uns auszutauschen. Es ist einfach wichtig, dass wir in dieser Zeit Kontakt zueinander halten.“
Im Eiltempo zum EM-Ticket: Als erster der 32 Qualifikationsteilnehmer hat sich die die deutsche Mannschaft für dien EHF EURO 2022 in Ungarn und die Slowakei qualifiziert. Das 34:20 (19:5) am Sonntag in Köln gegen Österreich war der vierte Sieg im vierten Qualifikationsspiel – und der perfekte Rückenwind für die am Mittwoch beginnenden Weltmeisterschaft in Ägypten, wo die DHB-Auswahl am Freitag gegen Uruguay (18 Uhr, live in der ARD) startet.
Der Erfolg in Köln war zudem der 18. Sieg in Folge in einem EM-Qualifikationsspiel und das 34:20 der vierhöchste Sieg über Österreich im 36. Spiel.. Überragend waren die beiden Torhüter Andy Wolff und Silvio Heinevetter. Bester Werfer war ausgerechnet Debütant Antonio Metzner vom HC Erlangen, der fünf Tore erzielte.
Nach dem ungefährdeten 36:27 (22:16) -Sieg in Graz gegen Österreich bestreitet die deutsche Männer-Nationalmannschaft heute um 18:10 Uhr ihr Rückspiel und somit auch den letzten Test vor der Handball WM in Ägypten. Zu sehen ist das Spiel im Free-TV auf ARD. In der EM-Qualifikation warten in den Rückspielen Bosnien-Herzegowina am 28.04.21 und Estland am 02.05.21 auf die DHB-Handballer.
Nach den zwei Spielen gegen Österreich muss die deutsche Nationalmannschaft am Dienstag, den 12.01.21, um 10 Uhr morgens nach Gizeh reisen. Damit bleiben dem Trainerteam nur noch zwei Tage zur Vorbereitung im Gastgeberland auf das Spiel gegen Uruguay. Die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft ist damit deutlich kürzer als vor den vergangenen internationalen Turnieren. "Es ist viel zu wenig Zeit. Es ist umso schwerer, weil wir unser gewohntes Gerüst nicht mehr haben, vor allem in der Defensive. Das größte Kopfzerbrechen bereitet mir die Abwehr", sagt der Cheftrainer Gislason zur dezimierten Turniervorbereitung.
Die Handball-Weltmeisterschaft startet am 13.01.2021 mit dem Auftaktspiel des Gastgebers Ägypten gegen Chile um 18:00 Uhr. In der Gruppe A trifft die deutsche Nationalmannschaft auf Kap Verde, Uruguay und Ungarn. Den Auftakt macht dabei das Team aus Südamerika. Anwurf der Begegnung Deutschland – Uruguay ist am 15.01.2021 um 18:00 Uhr.
Mit einem ungefährdeten 36:27 (22:16)-Sieg in Graz gegen Österreich ist die deutsche Männer-Nationalmannschaft ins Länderspieljahr 2021 gestartet und hat ihre Erfolgsserie in der EM-Qualifikation fortgesetzt. Durch den Erfolg führt das Team von Bundestrainer Alfred Gislason die Gruppe 2 mit dem Optimum von 6:0 Punkten an, Österreich ist mit nun 2:2 Zählern Zweiter vor Estland und Bosnien-Herzegowina (beide noch punktlos). Erfolgreichster DHB-Werfer am Mittwoch war Linksaußen Marcel Schiller mit elf Toren Toren, sein Länderspieldebüt gab der Erlanger Sebastian Firnhaber.
Schon zur Pause hatte die deutsche Mannschaft mit einem 22:16-Vorsprung die Weichen auf Sieg gestellt. Im 35. Länderspiel der beiden Nachbarn war es der 30. Sieg einer deutschen Auswahl. Mit einem weiteren Erfolg im Rückspiel gegen Österreich am Sonntag in Köln (18.10 Uhr, live in der ARD) hätte die deutsche Mannschaft vor dem Abflug zur Weltmeisterschaft nach Ägypten bereits das Ticket für die EHF EURO 2022 in Ungarn und der Slowakei gebucht.
Dabei hatte Gislason nicht auf seine beste Formation zurückgreifen können: Moritz Preuß spielte wegen Schmerzen im Knie nach einem Zusammenprall im Training nicht, Marian Michalczik hatte die Reise nach Graz wegen einer Augenverletzung nicht angetreten. Daneben verzichtete der Bundestrainer aus seinem 20er-Kader auf Silvio Heinevetter, Christian Dissinger und Antonio Metzner.
Nach einem ausgeglichenen Beginn fand sich die neuformierte Abwehr der deutschen Mannschaft um Johannes Golla und Sebastian Firnhaber immer besser. Im Angriff war es zunächst die rechte Seite mit Timo Kastening und Kai Häfner, die für die Tore sorgte. Bis zum 14:13 aus deutscher Sicht blieben die Gastgeber am 43. Geburtstag ihres Nationaltrainers Ales Pajovic dran, dann setzte sich die DHB-Auswahl konsequent und dank einer hohen Angriffseffektivität zum Pausenstand von 22:16 ab. Vor allem Linksaußen Schiller, der den Vorzug vor Uwe Gensheimer erhielt, traf in dieser Phase nach Belieben.
„Wir haben in der ersten Hälfte im Angriff schon flüssig gespielt und auch meistens effizient abgeschlossen. Mit 22 Toren in 30 Minuten können wir sehr zufrieden sein. Anfangs hatte unsere Abwehr den österreichischen Angriff nicht stoppen können, aber das lief dann auch besser. Eine Sechs-Tore-Führung zur Pause eines EM-Qualifikationsspiels ist aller Ehren wert“, meinte DHB-Sportvorstand Axel Kromer in der Halbzeit in Graz.
In der zweiten Hälfte wechselte Gislason dann auch im Tor, für Andreas Wolff kam Johannes Bitter zwischen die Pfosten - beide konnten in Graz überzeugen. Aber mit dem Neustart im Allgemeinen war der Bundestrainer nicht zufrieden, nahm nach acht Minuten beim Spielstand von 24:21 seine Auszeit. Und vor allem der Göppinger Schiller hatte verstanden, das 27:23 war bereits der achte Treffer des Linksaußen. Mit seinem siebten Siebenmetertreffer sorgte Schiller beim 31:25 für die Vorentscheidung. Zudem brachte sich der Jüngste im Team, der 20-jährige Spielmacher Juri Knorr, sehr gut in die Mannschaft ein. Neun Minuten vor Schluss sorgte Debütant Firnhaber beim 36:26 sogar für die erste Zehn-Tore-Führung der deutschen Mannschaft.
Am Donnerstag reisen beide Mannschaften gemeinsam nach Deutschland, kommende Woche geht es für beide dann im gleichen Flieger zur WM nach Ägypten, wo sowohl Deutschland als auch Österreich ihre Vorrundenspiele - in unterschiedlichen Gruppen - in Gizeh bestreiten.
Philipp Weber ist bei der Nationalmannschaft angekommen und freut sich auf die Handball-Weltmeisterschaft in Ägypten. Es wird in vielerlei Hinsicht ein interessantes Turnier werden. Das liegt nicht nur an der Corona-Pandemie, die das Geschehen bestimmen wird, es werden auch erstmals 32 anstatt 24 Nationen um die Krone im Welthandball kämpfen. Im Sport-im-Osten-Talk sprach Philipp Weber über…
Angst vor Corona?
Weber selbst sieht die Gefahr einer Ansteckung eher gering und lobt die Organisation des Trainingslager mit der DHB-Auswahl: "Wir haben hier beste Bedingungen für unsere Vorbereitung." Einige Spieler hatten der Nationalmannschaft im Vorfeld der WM aber bereits abgesagt, aus verschiedenen Gründen in Zusammenhang mit der Pandemie. "Es gibt da, denke ich, kein richtig oder falsch. Das muss jeder Spieler für sich entscheiden. Alle Spieler, die hier sind und mit nach Ägypten kommen brennen für die Aufgabe, und das ist das Wichtigste", so Weber.
Lösbare Gruppe
Deutschland ist in Gruppe A mit Ungarn, Uruguay und Kap Verde vertreten. "Uruguay und Kap Verde sind zwei Unbekannte für uns, da müssen wir gut vorbereitet sein. Aber das sollte machbar sein", erklärt der 28-Jährige. Ungarn dagegen ist schon ein anderes Kaliber. "Das wird ein schweres Duell und geht es mit Sicherheit um den Gruppensieg." Die Ungarn sind am 19. Januar der letzte Gegner in der Gruppenphase für das DHB-Team.
Zuschauer werden vor Ort sein
In Ägypten planen die Organisatoren, die Hallen mit ca. 30% der Kapazitäten auszulasten. "Absolut Lust" hat Weber auf diese Maßnahme. "Jeder Sportler freut sich immer vor Publikum zu spielen und so sei es auch bei uns im Team", erklärt Weber mit einem Lächeln.
Stimmt die Form im Team?
Da das Team relativ neu zusammengewürfelt ist, seien die Karten nach Meinung des Leipzigers noch "völlig offen". "Wir haben ein sehr ausgeglichenes Team, aber wenn ich persönlich das Niveau der EM wieder an den Tag legen kann, das kann ich der Mannschaft schon sehr weiterhelfen."
Das gesamte Interview mit Nationalspieler Philipp Weber findet man in der MDR Mediathek.
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2020 war
ein völlig verrücktes Jahr!
Wir haben uns viel zu selten gesehen,
mussten neue und unbekannte Wege gehen,
haben bei jedem Schritt riesigen Rückhalt gespürt,
zusammen gekämpft, gelitten, gejubelt und nie lamentiert.
Wir haben geholfen, geforscht und den Weg geebnet für eine bessere Zeit,
und konnten mit heldenhafter Unterstützung auch dieses Jahr Gemeinsam Vorbild Sein!
Wir sagen
voller Stolz
Danke ! ! !
Von Sportjournalist Winfried Wächter:
Ein guter Freund von mir lebt seit einiger Zeit im Altersheim. Ihn zu besuchen, war 2020 ein Kapitel für sich, weil der Zutritt oft verwehrt wurde. Blieb das Telefon, und egal ob wir uns im Sommer - da war ja alles erlaubt - direkt gegenüber saßen - oder zuvor und danach telefonierten, stets lautete eine seiner ersten Fragen: „Wie geht‘s Prokop?“
Mein Freund heißt Rainer Baumann und ist 90 Jahre alt, er war früher erfolgreicher Fußballer bei den Chemikern in Leutzsch (Spitzname Röhre) und ist nach wie vor auch sehr am Handball interessiert. Erst recht wurde er es wieder, als die Leipziger unter Christian Prokop 2015 in die Bundesliga aufgestiegen sind. Dass Prokop Anfang Februar nach einer sehr ordentlichen EM als Bundestrainer entlassen wurde, beschäftigte Baumann das ganze Jahr über. Eine Antwort konnte ich ihm nie geben, weil ich nicht weiß, wie es Prokop geht. Natürlich hoffe ich, dass er die Enttäuschung inzwischen überwunden hat, einigermaßen jedenfalls. Und dass er in den Handball zurückkehrt, sobald wieder normale Zeiten eingezogen sind.
2020 war bekanntlich wenig bis nichts normal, die meisten werden den Schlusspfiff für dieses Jahr daher wohl nicht bedauern. Dem Handball wurde zunächst im Frühjahr die Rote Karte gezeigt, und im Herbst wurden die Zuschauer ausgeschlossen. Leere Ränge waren der Preis dafür, dass überhaupt gespielt werden durfte. Bei den Profis, wohlgemerkt. Amateuren und Nachwuchs blieben die Hallen schließlich ganz verwehrt, um ja die zweite Welle der Pandemie zu brechen. Die zweite Welle kannte ich bislang im Wesentlichen nur aus dem Handball, wenn nach dem ersten - erfolglosen - Konterläufer durch den oder die schnellen Nachrücker noch einmal Druck auf die Abwehr ausgeübt wird.
In dieser Hinsicht hat der SC DHfK in den letzten Monaten unter André Haber beachtliche Qualitäten entwickelt. Kein Gegner bekommt eine Ruhepause, er muss nach Ballverlust und selbst nach erfolgreichem Angriff mit sofort davonsprintenden Leipzigern rechnen. Leider konnten sie vor allem im letzten Spiel des Jahres gegen Flensburg diese Stärke nicht abrufen, verloren verdient und gehen somit als Sechster in die WM-Pause. Das klingt nicht schlecht, doch angesichts der Auftritte zuvor in Minden und den Pleiten in Stuttgart und Erlangen ist mit Blick auf die Tabelle unschwer zu erkennen, dass eine noch bessere Ausbeute möglich war. Die Widersprüche schienen unerklärlich und warfen Fragen auf.
Was der Mannschaft fehlte, war Konstanz - ohne natürlich verletzungs- und Corona-bedingte Ausfälle zu unterschlagen. Welches Potenzial in diesem Team steckt, hat es vor allem bei seinen Siegen in Mannheim gegen die Rhein-Neckar und zu Hause gegen Magdeburg gezeigt. Wenn die Mannschaft geschlossen agiert, nicht nur zwei oder drei Spieler ihre Normalform erreichen, kann sie jeden Gegner jedenfalls richtig ärgern und sogar schlagen. Diese Geschlossenheit wurde zu oft vermisst, wie auch die Quote der technischen Fehler oft viel zu hoch ausfiel. Da half es dann auch nicht, dass die Abwehr - so beim Spiel in Minden - durchaus überzeugte. In der Defensive liegt also nicht das Problem des SC DHfK. Es sind in erster Linie die einfachen Ballverluste, die in zu großer Zahl passieren und den Kontrahenten daher als unerwartete Geschenke präsentiert werden. Wenn es ab 6. Februar - zum Auftakt wartet allerdings der phänomenale neue Champions-League-Sieger THW Kiel - gelingt, diese Schwächen abzustellen, sollte vieles möglich sein. Weil ohnehin nicht anzunehmen ist, dass die Grün-Weißen ihre kämpferischen und emotionalen Tugenden vernachlässigen, die ihnen im Blut zu liegen scheinen.
Aber jetzt wird erst einmal die WM in Ägypten gespielt, deren Austragung auf große Vorbehalte stößt. Viel zu gefährlich sei ein solch großes Turnier in Zeiten einer Pandemie, sagen Kritiker. Wichtige deutsche Spieler haben daher ihre Teilnahme abgesagt. Der Handball brauche diese wichtige öffentliche Bühne, halten die Befürworter dagegen und vertrauen dem Hygienekonzept der Organisatoren. Nun ist es schwer vorstellbar, dass für die 32 Mannschaften während der WM eine solche Blase geschaffen werden kann, dass es zu keinen positiven Fällen kommen wird. In erster Linie werden die Partien also immer mit der Hoffnung begleitet, dass alles gut gehen möge, die richtigen Maßnahmen getroffen werden und alle Spieler wieder gesund nach Hause kommen. Zwischendurch werde ich mit meinem Freund Baumann die Spiele und die Lage telefonisch erörtern. Ich weiß, was er mich wieder fragen wird.