„Ich freue mich sehr, weiter Teil dieser tollen Mannschaft zu sein. Schon seit der Jugend bin ich ein Teil des SC DHfK und diese Vertragsverlängerung ist ein sehr großer Vertrauensbeweis von Seiten des Vereins. Ich werde alles dafür geben, dieses Vertrauen zurückzuzahlen und der Mannschaft zu helfen, weiterhin so erfolgreich zu sein“, so Gregor Remke. Der 21-Jährige durchlief seit der ersten Stunde, nämlich seit der Neugründung der Handballabteilung des SC DHfK Leipzig im Jahr 2007, alle Nachwuchsstationen des Vereins und gewann mit der Handball Akademie des SC DHfK im Nachwuchsbereich drei Deutsche Meisterschaften.

„Wir haben uns entschlossen, ab kommenden Sommer mit Neuzugang Martin Larsen und Eigengewächs Gregor Remke weiterzumachen. Beinahe zeitgleich haben wir die Anfrage aus Wetzlar erhalten, die auf dieser Position dringend Ersatz für den Portugiesen Joao Ferraz gesucht haben. Nach reiflichem Abwägen haben wir uns dafür entschieden, Viggo diese Tür zu öffnen und dem Wechsel zuzustimmen. Wir haben diese Entscheidung mit einem lachenden und weinenden Auge getroffen, denn Viggo ist ein beispielhafter Sportsmann mit einem vorbildlichen Charakter. Gleichzeitig gibt uns diese Situation aber auch die Chance, Gregor bereits in dieser Saison noch mehr in unsere Mannschaft einzubauen und trauen ihm diesen Schritt absolut zu“, so Geschäftsführer Karsten Günther.
„Ich bin sehr dankbar, wie wir über die letzten Monate mit Viggo zusammengearbeitet haben. Er hat hier seinen Charakter und seine sportlichen Fähigkeiten eingebracht und gut zu unserer Mannschaft gepasst. Ich glaube, es ist an der Stelle einfach fair, dass der Verein ihm entgegengekommen ist und ihm die Möglichkeit gibt, bei einem anderen Verein Fuß zu fassen. Sein Wechsel bedeutet aber natürlich auch für Gregor, der sich mittlerweile im zwölften Jahr bei uns im Verein befindet, eine schöne Chance auf Spielzeit in unserem Bundesligateam. Viggo wünsche ich für die Zukunft alles Gute und wir werden ihn schon beim Kräftemessen mit der HSG Wetzlar am 15.12. hier in Leipzig wiedersehen“, so Cheftrainer André Haber.
Viggó Kristjánsson war im Sommer dieses Jahres vom österreichischen Erstligisten SG INSIGNIS Westwien nach Leipzig gewechselt. In dieser Saison bestritt der 25-Jährige alle 13 Erstliga-Spiele für die Sachsen und erzielte dabei 18 Tore. Erst vor wenigen Tagen hatte der Linkshänder seine ersten beiden Länderspiele für die isländische Nationalmannschaft absolviert.
„Den Verantwortlichen des SC DHfK Leipzig um Geschäftsführer Karsten Günther und Trainer André Haber gebührt ein großes Dankeschön, dass sie unserer vielleicht etwas überraschenden Transferanfrage nach reiflicher Überlegung zugestimmt haben“, bedankt sich HSG-Geschäftsführer Björn Seipp.
„Ich habe die Zeit in Leipzig sehr genossen. Ich bin stolz darauf, dass ich für diesen Verein spielen durfte, denn der SC DHfK hat mir die Chance auf Bundesliga gegeben und ich wäre gern länger in Leipzig geblieben. Karsten Günther und André Haber haben mir aber in einem Gespräch mitgeteilt, dass Gregor in der kommenden Saison die zweite Position auf Halbrechts besetzen wird, was ich auch fair finde und vollkommen nachvollziehen kann. Als dann das überraschende Angebot aus Wetzlar kam, habe ich mich nach gründlicher Überlegung dazu entschlossen, dass ich die Chance gern ergreifen möchte, da diese Position bei der HSG nur einfach besetzt ist", sagt Viggó Kristjánsson, der in seinem Wechsel einen Vorteil für alle Beteiligten sieht.
"Ich finde, das ist sowohl für mich als auch für Gregor eine sehr gute Konstellation und auch für die Vereine Leipzig und Wetzlar eine Win-Win-Situation. Es wird noch eine ganz spannende Saison und ich freue mich auf die neue Aufgabe in Wetzlar, wünsche aber natürlich auch dem SC DHfK weiterhin viel Erfolg. Auch wenn es schade ist, dass ich jetzt weggehe, war die kurze Zeit beim SC DHfK einfach geil und ich freue mich, in einem Monat mit Wetzlar wieder hier zu spielen“, so der Isländer.
Es dauerte fünf Minuten, bis auch der hoch favorisierte Deutsche Meister von 2016 und 2017 seinen ersten Treffer erzielen konnte. Leipzig zeigte sich davon allerdings völlig unbeeindruckt und gab weiter den Ton an. Franz Semper knallte in den ersten acht Spielminuten drei Würfe aus dem Rückraum in den Gegnerischen Kasten, Jens Vortmann parierte einen Siebenmeter von Superstar Uwe Gensheimer und Philipp Weber legte nach. So musste Löwen-Trainer Kristján Andrésson beim Spielstand von 7:4 bereits ganz früh seine erste Auszeit nehmen und brachte zudem Torhüter Andreas Palicka anstelle von Mikael Appelgren.
Die taktische Maßnahme brachte zunächst kaum einen Effekt, denn Lukas Binder fing direkt den darauffolgenden Angriff ab und verwandelte den Konter, und auch Lucas Krzikalla zeigte beim ersten Siebenmeter für Leipzig keine Nerven und traf sicher zum 9:5. Fortan stabilisierte sich jedoch das Spiel der Gäste mehr und mehr. Bis zum Halbzeitpfiff konnten die Mannheimer den Rückstand Tor für Tor wettmachen und schafften in der 29. Spielminute den Anschlusstreffer zum 16:15. Die Löwen kamen sogar nochmal in Ballbesitz und konnten zwölf Sekunden vor der Sirene noch eine weitere Auszeit nehmen, um den Spielzug zum Ausgleichstor einzustudieren. Das Unterfangen scheiterte jedoch, sodass die Leipziger einen ganz knappen, aber psychologisch wichtigen Vorsprung mit in die Kabine nehmen konnten.
Nach dem Seitenwechsel zunächst ein ähnliches Bild wie zu Beginn der Partie. Jens Vortmann zeigte erneut eine starke Parade, Leipzig traf vorn und nach einer weiteren Parade von „Vorti“ hatte der SC DHfK wieder die Chance, auf drei Treffer davonzuziehen. Jedoch war plötzlich der Wurm drin im DHfK-Spiel. Es schlich sich der ein oder andere technische Fehler ein, mehrere Abpraller nach vorausgegangenen Paraden von Jens Vormann landeten in den Händen der Gäste und selbst beste Chancen der Leipziger fanden nicht mehr den Weg in den gegnerischen Kasten. Ein 0:6-Lauf für die Mannheimer drehte die komplette Partie auf den Kopf. Auf einmal mussten die Hausherren einem deutlichen 19:23-Rückstand hinterherlaufen.
Philipp Weber erzielte schließlich den erlösenden Treffer zum 20:23 nach mehr als zehn Minuten ohne Tor für den SC DHfK Leipzig und die 4753 fantastischen Zuschauer in der ARENA stellten sich 15 Minuten vor Schluss die Frage: Geht da vielleicht doch noch was?
Die hoffnungsvolle, aber zeitgleich auch ernüchternde Antwort auf diese Frage lautete JEIN! Denn die grün-weißen Krieger bissen sich tatsächlich noch einmal richtig ran. Zwei Steals mit erfolgreichem Torabschluss von Lukas Binder, zwei sehenswerte Treffer von Maximilian Janke und wichtige Akzente von Joel Birlehm, der für die letzten Spielminuten ins Leipziger Tor gekommen war, sorgten für einen kaum noch für möglich gehaltenen 28:28-Ausgleich. Jetzt explodierte die ARENA förmlich. Bei angezeigtem Zeitspiel gegen die Löwen gut 30 Sekunden vor Ultimo hätten die Leipziger bei einem Ballgewinn sogar die Chance auf den Siegtreffer gehabt. Doch der routinierte Alexander Petersson netzte elf Sekunden vor dem Ende aus ungünstiger Position zur Löwen-Führung und Marko Mamic setzte den letzten Freiwurf der Leipziger in den Block der Gäste. So mussten die DHfK-Männer nach aufopferungsvollem Kampf erneut eine maximal bittere Heimniederlage hinnehmen, die dennoch mit Sicherheit bei allen 4753 Zuschauern Lust auf weitere Handballschlachten in Leipzig hinterlassen hat.
Trainer Kristján Andrésson (Rhein-Neckar Löwen): „Ich bin sehr zufrieden mit den zwei Punkten. Das war heute ein ganz schweres Spiel. In der ersten Halbzeit haben wir nicht so gut im Angriff gespielt und Leipzig hatte ein sehr gutes Tempospiel. Aber in den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit waren wir dann besser. In der zweiten Halbzeit hat uns Andreas Palicka mit wichtigen Paraden geholfen und unser Angriffsspiel wurde immer besser. Eigentlich hatten wir dann die Kontrolle über das Spiel, aber durch die beiden Steals von Lukas Binder war in den letzten Minuten alles möglich. Darum sind wir sehr zufrieden, dass wir die beiden Punkte gegen ein sehr gutes Leipziger Team mitnehmen.“
Trainer André Haber (SC DHfK Leipzig): „Ich glaube, die erste Viertelstunde haben wir ganz vieles richtig gemacht. Unseren fantastischen Start ins Spiel sehe ich als Weiterentwicklung. Wir sind viel dominanter und aggressiver aufgetreten und haben die Halle sofort abgeholt. Die Stimmung war heute wieder fantastisch. Unsere Halbzeitführung hätte durchaus noch etwas höher ausfallen müssen. Zwischen der 36. und 46. Minute haben wir das Spiel dann weggeworfen. Uns ist in diesen zehn Minuten kein Tor gelungen und die Löwen haben das mit sechs Treffern gnadenlos ausgenutzt und gezeigt, warum sie eine Spitzenmannschaft in Europa sind. Es ist sehr bitter für uns, wie die letzte Minute gelaufen ist, aber das heutige Spiel hat mir gezeigt, dass wir hier zu Hause alles schaffen können.“
SC DHfK Leipzig gegen Rhein-Neckar Löwen 28:29 (16:15)
SC DHfK Leipzig: Vortmann, Birlehm; Semper (3), Wiesmach (4), Witzke, Krzikalla (2/2), Binder (6), Janke (3), Müller, Roscheck, Weber (4), Mamic (5), Gebala (1), Milosevic, Kristjansson, Santos
Rhein-Neckar Löwen: Appelgren, Palicka; Schmid (4), Gensheimer (6/1), Kirkeløkke, Lagarde (1), Abutovic, Mensah (4), Fäth, Groetzki (1), Guardiola (1), Petersson (5), Nielsen (1), Ganz, Kohlbacher (6)
Strafminuten: Leipzig 8 Min, Löwen 8 Min
Siebenmeter: Leipzig 2/2, Löwen 1/2
Zuschauer: 4753 Handballfans in der QUARTERBACK Immobilien ARENA
In einer spektakulären Aufholjagd gegen den Rekordmeister aus Kiel stellten die Mannheimer in der vergangenen Woche ihr Können und ihren Kampfgeist eindrucksvoll unter Beweis. So schafften es die Gelb-Blauen, einen 7-Tore-Rückstand aufzuholen und mit einem knappen 26:25 den Kielern zwei Punkte zu entreißen. Die Achse Andy Schmid und Jannik Kohlbacher ist bei den Löwen ebenso gefürchtet wie das Schwedische Torhüterduo Andreas Palicka und Mikael Appelgren oder die Flügelzange mit Patrick Groetzki und Weltstar Uwe Gensheimer. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft bestreitet am Donnerstag zum ersten Mal seit 2016 wieder ein Bundesligaspiel in Leipzig. Die Rhein-Neckar Löwen, die in der Tabelle mit 16:8 Zählern punktgleich mit den Leipzigern auf Rang sechs rangieren, kommen mit einer gehörigen Portion Respekt in die Messestadt. In der vergangenen Saison konnten die DHfK-Handballer gegen den Deutschen Meister von 2016 und 2017 nämlich einen sensationellen 28:26-Heimsieg feiern und wollen diesen Coup am Donnerstag wiederholen.
Das Heimspiel wird präsentiert vom DHL HUB Leipzig. Der Trikotsponsor und Nachwuchsförderer des SC DHfK Leipzig wird am Spieltag mit vielen Mitarbeitern vor Ort sein und hat einige Überraschungen für die Zuschauer vorbereitet. Mehr als 4.400 Tickets sind für die Partie bereits vergriffen. Wer das Topspiel nicht verpassen möchte, der sollte sich also ranhalten. 4.850 Handballfans können am Donnerstag in der QUARTERBACK Immobilien ARENA dabei sein.
- Tickets unter www.scdhfk-handball.de/tickets sowie am ARENA-Ticketschalter und alle bekannten Vorverkaufsstellen
- Alle Infos zu den Sicherheitsbestimmungen bei den DHfK-Heimspielen: https://www.scdhfk-handball.de/heimspiel/sicherheitsinformationen/
Chefcoach André Haber steht gegen die Löwen der gleiche Kader zur Verfügung, wie beim Auswärtssieg in Melsungen. Ob Mittelmann Lucas Witzke noch zum Kader dazustoßen kann, entscheidet sich nach dem Abschlusstraining. Der 20-Jährige steht nach dem Nasenbeinbruch, den er sich im Training mit der Nationalmannschaft zugezogen hatte, seit Dienstag wieder voll im Mannschaftstraining.
Übertagen wird die Partie live von Sky und im Fanradio der Leutzscher Welle: www.scdhfk-handball.de/fanzone/audio-livestream/
Am Fanshop können sich alle grün-weißen Fans ab Donnerstag zudem mit dem neuen Fantrikot "Der 8. Mann" eindecken. Als günstige Alternative für das limitierte Sondertrikot „Wir sind ein Team“ anlässlich des 30. Jubiläums der Friedlichen Revolution gibt es das neue Fanshirt von Ausrüster Puma für den schmalen Geldbeutel für 29,89 Euro. (auch online erhältlich unter: www.handballzeit.de)
Die Trainerstimmen vor dem Spiel:
André Haber (SC DHfK Leipzig):
„Die Rhein-Neckar Löwen sind ein absolutes Topteam in der Bundesliga und auf jeder Position klasse besetzt. Unser Ziel muss es sein, Andy Schmid in den Griff zu kriegen und zu erreichen, dass die Löwen kein gutes Spiel machen. Wenn die Löwen nicht an ihr Optimum kommen und wir selbst eine sehr gute Leistung abrufen, dann haben wir eine Chance. Wir haben gegen Magdeburg und Melsungen gezeigt, dass wir mit Spitzenmannschaften nicht nur mithalten können, sondern auch in der Lage sind, etwas Zählbares zu holen. Die außergewöhnliche Atmosphäre in der ARENA wird uns dabei sehr helfen.“
Kristjan Andresson (Rhein-Neckar Löwen):
„Leipzig hat mit dem Erfolg in Melsungen am Wochenende ein Ausrufezeichen gesetzt. Dieser Sieg wird Ihnen zusätzliche Motivation geben, aber auch wir fahren nach dem Erfolg gegen Kiel mit Selbstvertrauen nach Leipzig. Ich erwarte ein echtes Spitzenspiel, Leipzig ist eine über die Jahre gewachsene Mannschaft die an einem guten Tag jedes Team der Liga schlagen kann.“
Mehr und mehr seien die 60 Spielminuten durch unterschiedliche Abschnitte gekennzeichnet, in denen teilweise alles gelänge und wenig später fast wie aus heiterem Himmel nichts mehr. Der SCM-Cheftrainer erlebte in der Partie gegen den SC DHfK, wie seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit in Rückstand geriet, knappe drei Minuten vor dem Ende durch den Zwei-Tore-Rückstand wie der Verlierer aussah, als der Gastgeber wiederum noch drei Treffer kassierte, ohne einen eigenen entgegenzusetzen und so zwei Sekunden vor dem Schlusspfiff verlor. Danach gab es keine Phase mehr, in der noch etwas zu korrigieren gewesen wäre.
Als Wiegert den Phasen-Handball beschrieb, konnte er nicht ahnen, dass er nur wenige Tage später eine eindrucksvolle Bestätigung erfahren würde. Und zwar von einer Mannschaft, der eine ziemliche Konstanz zuzutrauen ist und deren Schwankungen so gar nicht zum eigenen Anspruch passt. Der THW Kiel zeigte jedenfalls bei seinem Auftritt bei den Rhein-Neckar Löwen eine Leistung, die Rätsel aufgab. Die Norddeutsche führten nach 20 Minuten schon mit sieben Toren, gerieten im zweiten Durchgang in Rückstand, lagen wieder mit drei Treffern in Front, als noch fünf Minuten zu spielen waren und verloren 25:26 - so wie der SC DHfK gegen Magdeburg.
Das Auf und Ab, das nahezu Spieltag für Spieltag in den Bundesliga-Hallen zu erleben ist, macht die Sportart natürlich interessant und spannend. Keiner kann sicher sein, dass auch eine noch so klare Führung bis zum Ende Bestand haben wird. Plötzlich landet das Zuspiel im Aus oder der Ball am Pfosten, steht der Torhüter falsch und die Abwehr nicht mehr geschlossen. Das passiert alles,, während den Kollegen auf der Gegenseite auf einmal alles gelingt oder zu gelingen scheint.
Woran das liegt, dass mir nichts dir nichts ein Spiel kippt?
Weil sich keine Mannschaft mehr „abschießen" lässt. Weil die Moral, die von den Bundesligateams gezeigt wird, über jeden Zweifel erhaben ist, die Gegenwehr auch bei hohen Rückständen hartnäckig bleibt. Weil die Spieler alle gut ausgebildet sind. Und weil es in diesem schnellen und körperbetonten Sport nahezu unmöglich ist, während der gesamten Spielzeit (zumindest einigermaßen) fehlerlos zu bleiben.
Wer also solche Phasen in Grenzen hält oder möglichst ganz vermeidet, der hat die besten Karten. Das ist freilich eine Binsenweisheit, scheint aber aktueller denn je. Dass dies dem SC DHfK nach der großen Magdeburg-Enttäuschung gelungen ist, kann schon als kleine Überraschung gelten. Der 34:31-Sieg in Melsungen zeigt, dass sich die Mannschaft von diesem Negativ-Erlebnis nicht von ihrer allgemeinen Zuversicht abbringen ließ. Wir können mit jedem mithalten, hieß es in den Reihen der Leipziger, als die Magdeburger Jubelgesänge gerade verklungen waren. Das klang ein bisschen trotzig, aber die unmittelbare Reaktion verdient in jedem Fall Respekt und schürt die Freude auf die Partie gegen die Rhein-Neckar Löwen. Einerseits kommt der Gegner mit dem Hochgefühl des Sieges gegen Kiel. Andererseits hat der Gastgeber bewiesen, dass er wirklich mit jedem mithalten kann. Wahrscheinlich wird auch dieses Duell eine Frage der Phasen.
Der Vollständigkeit halber sei darauf verwiesen, dass der THW Kiel nach der Pleite gegen die Löwen auch sein nächstes Pflichtspiel - wieder nach einer Führung - in den letzten Sekunden verlor. Am Sonntag setzte es in der Champions League zu Hause gegen dem FC Porto eine überraschende 27:28-Niederlage. Es lässt sich leicht darüber spekulieren, ob noch Nachwirkungen aus Mannheim im Spiel waren. Eine solche Diskussion ließ der SC DHfK gar nicht erst aufkommen.
Mit einem sehr übersichtlichen Kader waren die Spielanteile für alle Sportler ausreichend, um sich gut präsentieren zu können. Unsere Zielsetzung vereinte ein bewegliches Abwehrspiel; insbesondere auf den Halbpositionen; und ein zügiges, möglichst `Fehlpassfreies` Aufbauspiel in der 2. Welle. Beide Aufgaben konnten wir in der gesamten Partie gut umsetzen. Nach gespielten 15 Minuten stand ein doch schon sehr deutliches Ergebnis von 3:12 auf der Anzeigetafel. Mit einigen neuen Aufstellungsvarianten konnten wir dem Spiel gute Impulse geben. Erfreulich aus Sicht der Trainerbank waren die Lösungen, welche gerade in Bezug auf das sogenannte Kleingruppenspiel entstanden. Alle Sportler durften sich in die Torschützenliste eintragen, was von einer sehr ausgeglichenen Mannschaftsleistung zeugt. Einzig in unserem Abwehrspiel schlichen sich kleine Unkonzentriertheiten /Übergabefehler mal wieder ein. Dies gilt es in den nächsten TE nochmal zu überarbeiten. Nach 50 Minuten Spielzeit beendeten die souverän leiten denen Schiedsrichter das Spiel mit einem Endstand von 21:36.
Für die D1 spielten FG 2; BJ 1; MG 5; JS 9; AS 5; SN 9; GS 4; FW 1 und JW; JS im Tor
Beim Halbzeitstand von 21:9 ging es in die Kabinen und wir wollten in der zweiten Hälfte an die gute bisherige Leistung anknüpfen. Jedoch der Gastgeber steigerte sich in Halbzeit zwei deutlich und wir erhöhten die Fehlerzahl beträchtlich. So entwickelte sich in der fairen Partie, durch die Schiedsrichter sehr gut geleitet, eine ausgeglichene zweite Halbzeit mit einem letztendlich klaren Auswärtserfolg für unser Team.
OSV Zittau – SC DHfK 26 : 36 (9:21)
Guretzky 11P.=30%; Braun 6/9; Stürzebecher 14/14; Börner 1/0; Fink 1/0; Klecar 5/10; Flechsig 2/0; Faske 1;0; Albers 0/2; Gauer 6/16;
Den Gästen gelang in der Halle Am Sportpark ein furioser 5:0-Start, sie mussten allerdings schon nach einer Viertelstunde den Ausgleich hinnehmen (9:9), erzielten aber noch eine Drei-Tore-Pausenführung. Obwohl die Grün-Weißen im zweiten Durchgang ihren Vorsprung ausbauten (20:15/ 33. Minute), war noch keine Vorentscheidung gefallen, weil die Thüringer binnen zehn Minuten erneut egalisierten (22:22). Doch die Gefahr eines Punktverlustes wurde schnell abgewendet, denn im Endspurt setzten die Messestädter wieder starke Akzente, die mit drei Toren am Stück in letzter Minute noch ein klares Ergebnis einbrachten. Bester DHfK-Schütze war Staffan Peter mit neun Treffern.
„Unsere Jungs haben sich durch technische Fehler und versiebte Chancen das Leben selbst erschwert - und damit Apolda ins Spiel zurück gebracht. Obwohl wir heute keine überzeugenden Leistungen geboten haben, wurde der Auswärtssieg am Ende sicher ins Ziel gesteuert, aber der Auftritt war trotzdem nur phasenweise in Ordnung“, resümierte Co.-Trainer Martin Möhle.
DHfK: Moosmann, Kirschner; Greilich 4, Bertl 2, Kock 7/2, Zimmermann 5, Menges 1, Peter 9, Stolze, Birke 1 Kröber, Oelke 1.
Die Leipziger gerieten nach zehn Minuten in der MBS-Arena mit 4:7 ins Hintertreffen, konnten zwar ausgleichen (10:10), gingen aber mit zwei Toren Rückstand in die Pause. Auch nach dem Seitenwechsel behielten die Gastgeber zunächst die Nase vorn (18:16). Danach stabilisierten die Grün-Weißen ihre Torausbeute - und übernahmen die Führung (20:19/42.), die allerdings binnen acht Minuten von den Brandenburgern egalisiert wurde (22:22). Doch in der spannenden Endphase hatten die Gäste starke Nerven, zogen auf 28:24 (56.) davon - und sicherten ihren vierten Auswärtssieg. Beste DHfK-Schützen waren Tobias Pfeiffer und Moritz Schwock mit je fünf Treffern.
„Gegen Potsdam haben wir uns schon immer schwer getan. Bei unseren Jungs fehlten heute sowohl im Angriff als auch in der Abwehr ein paar Prozent am normalen Leistungsvermögen. Am Ende war unser Tempospiel eine passende Lösung, die für den Erfolg ausschlaggebend war“, sagte Coach Albrecht.
DHfK: Göbner, Löhne; Pfeiffer 5/1, Häcker 3, Sajenev 2, Schwock 5, F. Leun 4, Hopfmann 3, Bones 3/2, Seifert 2, Eckart 1, Hanemann, J. Leun, Rathey
Das U23-Team von Trainer Enrico Henoch dominierte vor 489 Zuschauern in der Bürgermeister-Goebels-Halle vom Start weg das Geschehen - und ging mit einer Sechs-Tore-Führung in die Pause. Auch nach Wiederanpfiff zogen die Leipziger ihr Tempospiel konsequent durch - sie bauten den Vorsprung auf 21:13 (36.) aus. Die Hausherren ließen sich aber nicht weiter abschütteln, sondern halbierten den Rückstand (19:23/48.). Doch davon blieben die Grün-Weißen unbeeindruckt. Die Gäste nutzen eiskalt die Fehler des Gegners, erhöhten ihren Angriffsdruck, der binnen sieben Minuten die alte Differenz wieder einbrachte. „Unsere Truppe hat gleich in der ersten Halbzeit mit starkem Auftritt die Stimmung der fränkischen Fans gedämpft. Wir haben unser Angriffe mit hoher Effektivität abgeschlossen - und zu keiner Zeit Zweifel am Ausgang der Partie aufkommen lassen“, freute sich Henoch über den vierten Auswärtssieg.
DHfK II: Guretzky 1, Simonsen; Neumann 2, Meyer-Siebert 4, Hönicke 8/4, Seidler 6, Reißmann 2, Hellmann 6/1, Uhlig 2, Oehlrich, Gansau 3, Neudeck, Szep-Kis 1/1, Langer
Siebenmeter: 5/3 : 6/6
Strafminuten: 12 : 12
Im nächsten Angriff bekam der SC DHfK einen Siebenmeter zugesprochen, doch auch hier scheiterte Lucas Krzikalla zunächst an Torhüter Nebojsa Simic. Allerdings schnappte sich Krzikalla den Abpraller und netzte im dritten Versuch zum 1:1-Ausgleich. Es sollte der Anfang sein für ein Wahnsinnsspiel des 25-Jährgen, der am Ende des Abends mit neun Treffern bester Torschütze der Partie wurde.
Aber auch die anderen Leipziger erwischten einen richtig guten Tag. Abwehrchef Bastian Roscheck brachte den SC DHfK nach zehn Minuten zum ersten Mal in Führung (3:4). Auch, als er wenig später eine Zeitstrafe absitzen musste, ließen sich die DHfK-Männer nicht aus der Ruhe bringen und blieben durch das 7:8 von Lukas Binder weiter vorn. Jedoch blieben anschließend auch die Hausherren in eigener Unterzahl standhaft und glichen das Spiel wieder aus. Nach 20 Spielminuten leuchtete auf der Anzeigetafel in der ausverkauften Rothenbach-Halle das Zwischenergebnis von 10:10. Es dauerte bis zur 26. Minuten, bis sich erstmals überhaut eine Mannschaft mit zwei Treffern absetzen konnte. Maximilian Janke und Lukas Binder mit seinem bereits vierten Treffer hatten den SC DHfK mit 12:14 in Führung geworfen. Wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff durfte sich dann auch noch Viggo Kristjánsson in die Torschützenliste eintragen – und so ging es mit einem überraschenden 14:17 für die Gäste aus Leipzig in die Halbzeit, auch dank einer guten Leistung von Torhüter Jens Vortmann, der diesmal den Vorzug vor Joel Birlehm erhalten hatte.
Kaum war die Partie wieder angepfiffen, war Vortmann wieder zur Stelle und sicherte seiner Mannschaft mit seiner siebten Parade einen weiteren Ballgewinn. Außerdem holte Kreisläufer Alen Milosevic, der nach der Pause für Maciej Gebala ins Spiel gekommen war, erst einen Siebenmeter raus (den Lucas Krzikalla sicher verwandelte), und erzielte dann selbst sein erstes Tor. Lukas Binder netzte schließlich zum 18:22 und brachte des SC DHfK dadurch erstmals mit vier Treffern in Führung. Die 30 mitgereisten Fans aus Leipzig durften so langsam anfangen, von einem Auswärtssieg zu träumen.
Es folgte ein hartes Wortgefecht zwischen den ehemaligen Mannschaftskollegen Philipp Müller und Julius Kühn, wofür beide Spieler eine Zweiminutenstrafe absitzen mussten. DHfK-Coach André Haber reagierte mit einem 6. Feldspieler und die Leipziger Tormaschine kam auch in dieser Situation nicht ins Stocken. Zwar blieb die MT Melsungen in Schlagdistanz (24:26, 25:27, 26:28), aber in den entscheidenden Momenten hatte Leipzig entweder im Angriff die passende Lösung parat, oder Torhüter Jens Vortmann war zur Stelle.
Ein Doppelschlag zum 26:31 durch Philipp Weber und den isländischen Nationalspieler Viggo Kristjánsson, der ebenfalls ein sehr starkes Spiel zeigte, brachte fünf Minuten vor dem Ende die Vorentscheidung. Zwar drückte die MT Melsungen nochmal aufs Tempo, aber Leipzig spielte die Begegnung clever runter und nutzte die offensive Deckung der Gastgeber, um das Torkonto weiter nach oben zu schrauben. Mit überragenden 34 Auswärtstoren sicherten sich die Handballer des SC DHfK schließlich einen 31:34-Sieg in Kassel. „Heute hat eine DHfK-Mannschft gespielt, wie wir sie uns alle wünschen“, lobte Geschäftsführer Karsten Günther die Mannschaftsleistung auf der abschließenden Pressekonferenz. Auf den Tag genau 30 Jahre nach dem Fall der Mauer konnten sich die Handballer aus Leipzig mit strahlenden Gesichtern auf die Rückreise vom Westen in den Osten machen.
Trainer Heiko Grimm (MT Melsungen): „Wir sind sehr enttäuscht über diese Niederlage. Wir haben es über 60 Minuten nicht geschafft, eine Abwehr zu stellen und waren in der Deckung wahninnig passiv. Auch unsere Torhüter hatten heute nicht viele Gelegenheiten sich auszuzeichnen. Wir müssen uns jetzt schnell wieder die Basics erarbeiten. Wir haben 31 Tore geworfen, was eigentlich für einen Heimsieg reichen sollte. Deshalb wird unser Hauptaugenmerk in der kommenden Trainingswoche auf der Defensive liegen.“
Trainer André Haber (SC DHfK Leipzig): „Für uns ist das ein Sieg für die Seele, weil wir am letzten Sonntag mit einer Derbyniederlage in letzter Sekunde etwas erlebt haben, was maximal tragisch war. Meine Mannschaft hatte noch etwas Wut im Bauch und das hat man bei den Jungs heute gespürt. Ich bin stolz über den Glauben, den meine Mannschaft heute über 60 Minuten gezeigt hat, hier in Melsungen etwas holen zu können. Dadurch sind wir mit einer Führung in die Halbzeit gegangen und haben auch in der zweiten Halbzeit kontinuierlich gescort. Wir sind überglücklich und freuen uns riesig. Das war heute ein Spiel, an das wir uns sicherlich auch in einem Jahr noch gern erinnern werden, weil es einfach etwas Besonderes ist.“
MT Melsungen gegen SC DHfK Leipzig 31:34 (14:17)
Melsungen: Sjöstrand; Simic; Maric (3); Kühn (5); Lemke (2); Reichmann (2); Ignatow; Kunkel (2); Mikkelsen; Danner (1); Schneider; Allendorf (5/5); Sidorowicz (1); Häfner (7); Salger; Pavlovic (3)
Leipzig: Vortmann; Birlehm; Semper; Wiesmach; Krzikalla (9/4); Binder (6); Janke (3); Müller; Roscheck (1); Weber (5); Mamic (2); Remke; Gebala (1); Milosevic (2); Kristjansson (5); Santos
Siebenmeter: Melsungen 5/5, Leipzig 4/5
Strafminuten: Melsungen 4 Min, Leipzig 6 Min
Zuschauer: 4300 (ausverkauft)