Günther: „Meine Oma sagt immer: Hät der Hund net gesch... hät er de Katz erwischt. Natürlich ist das ärgerlich, aber ich schaue nach vorne und es ist gut zu wissen, dass wir trotz Platz 6 noch Luft nach oben haben."
BILD: Also sind 14:6 Punkte voll im Soll?
Günther: „Absolut. Und jetzt haben wir fünf Kracherspiele vor der Brust, in denen wir uns weiter steigern wollen, und müssen! Einige Spieler haben da noch große Reserven."
BILD: Wer?
Günther: „Max und Philipp spielen zu selten Top Niveau, haben viel mehr drauf. Auch bei Marco und Franz ist Luft nach oben, genauso wie in der Deckung und im Tor. Aber das wissen die Jungs, alle arbeiten hart dran und unsere Feinabstimmung wird wöchentlich besser. Den Killerinstinkt muss dann jeder selbst mitbringen.“
BILD: Das nächste Spiel ist das Derby gegen Magdeburg, den Tabellennachbarn.
Günther: „Das zeigt, dass es in der Liga außergewöhnlich eng zugeht und man sich auf nichts ausruhen kann. Alles sind irgendwie Endspiele. Wir wollen diese Saison einstellig landen und uns näher an die Topteams ranarbeiten, da wäre ein Derbysieg ein echter Meilenstein.“
BILD: Die DHfK hat eine blütenweiße Heimweste, gewinnt die Punktspiele aber äußerst knapp – um die Fans in die Halle zu locken?
Günther: „Definitiv... NEIN! Ich altere in jedem Spiel und bin hinterher fix und fertig. Ich glaube, dass es die Jungs auch souveräner wollen. Doch Sonntag fänden wir plus 1 alle geil!“
Nach den Verpflichtungen der beiden Nationalspieler Martin Larsen (Dänemark) und Kristian Saeveraas (Norwegen) nimmt die künftige Mannschaft der SC DHfK Leipzig durch die drei Verlängerungen immer mehr Gestalt an. Bereits 15 Spieler stehen nun für neue Spielzeit beim SC DHfK unter Vertrag.
„Ich freue mich natürlich sehr, dass das so geklappt hat und ich weiterhin hier bei meinem Heimatverein bleiben kann. Nachdem die vergangene Saison für den Club und mich keine einfache war, bin ich sehr froh, dass inzwischen wieder alle Wogen geglättet sind. Am liebsten wäre es mir natürlich, mit dem SC DHfK irgendwann noch ein Spiel auf europäischer Bühne erleben zu dürfen, egal ob schon innerhalb der nächsten zwei Jahre oder darüber hinaus – aber das ist ein großer Traum von mir“, so Linksaußen Lukas Binder, der als DHfK-Urgestein bereits seit der Oberliga-Saison 2009/10 (4.Liga) zur ersten Männer-Mannschaft des SC DHfK Leipzig gehört und drei Aufstiege mit dem Club miterleben durfte.
Eine weitere Identifikationsfigur des Vereins ins Lucas Krzikalla. Der Rechtsaußen hatte den direkten Sprung vom eigenen Nachwuchs ins Profiteam geschafft und feierte in der Saison 2014/15 gemeinsam mit dem damaligen Kapitän Lukas Binder den Aufstieg in die erste Bundesliga. Krzikalla war es auch, der am 23.08.2015 gegen den HSV Hamburg das historische erste Bundesligator für die körperkulturellen Handballer erzielte. „Dass der Verein unbedingt mit mir verlängern wollte, hat mir ein sehr gutes Gefühl gegeben. Ich bin wirklich froh, hier in Leipzig bleiben zu dürfen und freue mich auf die kommenden Aufgaben. Der SC DHfK war schon immer ein sehr ambitionierter Verein und genau aus diesem Grund ist mir diese Entscheidung sehr leichtgefallen, sagt Lukas Krzikalla.
Mit Maciej Gebala bleibt dem Verein außerdem ein Spieler mit internationaler Erfahrung treu, der noch großes Entwicklungspotential besitzt. Der polnische Nationalspieler war im Sommer 2018 von Wisla Plock in die Messestadt gewechselt und konnte in den zurückliegenden Saisonspielen mit guten Leistungen am Kreis überzeugen. „Ich freue mich sehr, in Leipzig bleiben zu dürfen. Ich fühle mich sehr wohl hier und möchte mit dieser geilen Truppe weiterhin alles geben, um unsere Ziele zu erreichen“, so der 25-Jährige.
„Ich freue mich darüber, dass uns alle drei Spieler in der Mannschaft erhalten bleiben. Lukas und Lucas sind zwei Spieler, die den SC DHfK schon seit der A-Jugend begleiten und sich in den letzten Jahren zu Gesichtern unseres Vereins entwickelt haben. Maciej hat sich mit starken Spielleistungen in den letzten Wochen hervorgetan und ich bin sehr froh, dass auch er uns die Treue hält“, so Cheftrainer André Haber über die Vertragsverlängerungen.
Folgende Spieler stehen nun bereits für die Saison 2020/21 unter Vertrag:
Tor: Joel Birlehm, Kristian Saeveraas
Rückraum: Philipp Weber, Marco Mamic, Luca Witzke, Martin Larsen, Maximilian Janke,
Julius-Meyer Siebert
Außen: Lukas Binder, Lucas Krzikalla, Patrick Wiesmach, Mark Esche
Kreis: Alen Milosevic, Maciej Gebala, Bastian Roscheck
2018 wurde der Cup von Elbflorenz ins Leben gerufen und erfreute sich im zweiten Jahr einer super Zweitauflage mit 12 Teams. Auch unsere E-Jugend war, wie letztes Jahr, mit am Start. Ob uns, wie im vergangenen Jahr, ein Turniersieg gelingen würde, war auf Grund der vielen unbekannten Mannschaften nicht abzuschätzen. Gespielt wurde in drei Staffel. Die jeweils Gleichplatzierten spielen am Ende ihre Endplatzierung gegeneinander aus. Spielzeit lag bei guten 20 Minuten pro Spiel. In der Vorrunde hatten sich unsere Jungs gegen den HSV Dresden, NSG TSV/SV04/HCE Plauen und HSG RIO zu bewähren. Das erste Spiel bestritten die Jungs gegen den HSV Dresden. In den 20 Minuten zeigte sich deutlich, dass unsere Jungs schneller und sicherer im Angriffsspiel waren. Nur im Deckungsverhalten waren sie nicht konsequent genug. Andere Teams bestrafen diese Nachlässigkeit. Der HSV konnte unseren Jungs aber nicht gefährlich werden und so starteten wir mit einem deutlichen 21:08 Sieg ins Turnier. Zwei Stunden später, nach einer Mittagspause, ging es also gestärkt in das zweite Spiel gegen Plauen. Das Spiel war teilweise sehr von Einzelaktionen geprägt. Die Aufforderung den Ball in den eigenen Reihen laufen zu lassen und weniger zu prellen, wurde mehr und mehr Folge geleistet und so kam mehr und mehr ein schöneres Angriffsspiel zustande. Die Deckungsarbeit war allerdings noch nicht so stark, dass man in einem möglichen Finale bestehen würde. Nach 20 gespielten Minuten stand es 17:10. Nach einer weiteren Stunde Pause stand uns RiO gegenüber. Wir legten gut los, aber unsere Deckungsfaulheit führte immer wieder zu Lücken, welche den Gegner in gute Wurfpositionen brachte. Aber in diesem Spiel zeigte unser Torhüter, dass er seiner Mannschaft den Rücken freihalten kann. Ohne ihn wäre dieses Spiel anders verlaufen. Nach 10 Minuten hatten wir einen guten Vorsprung von 5 Toren. Der Wechsel der Spieler brachten allerdings in diesem Spiel einen unverständlichen Bruch ins Spiel und gab RiO nochmal Aufschwung. Auch in dieser Phase bewahrte uns Mika davor, dass der Gegner aufschließen konnte. Als sich die Mannschaft wieder gefangen hatte, spielten wir die restliche Zeit runter und retteten den Sieg (15:08) und damit den ersten Platz in der Vorrunde. Mit diesem Ergebnis hatten wir uns die Platzierungsspiele 1 bis 3 gesichert. In die Endrunde der besten drei haben es zudem Prag und Biederitz geschafft. Da wir viel hatten, bis zum ersten Spiel ging es nochmal eine Runde an die frische Luft durchatmen. Pünktlich zum Spiel Biederitz gegen Prag waren alle wieder da und sahen sich ihre Gegner an. Ein zunächst ausgeglichenes Spiel konnte Biederitz durch mehr Kraftreserven am Ende doch sicher mit 21:15 gewinnen. Nun waren wir an der Reihe. Prag war durch das Spiel gegen Biederitz etwas entkräftet, aber dennoch gewillt, um Platz 2 zu kämpfen. Unsere Jungs steigerten sich im Abwehrverhalten und konnten somit am Ende deutlich mit 19:10 gewinnen und sich Platz 2 sichern. Das letzte Spiel des Turnieres war dann auch in der Tat das Finale. Biederitz und die DHfK standen sich gegenüber. Ein Spiel, welches von viel Härte und Kampf geprägt war, konnten verdient die Jungs aus Leipzig für sich entscheiden. Beim Abpfiff stand es 12:8 und der Jubbel der Jungs war durch die ganze Halle zu hören. Die mitgereisten Eltern und Verwandten feierten ihre Jungs gebührend.
Zur Siegerehrung noch ein Highlight für alle Nachwuchshandballer: die Profis des HC Elbflorenz Henning Quade und Tom Göres überreichten die Urkunden und Präsente an die Mannschaften und zeichneten mit einem Erinnerungs-Trikot noch den besten Spieler jeder Mannschaft aus. Von unseren Jungs kam Franz diese Ehre zu teil.
Mit diesem Erfolg geht es mit gestärktem Bewusstsein in die Saison zurück.
Einen großen Dank an die Veranstalter des Turniers für den reibungslosen Ablauf und natürlich an unsere Eltern, die wie immer unsere Jungs super unterstützten.
Bis zu diesem Datum ist ja auch noch eine Weile hin, aber es könnte für den jungen Mann wichtig werden. An diesem Tag werden nämlich in Tokio die Olympischen Spiele eröffnet. Nun ist die deutsche Mannschaft zwar noch nicht qualifiziert, aber das setzte ich einfach mal voraus, als ich Witzke damit konfrontierte. Er war kurz vorher ins Aufgebot für die beiden Länderspiele gegen Kroatien berufen worden und konnte mit einer guten Leistung darauf hoffen, sich in die Nationalmannschaft zu spielen und im nächsten Jahr vielleicht sogar mit nach Japan zu fahren.
Klar ist das für einen 20-Jährigen ein verwegener Traum, aber warum nicht träumen? Als der Sachverhalt also aufgeklärt war, lächelte Witzke und winkte ab. So weit gingen seine Gedanken noch lange nicht, denn man wisse ja nie, was da noch alles passieren könnte, sagte er.
Nun ist ihm tatsächlich gleich einiges passiert nach diesem Gespräch, denn im Training vor dem Spiel in Zagreb hat er sich das Nasenbein gebrochen. Es wurde also nichts mit einer Empfehlung für das Team von Christian Prokop. Auch für die Bundesliga-Partie gegen Magdeburg wird Witzke noch ausfallen, der sich stets als echter Draufgänger präsentierte, immer Verantwortung übernahm, keinen Respekt zeigte und damit auch dem Bundestrainer aufgefallen war.
Die Verletzung des Fast-Nationalspielers hat einmal mehr gezeigt, wie schnell es gehen kann, dass der großen Freude große Enttäuschung folgt. Voller Adrenalin und mit den festen Vorsatz, das Beste zu geben, dürfte er die Reise zu den besten deutschen Handballern angetreten haben. Dass er nun unverrichteter Dinge wieder nach Leipzig zurückkehrte und sogar noch länger ausfällt, wird ihm auf seinen Weg hoffentlich nicht beirren. Schon nach wenigen Wochen in Leipzig hat der ehemalige Essener gezeigt, warum ihn Cheftrainer André Haber unbedingt haben wollte. Beide kennen sich schon eine Weile, sie haben zusammen im Vorjahr bei der U20-EM im vergangenen Jahr in Slowenien Bronze geholt. In diesem Sommer hatte Witzke bereits schon einmal Pech, im Juli verpasste er die U21-WM wegen einer Verletzung. Die deutsche Mannschaft hatte in Spanien den neunten Platz belegt.
Luca Witzke hat also trotz seines jungen Alters einige Erfahrungen mit Verletzungen. Damit ist er beim SC DHfK in guter Gesellschaft, wo gerade in der vergangenen Spielzeit immer wieder Ausfälle zu beklagen waren. Torhüter Jens Vortmann zum Beispiel verpasste die Saison nahezu komplett, nachdem er sich in der Vorbereitung während eines Freundschaftsspiels gegen die japanische Nationalmannschaft einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. Jetzt ist der Kapitän wieder dabei - und gewissermaßen auf Abschiedstournee. Für ihn kommt im Sommer der norwegische Nationaltorhüter Kristian Saeveraas vom dänischen Meister Aalborg, er gilt mit seinen 23 Jahren als eines der größten Talente im Welt-Handball.
Dass Vortmanns Vertrag nicht verlängert wird, hat wohl nicht nur mich überrascht. Denn sportliche Gründe lieferte er nicht, seit er 2016 vom damals insolventen HSV Hamburg nach Leipzig kam. Jetzt ist er 32 und hat bislang nicht verlauten lassen, dass er demnächst aufhören will. Dass er gehen muss, bedauere ich sehr.
Wer den Angriff auf die internationalen Startplätze plant, muss sich bei dieser Ausgangslage wohl für Saeveraas entscheiden, wenn sich die Gelegenheit bietet. Man kann froh sein, solche Entscheidungen nicht selbst treffen zu müssen. Das Handball-Geschäft spielt mitunter in einer sehr harten Realität.
„Mir geht es inzwischen wieder gut uns ich habe keine Schmerzen mehr. Natürlich war die Verletzung letzte Woche relativ bitter für mich und auch enttäuschend, aber so ist nun mal der Leistungssport, da gibt es nie einen richtigen Zeitpunkt für eine Verletzung“, so Luca Witzke.
Ein anderer DHfK-Spieler hat dagegen ein erfolgreiches Länderspiel-Debüt gefeiert. Viggó Kristjánsson bestritt am vergangenen Freitag sein erstes A-Länderspiel für die isländische Nationalmannschaft und erzielte beim 27:26-Sieg gegen Schweden auch sein erstes Länderspieltor.
Auch die weiteren Leipziger Nationalspieler Franz Semper (Deutschland), Alen Milosevic (Schweiz), Maciej Gebala (Polen) und Marko Mamic (Kroatien) sind von ihren Länderspielreisen verletzungsfrei in die Messestadt zurückgegehrt und steigen am heutigen Dienstag wieder ins Training ein.
Vor 87 Fans in der Halle der Sportoberschule ließen die Leipziger vom Start weg (4:1) keine Zweifel an ihrer Favoritenrolle aufkommen - und gingen mit einer Vier-Tore-Führung in die Pause. Nach dem Seitenwechsel offenbarten die Gastgeber allerdings kurzzeitig Schwächen bei der Chancenverwertung. Dagegen stabilisierte sich die Angriffs-Effektivität der Gäste aus dem Erzgebirge, denn sie schafften den Anschlusstreffer (15:16/38.). Doch die Grün-Weißen blieben unbeeindruckt, dominierten wieder das Geschehen, legten zügig nach (21:16/45.) - und sicherten sich in der letzten Viertelstunde einen klaren Heimsieg.
DHfK: Göbner, Löhne; Pfeiffer 7/3, Häcker 5, Bones 5, Bayer, F. Leun 5, Saleh 2, Hanemann 1, Hagenow, J. Leun 1, Rathey 1, Eckart.
Obwohl die Gäste bis zur Pause den Rückstand verkürzten - und nach dem Seitenwechsel den Anschlusstreffer erzielten 14:15 (34.), blieben die cleveren Hausherren unbeeindruckt, denn sie legten sofort nach (20:17) und bauten mit einem Fünferpack ihren Vorsprung auf 25:18 (49.) aus. Damit war vorzeitig eine Entscheidung gefallen, die am Ende von den Grün-Weißen noch auf ein achtbares Ergebnis reduziert wurde. Bester DHfK-Schütze war Gregor Remke mit sieben Treffern.
„Unsere Truppe hat aufopferungsvoll gekämpft, aber leider in der stärksten Phase mehrere Chancen zum Ausgleich liegen gelassen. Dennoch bin ich mit dem Auftritt gegen den starken Favoriten sehr zufrieden“, resümierte Trainer Henoch.
DHfK II: Guretzky, Simonsen; Hellmann 2, Remke 7, Hönicke 1, Seidler 1, Meyer-Siebert 1, Neumann 5/5, Oehlrich, Wenzel 2, Gansau 1, Szep-Kis 3, Uhlig 1, Fritsche 2, Langer, Fujita
Siebenmeter: 5/5 : 6/5
Strafminuten: 2:8
"Wir haben die Woche absolut intensiv genutzt, haben den Tag des Handballs würdig feiern können", sagte Bundestrainer Christian Prokop: "Es war ein dramatisches enges Spiel, wir sind nichts großartig schuldig geblieben. Aber wenn man in die Tiefe geht, sieht man schon Verbesserungspotenzial."
In der Schlusssekunde verhinderte Quenstedt mit einem gehaltenen Siebenmeter den Ausgleich und sorgte für einen Jubelorkan bei den 9967 Zuschauern in der Tui-Arena. "Das freut mich sehr für Dario, so eine Szene schweißt zusammen", sagte Prokop: "Diese Präsenz, die man braucht im Tor, die hat er sich erarbeitet."
Quenstedt selbst blieb recht gelassen: "Wenn man sich nur über einen gehaltenen Siebenmeter empfiehlt, wäre das ein bisschen dürftig. Ich glaube, dass Christian die Leistung im Verein bewertet, und das ist für mich wichtiger als ein gehaltener Siebenmeter." Allerdings: "Wenn man mal vom Familienleben absieht, ist so ein gehaltener Siebenmeter das Geilste. Mit dem Adler auf der Brust zu spielen, macht mich einfach sehr stolz."
Bester deutscher Werfer war Kapitän Uwe Gensheimer, der am Samstag seinen 33. Geburtstag feierte, mit sechs Treffern. Schon den ersten Vergleich mit den Kroaten hatte das deutsche Team am Mittwoch in Zagreb gewonnen (26:25).
Zwar erwischte das deutsche Team einen passablen Start und bestimmte auch durch drei frühe Gensheimer-Treffer die Anfangsphase, doch zahlreiche leichte Ballverluste durch Fehlpässe und technische Fehler brachten die Kroaten ins Spiel - und beim 8:9 (22.) erstmals in Führung.
"Wir haben kein gutes Timing, die führen im Moment nur, weil wir sie einladen", monierte Prokop völlig zurecht in der folgenden Auszeit. Wirklich besser wurde es zunächst nicht. Trotz zweier Treffer des eingewechselten Julius Kühn ging Deutschland mit einem völlig verdienten Rückstand in die Pause.
Coach Prokop wählte zur Halbzeit ganz offensichtlich die richtigen Worte - und nahm die richtigen Wechsel vor. Im Angriff belebte Rechtsaußen Tobias Reichmann, der schon in Kroatien als bester Torschütze überzeugt hatte, das Spiel. Im Abwehrzentrum sorgte Johannes Golla für mehr Stabilität. Und im Tor lieferte Quenstedt eine ganz starke Leistung.
Von 12:14 auf 17:14 - es dauerte nicht lange, da hatte die DHB-Auswahl die Partie gedreht. Beim 19:15 (44.) lag bereits eine Vorentscheidung in der Luft, ehe die Kroaten sich begünstigt durch eine erneut schwächelnde deutsche Offensive wieder heranpirschten und sechs Minuten vor dem Ende ausglichen (22:22). Den entscheidenden Treffer erzielte Kai Häfner 28 Sekunden vor dem Schlusspfiff.
Der 23-Jährige zählt zu Europas Top-Talenten auf der Torhüterposition und kann sich berechtigte Hoffnungen machen, im Januar bei Norwegens Heim-EM für die Skandinavier zwischen den Pfosten zu stehen. Erst am vergangenen Sonntag durfte die SG Flensburg-Handewitt in der EHF Champions League Bekanntschaft mit den Qualitäten des neuen DHfK-Torhüters machen, als Kristian Saeveraas mit zahlreichen Paraden maßgeblichen Anteil am Sieg von Aalborg gegen den Deutschen Meister hatte.
„Ich freue mich sehr darauf, ab der kommenden Saison in Leipzig zu spielen. Beim SC DHfK möchte ich die nächsten Schritte in meiner Entwicklung machen und bin voller Vorfreude auf die stärkste Liga der Welt“, so Kristian Saeveraas.
„Kristian ist ein Spieler, der in seinem jungen Alter schon internationale Erfahrung mitbringt, weil er bereits Champions League und EHF-Cup gespielt hat und aktuell zu den drei Torhütern gehört, die für Norwegen in der Golden League auflaufen. Er ist ein erfolgshungriger Torwart, der bei uns den nächsten Schritt in seiner Karriere gehen und sich in der Bundesliga beweisen möchte. Er bringt ein sehr gutes Komplettpaket mit und hat seine Stärken im Stellungsspiel und Würfen aus der Nahdistanz. Gleichzeitig verfügt er über ein sehr gutes Umschaltspiel und zeichnet sich, so wie die meisten skandinavischen Torhüter, über ein gutes Zusammenspiel mit einer 6:0-Deckung aus“, so DHfK-Torwart-Trainer Milos Putera.
Vertrag von Kapitän Jens Vortmann läuft nach der Saison aus
Die Verpflichtung des Norwegers bedeutet gleichzeitig, dass der SC DHfK mit dem Torhüter-Duo Kristian Saeveraas und Joel Birlehm in die Saison 2020/21 gehen wird. Warum diese Personalentscheidung für den Verein keine einfache war, schildert Geschäftsführer Karsten Günther:
„Die Entscheidung, wie wir ab der kommenden Saison im Tor weitermachen, war brutal schwer. Wir haben uns mit Jens als Kapitän in Liga 1 etabliert und dazu hat er sportlich, aber auch als Persönlichkeit ganz viel beigetragen. Deshalb sind wir sehr glücklich, dass er nach seiner Kreuzbandverletzung wieder topfit ins Team zurückgekehrt ist. Auf der anderen Seite hatten wir die Chance, mit Kristian Saeveraas einen aktuellen Nationalspieler für die Torhüterposition zu verpflichten. Er besitzt ähnlich wie Joel Birlehm noch großes Entwicklungspotential und gibt uns die Chance, diese Position auch perspektivisch weiter zu stärken. Deshalb haben wir uns für Kristian entschieden und Jens in der letzten Woche in einem persönlichen Gespräch darüber informiert. Jetzt gilt der volle Fokus wieder den sportlichen Aufgaben, und da haben wir gemeinsam mit Jens in dieser Saison noch viel vor.“
Die meisten Handball-Profis haben in den kommenden Tagen mal die Gelegenheit, ihre Akkus nach dem intensiven Saisonstart mit 13 Pflichtspielen in neun Wochen etwas aufzuladen und Zeit mit ihren Familien zu verbringen. Sechs Spielern des SC DHfK Leipzig wird dagegen eine andere Ehre zuteil, denn sie dürfen ihr jeweiliges Land bei der Nationalmannschaft vertreten.
So sind derzeit Alen Milosevic (Schweiz), Maciej Gebala (Polen), Viggo Kristjansson (Island), Marko Mamic (Kroatien) sowie Franz Semper und Luca Witzke (Deutschland) auf der Reise mit ihren Auswahlteams, denn in Vorbereitung auf die Handball-Europameisterschaft 2020 in Österreich, Schweden und Norwegen stehen zahlreiche Freundschaftsspiele auf der Agenda. Zudem ist Milos Putera als Torwarttrainer der slowakischen Nationalmannschaft unterwegs.
Für die deutsche Männer-Nationalmannschaft von Bundestrainer Christian Prokop kommt es gleich zweimal zu einer Neuauflage des WM-Hauptrundenspiels gegen Kroatien. Zunächst duellieren sich beide Mannschaften am Mittwoch (Anwurf 19.30 Uhr/ Livestream auf zdfsport.de) in Zagreb. Bereits am Samstag steht dann das „Rückspiel“ in Deutschland auf dem Programm (14.30 Uhr live im Free-TV in der ARD), wenn in der TUI Arena in Hannover der TAG DES HANDBALLS gefeiert wird. Die Leipziger Fans werden besonders gespannt auf die beiden Länderspiele schauen, denn Franz Semper auf DHB-Seite und Marko Mamic im Trikot der Kroaten könnten sich in Angriff und Abwehr im direkten Positionsduell gegenüberstehen.
„Zwei Freundschaftsspiele zwischen zwei sehr guten Nationalmannschaften vor sehr vielen Zuschauern, das wird schon Spaß machen“, freut sich Marko Mamic auf die Duelle gegen Semper & Co.
Doch es gibt auch eine großen Wermutstropfen. Das Länderspiel-Debüt vom „jungen wilden“ DHfK-Spielmacher Luca Witzke, der erstmals für die A-Nationalmannschaft nominiert wurde, muss leider warten. Die Lehrgangs- und Länderspielwoche ist für den 20-Jährigen vorzeitig beendet, denn er brach sich bei einem Trainingsunfall am Dienstagmorgen in Zagreb das Nasenbein.
Luca Witzke ist unter Aufsicht von Mannschaftsarzt Prof. Dr. Kurt Steuer medizinisch in einem Krankenhaus vor Ort versorgt worden. Er wird - nach Rücksprache mit den medizinisch Verantwortlichen des SC DHfK - bis zum Heimflug am Donnerstag beim DHB-Team verbleiben und anschließend zurück nach Leipzig reisen.
„Ich wünsche allen Spieler, die zur Nationalmannschaft fahren, egal ob vom SC DHfK Leipzig oder anderen Vereinen, dass sie gesund bleiben. Das ist vor allem nach den vielen Verletzungsmeldungen der vergangenen Wochen ganz wichtig. Dass Luca die Erfahrung seines ersten A-Länderspiels jetzt noch nicht machen darf, ist natürlich sehr schade für ihn. Er hatte sich diese Nominierung verdient, denn alles was Luca macht, tut er mit 100 Prozent Einsatz. So habe ich Luca in seinen ersten Wochen in Leipzig und schon zuvor bei der Junioren-Nationalmannschaft kennengelernt und so hätte er sich sicherlich auch im Trikot der A-Nationalmannschaft präsentiert. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass Luca alles dafür tun wird, nochmals für die Nationalmannschaft nominiert zu werden“, so DHfK-Cheftrainer André Haber.