Zuvor musste am Montagabend ein geplantes Testspiel des HC Erlangen aufgrund eines Coronafalls bei Gegner TVB Stuttgart abgesagt werden. „Die Erlanger sind auf die Vereine zugekommen und haben angefragt, ob sie stattdessen gegen Coburg und uns testen können. Diesem Wunsch sind wir natürlich sehr gern nachgekommen und freuen uns darauf, gegen zwei Bundesligamannschaften antreten zu können“, so DHfK-Cheftrainer André Haber.
Den Leipziger Coach plagen derzeit allerdings Verletzungssorgen im Rückraum. Neben den langfristigen Ausfällen von Maximilian Janke (Schulter-OP) und Luca Witzke (Knorpelschaden) muss der SC DHfK bei den anstehenden Tests mit Martin Larsen und Niclas Pieczkowski auf zwei weitere Rückraumspieler verzichten.
„Martin hatte schon das Vorbereitungsspiel gegen Kielce verpasst, nachdem der sich das linke Knie verdreht hatte. Am Samstag gegen die Füchse hatte er es in der ersten Halbzeit wieder probiert, da er aber erneut starke Schmerzen bekam, haben wir gestern im Universitätsklinikum eine MRT-Diagnostik durchgeführt. Dort wurde zum Glück keine schwerwiegende Verletzung festgestellt, sondern es zeigte sich eine Zerrung im hinteren Kniegelenkbereich. Er wird jetzt einige Tage pausieren, bis der Reizzustand abgeklungen ist und erhält eine intensive Therapie im ASEVIDA Reha-Zentrum. Wir hoffen, dass er nächste Woche wieder in den Trainingsbetrieb zurückkehren kann“, so Mannschaftsarzt Prof. Dr. Pierre Hepp.
Gleiches gilt für Spielmacher Niclas Pieczkowski. Er hatte sich im Spiel gegen die Füchse Berlin den Ellenbogen überdehnt. Die Ultraschalluntersuchung ergab eine Zerrung im Bereich des Trizeps. Nach intensiver Behandlung im ASEVIDA Reha-Zentrum soll der 30-Jährige in der kommenden Woche wieder auf der Platte stehen.
Comeback von Philipp Müller
Durch den Engpass im Rückraum wird sich Routinier Philipp Müller am Freitag und Samstag wieder das Handball-Trikot überstreifen. Der 35-Jährige hatte seine Spielerkarriere nach Ende der vergangenen Saison eigentlich beendet, um sich seiner neuen Aufgabe als Sportkoordinator zu widmen. „Wir sind sehr froh, dass wir in unserem Verein mit Philipp über so eine exzellente Backup-Lösung verfügen. Philipp hat sich die letzten Wochen und Monate immer fit gehalten und wird unsere Abläufe mit Sicherheit schnell wieder verinnerlichen“, so Trainer André Haber.
Die Begegnung gegen Erlangen wird am Freitag um 18 Uhr angeworfen. Der Vergleich mit Coburg findet am Samstag um 16 Uhr statt. Beide Spiele werden ohne Zuschauer ausgetragen. In welcher Spielstätte die Partien stattfinden, ist derzeit noch in Klärung durch Gastgeber HSC 2000 Coburg.
Die Fußstapfen, die er hinterlässt, sind groß und erscheinen nahezu riesig. Doch wer könnte geeigneter sein, in derartige Fußstapfen zu treten, als ein echter Riese? Der 20-Jährige Julius Meyer-Siebert kann getrost als solcher bezeichnet werden und gilt mit seiner Körpergröße von 2,06 Meter im wahrsten Sinne des Wortes als Riesentalent.
Meyer-Siebert erlernte das Handballspielen bei seinem Heimatverein HASPO Bayreuth. Sein Drang nach sportlicher Aktivität war bereits im frühesten Kindesalter ausgeprägt. Mit drei Jahren wuselte der Blondschopf schon durch die örtliche Turngruppe, die damals vom Sport-Zivi Philipp Müller – heutiger Sportkoordinator beim SC DHfK Leipzig – geleitet wurde. Eher zufällig bewarb sich Julius Meyer-Siebert dann im Alter von 16 Jahren für ein Sichtungstraining bei der Leipziger Handball Akademie. „Da waren wir schnell von ihm angetan und haben sofort Potential gesehen. Für seine enorme Körpergröße verfügte er schon über eine sehr saubere Technik, das sieht man bei so großen Spielern sehr selten“, erinnert sich Nachwuchskoordinator Matthias Albrecht. Fortan sollte Leipzig für Meyer-Siebert zur neuen Heimat werden.
Bereits im vergangenen Jahr gehörte er zum Kader der Profimannschaft und sammelte seine ersten Bundesligaminuten, absolvierte aber noch die meisten Spiele bei der U23 in der 3. Liga. Von Montag bis Mittwoch trainierte der Rückraumspieler in der vergangenen Saison immer mit den Profis, ab donnerstags bereitete er sich dann unter Trainer Enrico Henoch auf die Spiele mit der U23 vor. Dort gehörte er mit 112 Saisontoren zu den Top-Ten-Torschützen der Staffel Mitte.
In der Bundesliga wird er sich ab sofort mit ein paar schwereren Geschützen messen müssen. „Ich möchte jede Einheit nutzen, um mich weiterzuentwickeln und mir Einsatzzeiten zu erarbeiten“, sagt der 20-Jährige noch recht zurückhaltend. Dass er das Zeug dafür hat, davon sind seine Mitspieler und Trainer längst überzeugt. „Er hat das Potential, auch in unser Abwehrsystem hineinzuwachsen“, sagt Chefcoach André Haber und sorgt noch für eine Brise Zusatzmotivation: „Letzte Saison ist Luca Witzke als junger Spieler zu uns gekommen, war im gleichen Alter wie Julius jetzt – und ein paar Wochen später wurde er plötzlich zur A-Nationalmannschaft eingeladen.“
Das ist freilich noch Zukunftsmusik. Aber es zeigt, dass der Leipziger Weg für viele talentierte Spieler genau der richtige zu sein scheint. Der 2,06-Riese ist jedenfalls schon jetzt ein voll akzeptierter Teil der Mannschaft und hat deswegen auch das ehrenvolle Amt des Leibchenwarts inne. Meyer-Siebert hilft aber auch den anderen jungen Spielern gern mal beim Wasserschleppen. „Es gibt ja schließlich Hierarchien in einer Mannschaft“, so der 20-Jährige, dem bewusst ist, dass er in den kommenden Jahren noch das eine oder andere Kilogramm zulegen sollte, um sich in der stärksten Liga der Welt zu behaupten. „Man muss dafür natürlich mehr essen, als man verbrennt, aber das hört sich leichter an, als es ist“ berichtet der Rechtshänder mit einem Augenzwinkern.
Einen etwas höheren Body-Mass-Index bringt inzwischen Franz Semper auf die Waage, der damals ebenfalls den direkten Sprung von der Handball Akademie ins Profiteam schaffte. Auch beim Deutschen Handballbund ist der Werdegang ein ähnlicher: Wie einst Franz Semper (WM-Bronze 2015) kehrte Julius Meyer-Siebert im letzten Jahr mit Edelmetall von seinem ersten großen internationalen Turnier zurück. Mit Silber bei der U19- WM war Meyer-Siebert bei seiner ersten Weltmeisterschaft sogar einen Platz besser als Semper. Und mit der Teilnahme an der U20-EM im kommenden Winter hat Julius Meyer-Siebert schon das nächste große Ziel vor Augen. Er hätte sicherlich nichts dagegen, auch diesmal wieder einen Rang besser abzuschneiden, als sein „Vorgänger“ Semper. Dieser hatte nämlich im Jahr 2016 bei der U20-EM mit der Junioren-Nationalmannschaft Platz zwei belegt…
Und dann wäre da noch eine wichtige Parallele der beiden großen Talente. Sechs Jahre betreute Akademie-Goldsponsor B.A.S. Verkehrstechnik AG Franz Semper als Spielerpate. Jugendliche mit großem sozialem Engagement auf dem Weg in das Erwachsenleben zu begleiten, egal ob im sportlichen oder beruflichen Leben, ist in den letzten Jahren ein wesentlicher Teil der Unternehmensphilosophie von B.A.S. geworden. Als starker und zuverlässiger Partner trägt das als Aktiengesellschaft geführte Familienunternehmen schon seit dem Jahr 2013 maßgeblich zur nachhaltigen Weiterentwicklung und aktiven Zukunftssicherung des SC DHfK Handball bei.
Nach dem Weggang von Semper lag die Entscheidung für Vorstand Ralph Goerres dementsprechend auf der Hand, welcher Spieler das B.A.S.-Logo künftig auf dem Ärmel tragen wird. „Bei Julius haben wir zwar nicht diese exklusive Linkshänder-Situation, doch ich bin davon überzeugt, dass er eine große Perspektive hat, einen ähnlichen Weg zu gehen wie Franz“, freut sich Ralph Goerres auf hoffentlich viele gemeinsame und erfolgreiche Jahre als Patensponsor und Unterstützer von „Riesentalent“ Julius Meyer-Siebert.
Nach vorherigen Testspielen vor 250 Zuschauern (gegen Aue) und 500 Fans (gegen Kielce) funktionierte auch die dritte Ausbaustufe des Leipziger Hygienekonzeptes tadellos. Erstmals waren dabei wieder drei Tribünenseiten geöffnet. 725 Handballfans freuten sich trotz Maskenpflicht, Abstandsregeln und Zonentrennung über einen sehr unterhaltsamen und kurzweiligen Nachmittag in der QUARTERBACK Immobilien ARENA.
„Erstmal danke an alle Fans, die heute in der Halle waren. Das war eine super Stimmung und man hat den Unterschied zwischen 250 Zuschauern und mehr als 700 deutlich gespürt. Wir hoffen, dass wir die Anzahl der Fans jetzt weiter sukzessive steigern können und freuen uns riesig darauf“, so Kapitän Alen Milosevic.

Zum Spiel sagte der Schweizer Nationalspieler: „Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg. Im Vergleich zu den letzten Spielen haben wir heute wieder Fortschritte gezeigt und müssen jetzt weiter an uns arbeiten, damit wir dann am 1 Oktober zu einhundert Prozent fit und bereit sind, um die ersten beiden Punkte zu holen.“
In den kommenden drei Wochen bestreiten die DHfK-Handballer noch zwei Testspiele bei der HSG Coburg, ein Freundschaftsspiel gegen Wisla Plock und nehmen am Spielo-Cup in Lübbecke teil. Die neue Saison in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga beginnt am 01.10. mit einem Heimspiel gegen die Eulen Ludwigshafen.
SC DHfK Leipzig gegen Füchse Berlin 32:32 (18:16)
Torschützen SC DHfK: Weber 7, Krzikalla 6, Pieczkowski 3, Mamic 3, Meyer-Siebert 3, Binder 2, Gebala 2, Milosevic 2, Roscheck 2, Larsen 1, Wiesmach 1
Am 2. Spieltag gastieren die DHfK-Handballer bei Aufsteiger HSC Coburg (6. Oktober), bereits am 3. Spieltag bestreiten die Grün-Weißen dann ihr erstes Topspiel, wenn am 11. Oktober um 13.30 Uhr die Füchse Berlin in der QUARTERBACK Immobilien ARENA aufschlagen. Gern erinnern sich alle Leipziger Fans zurück an den Ligastart in der vergangenen Saison, als Lucas Krzikalla in letzter Sekunde zum umjubelten 24:23-Heimsieg gegen die Füchse Berlin vor knapp 5000 Fans traf.
So viele Zuschauer werden es diesmal leider nicht sein dürfen, doch die Hygiene- und Betriebskonzepte der LIQUI MOLY HBL und der jeweiligen Vereine sollen stufenweise mehr Fans das Live-Erlebnis in den Arenen ermöglichen. Der SC DHfK Handball hat gemeinsam mit der QUARTERBACK Immobilien ARENA beim Gesundheitsamt Leipzig ein Konzept für über 1000 Zuschauer eingereicht und hofft, die ersten Bundesligaspiele im Oktober gemeinsam mit allen Dauerkarteninhabern und Sponsoren bestreiten zu können.
>>> Zum kompletten Spielplan des SC DHfK Leipzig <<<
Die wichtigsten Rahmendaten der Saison 2020/21 im Überblick:
- Ligabetrieb ab sofort mit 20 Klubs
- Ligastart: 1. Oktober 2020 (1. Spieltag)
- Ligaende: 27. Juni 2021 (38. Spieltag)
- Nach dem 16. Spieltag (26./27. Dezember) pausiert der Spielbetrieb
- Winterpause endet am ersten Februar-Wochenende (6./7.02.2021)
- Sky zeigt alle 380 Spiele der Saison live im TV
Letzter Test in Leipzig: SC DHfK empfängt Füchse Berlin
Gut fünf Wochen, bevor Leipzig und Berlin am 11.10. beim Sky-Topspiel aufeinandertreffen, stehen sich beide Teams schon am kommenden Wochenende gegenüber. Das letzten Vorbereitungsspiel in Leipzig zwischen dem SC DHfK und den Füchsen Berlin wird am Samstag (5. September) um 17 Uhr angeworfen. Auch hier testet der SC DHfK Handball wieder vor Zuschauern. Mehr als 500 Karten wurden bereits verkauft. Tickets gibt es unter www.scdhfk-handball.de/tickets und am Ticketschalter der ARENA.
» Wichtige Infos für alle Besucher des Testspiels: www.scdhfk-handball.de/gesundheitsbogen
„Wildwasser-Rafting ist sehr gut geeignet, um den Zusammenhalt im Team zu stärken“, sagte Cheftrainer André Haber. „Auf dem Wasser merkt man recht schnell, dass man nur mit vereinter Kraft vorwärtskommt – diese Erfahrung schweißt zusammen und macht die Mannschaft stärker.“
Dass Rafting jedoch nicht nur eine Teambuilding-Maßnahme, sondern auch effektives Training ist, haben die Spieler um Alen Milošević deutlich gespürt: „Ein Stunde Paddeln auf dem Wildwasser ist ganz schön anstrengend, das trainiert auf alle Fälle die Kraft- und Ausdauerfähigkeit!“, betonte der Kapitän.
„Ein tolles Erlebnis!“, sagte Nationalspieler Philipp Weber, für den das wilde Abenteuer im Kanupark keine Premiere war. „Das Wildwasser-Rafting macht immer wieder Spaß: Die Kraft des Wassers zu spüren und dann der Adrenalinkick, wenn man die Walzen hinabfährt – das ist einfach großartig!“
Der Kanupark Markkleeberg …
… ist eine der modernsten Wildwasseranlagen der Welt und technisch vergleichbar mit den Olympiastrecken in Sydney, London und Rio de Janeiro. Er bietet ideale Voraussetzungen für Training sowie nationale und internationale Wettkämpfe im Kanu-Slalom. Der Kanupark gilt als touristisches Highlight im Leipziger Neuseenland. In den vergangenen Saisons nutzten bis zu 25.000 Freizeitsportler die verschiedenen Wildwasser-Angebote. Etwa 450.000 Besucher werden im Kanupark jährlich begrüßt. Die diesjährige Saison geht bis 10. Oktober.
Vom 4. bis 6. September 2020 finden im Kanupark die EM-Qualifikationen und die Deutschen Meisterschaften im Kanu-Slalom statt.
Alle Informationen zum Kanupark sind zu finden unter www.kanupark-markkleeberg.com
„Wir haben heute den Knorpelschaden hinter der Kniescheibe behandelt und konnten die instabilen Knorpelanteile wieder glätten. Ich rechne damit, dass Luca circa zwei Monate fehlen wird“, so Mannschaftsarzt Prof. Dr. Pierre Hepp, der die Operation bei dem 21-Jährigen durchführte.
Auf der Platte begann es dann für die grün-weißen Handballer aber alles andere als optimal. Unter tosendem Applaus wurden die DHfK-Männer von ihren Fans begrüßt, trotzdem sollte in den ersten Angriffen wenig zusammenlaufen. Der polnische Meister führte schnell mit 0:4, erst in der 6. Spielminute gelang Nationalspieler Philipp Weber der erste Leipziger Treffer.
Anschließend kamen die Leipziger immer besser in die Partie. Der ehemalige Kielce-Spieler Marko Mamic erzielte nach 13 Minuten den 7:7-Ausgleich. Und auch der zweite Leipziger mit Kielce-Verbindungen machte auf sich aufmerksam. Maciej Gebala erzielte in der ersten Viertelstunde der Begegnung drei Treffer und hatte damit im private Bruder-Duell gegen Tomasz Gebala (kein Tor im Spiel) die Nase vorn. Nach einem Doppelschlag von Alen Milosevic und Lukas Binder ging der SC DHfK sogar mit zwei Treffern in Führung (11:9), die Seiten wurden schließlich bei einem knappen 14:13 für Leipzig gewechselt.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit ging es dann ganz schnell. Den DHfK-Männern gelangen in den ersten Angriffen nach der Pause zwar zwei Tore, der polnische Serienmeister erzielte jedoch gleich fünf Treffer binnen drei Minuten. So lag Kielce nach 33 Spielminuten wieder mit 16:18 vorn und sollte diese Führung auch nicht mehr hergeben. Bis in die Schlussphase waren die Leipziger noch in absoluter Schlagdistanz, allen voran durch sieben Treffer von Philipp Weber, doch die Champions-League-erfahrene Mannschaft um Andreas Wolff setzte sich schlussendlich mit 29:32 durch.
„Es war schön, gegen so einen Gegner testen zu können und von 500 Zuschauern unterstützt zu werden. In einigen Aktionen kam da schon Bundesliga-Feeling auf. Leider haben wir heute zu viele Fehler gemacht und in der zweiten Halbzeit nicht gut genug gedeckt. Damit bin ich nicht zufrieden, denn wir hätten das Spiel sonst gewinnen können. Es ist kein Geheimnis, dass bis zu unserer Bestform noch ein langer Weg zu gehen ist, aber dafür konnten wir heute viele Erkenntnisse sammeln“, so Chefcoach André Haber.
SC DHfK Leipzig gegen Vive Kielce 29:32 (14:13)
Torschützen SC DHfK: Weber 7, Krzikalla 5, Gebala 3, Mamic 3, Binder 3, Milosevic 2, Wiesmach 2, Pieczkowski 1, Remke 1, Meyer-Siebert 1, Szeles 1
Neuzugang Martin Larsen wurde aufgrund von Kniebeschwerden geschont.
Das Wiedersehen mit den eigenen Fans war für die DHfK-Männer zwar eine hochemotionale Angelegenheit, die wichtigste Botschaft trugen beide Mannschaften allerdings schon vor Anpfiff der Partie nach außen. Neben der Überschrift „Gemeinsam für und mit“ wurden auf einem 30 Meter langem Banner knapp 40 Berufs- und Personengruppen aufgelistet, die von der aktuell unklaren Situation der Sport- und Veranstaltungsbranche maßgeblich betroffen sind.

„Ich bin jedem einzelnen der 250 Zuschauer dankbar, die heute da waren und allen, die es ermöglicht haben, dass wir wieder vor Zuschauern spielen durften. Mit unserer Botschaft vor dem Spiel wollten wir wachrütteln, dass solche Veranstaltungen unter strenger Einhaltung der Hygienekonzepte nichts Gefährliches sind, sondern sinnvoll, wichtig und schützenswert. Mit diesem Signal möchten wir transparent machen, was alles daran hängt. Da reden wir nicht nur über 20 Sportler, die mal ein halbes Jahr kein Handball spielen können. Es geht hier um tausende, vielleicht Millionen von Menschen, die in Lohn und Brot in der Sport- und Veranstaltungsbrache stehen. Und wir reden hier über einen gesellschaftlichen Nutzen, der unschätzbar groß ist, weil solche Veranstaltungen auch ein Ventil sind für Emotionen, weil man ganz wichtige Botschaften senden kann und weil hier Bundesliga- und Nationalspieler auf der Platte stehen, die als Vorbilder wichtige Werte vermitteln“, sagt DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther und ergänzt: „Wir brauchen in den Kommission der politischen Entscheidungsträger jetzt ganz dringend auch Leute aus der Praxis, denn es liegen überall schlüssige Konzepte auf dem Tisch, die darauf warten, aktiviert zu werden – und zwar jetzt und nicht erst in zehn Wochen.“
>>> Die Übertragung von MDR Sport im Osten im Re-Live
SC DHfK Leipzig gegen EHV Aue 33:27 (17:13)
Torschützen SC DHfK: Mamic 6, Krzikalla 6, Milosevic 4, Meyer-Siebert 4, Binder 3, Gebala 2, Neumann 2, Remke 2, Larsen 2, Weber 1, Pieczkowski 1
„Im Angriff haben wir heute ordentlich gespielt. Wir haben einige Dinge probiert und davon sind auch viele gelungen. Leider haben wir Mitte der zweiten Halbzeit zu viele Bälle in Folge verworfen, so dass wir Aue nochmal ins Spiel eingeladen haben. Das war schade, aber insgesamt war es ein Test, der seinen Zweck absolut erfüllt hat. Jetzt bin ich sehr gespannt, wie wir uns am Sonntag gegen Kielce schlagen“, so Cheftrainer André Haber.
Die Partie gegen den polnischen Meister beginnt am Sonntag um 16 Uhr und ist mit 500 Zuschauern bereits ausverkauft. Der SC DHfK Leipzig überträgt live auf seiner Facebookseite.
Die Partie gegen den EHV Aue am Freitag (28.08.) um 17 Uhr wird auf Grundlage des von Gesundheits- und Ordnungsamt genehmigten Schutz- und Hygienekonzeptes der ZSL Betreibergesellschaft erstmals wieder vor 250 Zuschauern stattfinden. Zwei Tage später, am 30.08., dürfen beim Kracher gegen die Weltklasse-Mannschaft KS Vive Kielce 500 grün-weiße Fans dabei sein. Der Final4-Teilnehmer der vergangenen Champions-League-Saison kommt unter anderem mit Nationaltorhüter Andreas Wolff und Tomasz Gebala - Bruder von DHfK-Kreisläufer Maciej Gebala - in die Messestadt.

Für das Sachsenderby gegen Aue gibt es noch ca. 30 Tickets, die Partie gegen Kielce ist dagegen bereits ausverkauft. Die Ticketpreise betragen jeweils 10 Euro für Vollzahler und 5 Euro für Kinder bis 16 Jahre. Tickets gibt es direkt am ARENA-Ticketschalter und online unter www.scdhfk-handball.de/tickets
Im Online-Ticketshop und am Ticketschalter der QUARTERBACK Immobilien ARENA läuft zudem der Vorverkauf für das letzte Heim-Testspiel der laufenden Saisonvorbereitung. Bei der Partie gegen die Füchse Berlin am 05. September könnten aufgrund der gestern beschlossenen neuen Corona-Schutzverordnung des Freistaates Sachsen sogar schon mehr als 500 Fans dabei sein.
DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther begrüßt diese Entscheidung: „Ich freue mich sehr, dass sich unsere Landesregierung mutig zeigt und uns mit der neuen Verordnung ermöglicht, mit gut erarbeiteten Hygienekonzepten wieder mit über 1000 Zuschauern in der Halle stehen zu dürfen.“
Für den SC DHfK Leipzig gilt es jetzt, die anstehenden Vorbereitungsspiele zu nutzen, um die Hygiene- und Betriebskonzepte der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga, des ARENA-Hallenbetreibers und des SC DHfK Leipzigs auf einen Nenner zu bringen und erfolgreich zu testen.
Wichtiger Hinweis für alle Testspiele in Leipzig:
Bei den Spielen gelten für einen Heimspielbesuch ab sofort neue „Spielregeln“. So müssen alle Besucher neben einem gültigen Ticket am Einlass auch einen ausgefüllten Gesundheitsbogen abgeben. Maskenpflicht und eine Sitzplatzpflicht für den auf dem Ticket ausgewiesenen Platz sind ebenso verbindlich, wie die Beachtung der allgemeinen Hygieneregeln. Alle Infos zu den neuen Spielregeln: www.scdhfk-handball.de/gesundheitsbogen
BITTE BEACHTEN:
Folgende Regeln sind beim Besuch unserer Heimspiele zu beachten und umzusetzen, damit wir alle in ZUKUNFT wieder Handball erleben können:
- Geänderte Einlasssituation: Die bisherigen Haupteingänge sowie das Foyer bleiben geschlossen. Die ARENA ist in 4 Bereiche (A bis D) eingeteilt, wobei jeder Bereich über separate Ein- und Ausgang verfügt.
- Den Gesundheitsbogen (www.scdhfk-handball.de/gesundheitsbogen) vorab vollständig ausfüllen und am Spieltag ausgedruckt mitbringen.
- Am Einlass bitte Ticket, Gesundheitsbogen und Ausweisdokument mit Wohnanschrift für den Abgleich der Daten auf dem Gesundheitsbogen bereithalten.
- Mund-Nase-Schutz ist dauerhaft mit dem Zutritt zur ARENA (außer beim Trinken und Essen) bis zum Verlassen zu tragen. Getränke und Speisen sind am Platz einzunehmen.
- Alle Absperrungen sind zu beachten und nur der auf dem Ticket ausgewiesenen Sitzplatz zu nutzen.
- Mindestens 1,5m Abstand zu anderen Personen halten.
- Gruppenansammlungen z.B. an den Catering-Boxen vermeiden und die Abstandsregeln konsequent einhalten.
- Hände regelmäßig und gründlich (mind. 30 Sekunden) mit Seife waschen und desinfizieren!
- Direkten Kontakt (Händeschütteln, Umarmen o.ä. zur Begrüßung/Verabschiedung) vermeiden.
- Berührung von Augen, Nase oder Mund mit ungewaschenen Händen vermeiden.
- Den Anweisungen des Ordnungspersonals ist stets Folge zu leisten. Bitte auf Durchsagen des Hallensprechers achten.
- Bitte aufeinander achten und sich gegenseitig beim Einhalten vorgenannter Hygieneregeln helfen.
Damit ist das Experiment im übertragenen und wörtlichen Sinne erfolgreich über die Bühne gegangen. Mit RESTART-19 untersucht die Universitätsmedizin Halle deshalb mit Unterstützung der Betreibergesellschaft ZSL der Quarterback Immobilien Arena Leipzig, des Handball-Bundesligisten SC DHfK Leipzig und weiteren Partnern evidenzbasiert und mit wissenschaftlichem Studiendesign die Risiken von Großveranstaltungen in Hallen. Ziel ist es, Lösungen zu finden, wie diese wieder stattfinden könnten.
RESTART-19 besteht aus mehreren Teilprojekten wie der Entwicklung eines mathematischen Modells zur Risikoabschätzung und der Festlegung von Rahmenbedingungen für eine Großveranstaltung. Nun geht es an die Auswertung der erhobenen Daten. Erste Ergebnisse werden im Herbst vorliegen und voraussichtlich in der ersten Oktoberhälfte vorgestellt.
1.500 Tracker haben in der Quarterback Immobilien Arena Leipzig kontinuierlich Daten gesendet. Jeder Teilnehmende hatte einen solchen Tracker zum Umhängen erhalten. „Das ist zwar nur etwa ein Drittel der erwarteten Probandenzahl, aber eine Datenbasis mit der wir sehr gut arbeiten können“, so der Sachgebietsleiter für Klinische Infektiologie am Universitätsklinikum Halle (Saale).
„Das hat uns richtig Spaß gemacht. Ich hatte erst gedacht, dass es wegen der Masken sehr steril wird, aber es war ein überraschend gutes Gefühl. Und das Publikum in Leipzig war erstaunlich textsicher“, so Bendzko. Das Konzert, auch wenn es im Rahmen einer Studie stattfand, sei ein Schritt in Richtung Normalität. „Ich hoffe, dass die Ergebnisse uns dabei helfen, bald wieder richtige Konzerte vor Publikum zu spielen“, sagt der Sänger, der zudem darauf verwies, dass 99,9 Prozent der Menschen in der Veranstaltungsbranche im Hintergrund arbeite. „Hier laufen wir auf ein großes Unglück zu und müssen dringend Lösungen finden.“
Sportvereine, insbesondere der Hallensportarten, müssen seit Monaten ebenfalls ohne Publikum und damit ohne Einnahmen auskommen.
„Wir sollten uns darüber freuen, dass 1.500 Leute gekommen sind, anfangs im strömenden Regen, auf Halleneinlass gewartet haben, dann zehn Stunden mit uns den Tag verbracht haben - trotz drei Mal Rein- und Rausgehen im Hochsommer im Rahmen der Szenarien. Das sind unsere Helden. Und für uns ist es ein Glückstag. So etwas wie heute haben wir das letzte Mal vor 167 Tagen beim letzten Heimspiel erlebt“, sagt Karsten Günther, Geschäftsführer des SC DHfK Handball. Die Menschen und Sponsoren seien diejenigen, die für Einnahmen sorgten. „Wir spielen nicht für die Sitze und nicht für die Hallenwände, sondern für die Menschen“, verdeutlicht er die Wichtigkeit von Publikum für die Spiele der Handballer, aber auch für Konzerte.
Inhaber von großen Veranstaltungsorten wie der Quarterback Immobilien Arena Leipzig sind gleich doppelt gebeutelt, weil weder sportliche Veranstaltungen noch kulturelle Veranstaltungen mit Publikum stattfinden können.
„Wir sind gespannt, was bei der Studie herauskommt und uns ist klar, dass diese kein Allheilmittel ist“, sagt Matthias Kölmel, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft der Quarterback Immobilien Arena Leipzig. Die Eventbranche sei die sechstgrößte Branche in Deutschland und habe sowohl eine wirtschaftliche als auch eine gesellschaftliche Relevanz, doch sie bröckele von Tag zu Tag mehr. „Veranstaltungen schaffen Begegnungen. Die Menschen kommen aus ihrem Alltag heraus“, sagt er. Am 10. März 2020 habe man als eine der ersten Hallen schließen müssen und wahrscheinlich gehöre man zu den letzten, die wieder öffnen dürften.
Das Projekt wird mit rund 990.000 Euro von den Ländern Sachsen-Anhalt und Sachsen sowie aus Eigenmitteln der Universitätsmedizin Halle (Saale) finanziert. Dem Projekt RESTART-19 waren die Erarbeitung eines Studiendesigns, eines Hygienekonzepts, Förderanträge und Genehmigungen, die Rekrutierung von Probandinnen und Probanden, die Planungen für das Experiment, das Versenden von Testkits und auch die Auswertung der Tests vorausgegangen.