Der Vorsprung hielt allergings nicht lange. Bereits in der 13. Minute schafften die Hausherren den Ausgleich zum 6:6. Dann sorgte Jens Vortmann für einen Hingucker. Er zeigte erst eine überragende Parade, die dem SC DHfK aber nichts einbrachte, da die Unparteiischen auf Siebenmeter für die Stuttgarter entschieden, doch auch diesen Strafwurf gegen den eigentlich sehr sicheren Schützen Patrick Zieker wehrte der DHfK-Keeper ab. Milosevic, Binder und Weber netzten – und so war beim 6:9 der alte Abstand wieder hergestellt.
TVB-Coach Jürgen Schweikardt hatte inzwischen seine erste Auszeit genommen, dennoch blieben die DHfK-Männer tonangebend und zogen durch Binder und Wiesmach auf 7:12 davon. Weil sich die Stuttgarter trotz des 5-Tore-Rückstandes nicht hängen ließen und die Leipziger in der Schlussphase der ersten Hälfte klarste Chancen nicht im Tor unterbrachten, ging es schließlich nur mit zwei Treffern Unterschied (12:14) in die Pause.
Der erste DHfK-Angriff im zweiten Abschnitt wurde von den Stuttgartern sofort wieder vereitelt und Nationaltorhüter Jogi Bitter traf in das leere Leipziger Gehäuse um Anschlusstreffer. Überhaupt war der 37-jährige Weltmeister der Mann des Tages und hatte am Ende nicht nur dieses Tor, sondern auch 16 Paraden zu Buche stehen. Beim Spielstand von 16:16 war die Partie bereits in der 33 Minute quasi wieder auf Null gekrempelt. Die Leipziger blieben zwar bissig und erkämpften sich zwischendurch wieder zwei Tore Luft (beispielsweise durch ein schönes Kempa-Anspiel von Lucas Krzikalla auf Lukas Binder), doch spätestens ab der 47. Minute wurde es richtig laut unter den Jecken und Narren in der Arena. Die in einem Faschings-Sondertrikot aufspielende Heimmannschaft holte sich durch das 21:20 von Dominik Weiß ihre erst zweite Führung (nach dem 1:0) der Begegnung.
Jetzt musste einzig und allein der Wille über Sieg oder Niederlage entschieden. Leipzig zeigte Moral, holte sich die Führung zurück, doch Jogi Bitter verhinderte die riesige Gelegenheit zur erneuten Zwei-Tore-Führung durch Philipp Weber. Sein Nationalmannschaftskollege Patrick Ziemer wusste dies zu nutzen, sodass es anstelle von 21:23 mit 22:22 in die letzten fünf Spielminuten ging.
Das Finale hatte Hochspannung pur zu bieten. Jens Vortmann parierte einen weiteren Siebenmeter, sein Partner Joel Birlehm zeigte ebenfalls wichtige Paraden und Maciej Gebala gelangen binnen 60 Sekunden zwei Tore vom Kreis zum 23:24 für die Männer aus der Messestadt. Nach abermaligem Ausgleich der Bittenfelder war es schließlich Philipp Weber, der mit purem Willen bei angezeigtem Zeitspiel 20 Sekunden vor Ende zur Leipziger Führung traf. Jedoch war auch bei den Schwaben der bedingungslose Wille vorhanden, nicht mit leeren Händen von der Platte zu gehen. Dominik Weiß setzte den letzten Punch der Partie und netzte vier Sekunden vor Ablauf der Uhr zum gerechten 25:25 ein.
Trainer André Haber (SC DHfK Leipzig):
„Wir müssen froh sein, dass wir zum Schluss noch einen Punkt geholt haben, weil wir ganz vernünftige letzte drei bis vier Minuten hatten. Dennoch ärgere ich mich, dass wir hier nicht beide Punkte mitnehmen. Das war heute möglich, das hat man in der ersten Halbzeit gesehen, als wir die bessere Mannschaft waren und mit 12:7 geführt hatten. Danach besaßen wir weniger Durchschlagskraft und haben im Angriff zu wenig geschafft, um hier mit zwei Punkten nach Hause zu fahren. Wir haben zu viele überflüssige Regelfehler produziert, die einfach nicht sein mussten und 16 Bälle gegen Jogi Bitter weggelassen. Das ist einfach zu viel in einem Spiel, welches wir gewinnen wollten und was wir auch hätten gewinnen können. Wir nehmen den Punkt gern mit, aber ich bin traurig und ein Stück weit auch verärgert, dass es nicht beide geworden sind.“
Trainer Jürgen Schweikardt (TVB Stuttgart):
„Wir sind glücklich über den Punkt, aber komplett zufrieden eben auch nicht. Wir hätten gerne zwei Punkte mitgenommen. Am Anfang drohte uns die Partie zu entgleiten. Wir haben im Angriff einen Fehler nach dem anderen gemacht. Ende der ersten Halbzeit haben wir es dann besser gemacht. Ich finde, dass es unsere Abwehr gemeinsam mit Jogi bis zum Ende gut gemacht hat. Wir haben keine einfachen Würfe zugelassen und super verteidigt. Die Mannschaft hat es heute leidenschaftlich herausragend gemacht, daran müssen wir festhalten.“
TVB Stuttgart gegen SC DHfK Leipzig 25:25 (12:14)
TVB Stuttgart: Bitter 1, Hummel; Häfner 2, Asgeirsson, Weiß 4, Faluvegi 2, Späth 1, Lönn 3, Röthlisberger, Foege, Zieker 4/1, Pfattheicher, Pesevski, Schmidt 8, Wieling
SC DHfK Leipzig: Vortmann, Birlehm; Wiesmach 1, Witzke 1, Krzikalla 3/1, Binder 5, Janke, Müller 1, Roscheck, Weber 6, Mamic, Remke 1, Gebala 3, Milosevic 4, Santos
Siebenmeter: Stuttgart 1/3, Leipzig 1/2
Zeitstrafen: Stuttgart, 10 Min, Leipzig 8 Min
Zuschauer: 5422 Handballfans in der Porsche-Arena
Die Statistik spricht allerdings überhaupt nicht für die Grün-Weißen. Zwar konnte der SC DHfK bereits mehrfach in Stuttgart gewinnen, allerdings nie in der großen Porsche-Arena. Am zweiten Weihnachtsfeiertag des Jahres 2012, als sich beide Clubs noch in der 2. Bundesliga gegenüberstanden, kassierte des SC DHfK mit 41:25 sogar die höchste Punktspielniederlage der Vereinsgeschichte. Kein gutes Omen also, doch in diesem Jahr wollen die DHfK-Männer den Fluch der Porsche-Arena loswerden.
Um dieses Unterfangen erfolgreich umzusetzen, hat Leipzigs Cheftrainer André Haber zumindest wieder mehr Alternativen im Rückraum. Die beiden Spielmacher Luca Witzke (Wadenprobleme) und Maximilian Janke (Muskelbündelriss im Oberschenkel) sind nach ihren Verletzungen wieder in den Trainingsbetrieb eingestiegen und könnten eine Option für Sonntag sein.
Warum die Aufgabe beim abstiegsbedrohten TVB Stuttgart aber alles andere als einfach wird, erklärte Geschäftsführer Karsten Günther: „Stuttgart steckt mitten im Abstiegskampf und wird in dieses Spiel ganz viel Emotion und Herzblut reinstecken. Da brauchen wir auf allen Positionen eine Topleistung und absolute mannschaftliche Geschlossenheit, um voll dagegenzuhalten.“
Standhalten müssen die Leipziger dabei aber nicht nur ihren Gegenspielern, unter ihnen die drei deutschen EM-Teilnehmer Johannes Bitter, David Schmidt und Patrick Zieker, sondern auch dem Druck der Zuschauer. 5000 Fans haben sich bereits ein Ticket für die Partie gesichert, mehr als 6000 Zuschauer finden in der Porsche-Arena Platz. Zudem haben die Gastgeber die Partie als großen Faschingsspieltag auserkoren und werden gegen Leipzig erstmals in ihrer Vereinsgeschichte mit einem Karnevalstrikot auflaufen.
Übertragen wird das Spiel live bei Sky als Einzelspiel und in der Konferenz. Zudem sendet das DHfK-Fanradio der Leutzscher Welle live aus Stuttgart und überträgt die komplette Begegnung frei empfangbar per Audiostream: www.scdhfk-handball.de/fanzone/audio-livestream/
Die Einschätzung von Chefcoach André Haber:
„Ich freue mich, dass unser Kader mit der Rückkehr von Max wieder etwas größer geworden ist und wir gut besetzt nach Stuttgart fahren. Es wird aber für uns ein schweres Auswärtsspiel, gegen eine Mannschaft, die erbarmungslos kämpfen wird. Zwei Dinge könnten für uns der Schüssel zum Erfolg werden: Wir müssen zu einhundert Prozent gegenhalten und trotzdem kühlen Kopf bewahren. Ich bin zuversichtlich, dass meine Mannschaft das kann und ihr eigenes Spielsystem gut umsetzen wird. Ich freue mich auch auf die Kulisse in der Porsche-Arena und hoffe, dass wir am Sonntag ein sehr gutes Spiel machen und in Stuttgart gewinnen.“
Spielmacher Luca Witzke, der wie Philipp Weber, Franz Semper und Maximilian Janke zum 28er-Kader der deutschen Handball-Nationalmannschaft gehört, musste am Sonntag die Partie gegen Erlangen aufgrund von Schmerzen in der Unterschenkelmuskulatur vorzeitig beenden. Die heutige MRT-Untersuchung im Universitätsklinikum Leipzig ergab bei dem 20-Jährigen zum Glück Entwarnung.
„Die MRT-Diagnostik hat keinen sichtbaren Befund ergeben, sodass wir einen Muskelfaserriss ausschließen können“, so Mannschaftsarzt Prof. Dr. Pierre Hepp.

Chefcoach André Haber: „Das Sportliche nicht aus dem Fokus verlieren“
Erleichtert über die positive Nachricht zeigte sich auch Cheftrainer André Haber. „Verletzungen kann kein Club gebrauchen. Aber gerade in unserer Situation wäre ein weiterer Ausfall im Rückraum ein besonders großer Nackenschlag. Deswegen bin ich sehr froh, dass es Luca in dieser Woche wieder versuchen kann. Jetzt müssen wir schauen, wie lange ihm die verhärtete Wade im Training noch Probleme bereitet und ob es schon am Sonntag für das Spiel in Stuttgart reicht.“
Auch zum aktuell sehr brennenden Thema bezüglich des Hallendachs der QUARTERBACK Immobilien ARENA äußerte sich der Leipziger Coach am Dienstag. „Ich hatte bereits in der Pressekonferenz nach dem Spiel meine Meinung zu dieser Problematik gesagt. Ich bin da in sehr engem Austausch mit unserem Geschäftsführer und weiß, dass unser Verein alles unternehmen wird, um mit den Beteiligten eine schnelle Lösung zu finden. Ich denke aber, wir sollten jetzt nicht das Sportliche aus dem Fokus verlieren“, so André Haber.
„Unsere Mannschaft hat am Sonntag einen super Job gemacht. Wir sind mit einem wichtigen Sieg ins neue Jahr gestartet und hatten fast 5000 Zuschauer in der Halle, die uns unglaublich unterstützt haben. Gleich im ersten Spiel vor einer ausverkauften Arena zu spielen ist eine riesen Nummer und macht ganz viel Lust auf die nächsten Aufgaben. Ich habe nach dem Spiel ganz viele lachende und freudige Gesichter gesehen und es ist einfach schön, die Begeisterung aufzusaugen, dass Mannschaft, Fans und Sponsoren große Lust auf die Rückrunde haben und froh sind, dass nach sieben Wochen Heimspielpause endlich wieder Bundesligahandball in Leipzig gespielt wird“, sagt der DHfK-Chefcoach.
Nach dem 26:21-Heimsieg gegen den HC Erlangen warten auf die DHfK-Männer als Nächstes zwei schwere Auswärtsspiele. Am kommenden Sonntag treffen die Leipziger in der Porsche-Arena auf den TVB Stuttgart, anderthalb Wochen (20. Februar) später steht dann schon das große Derby beim SC Magdeburg an.
Zu Hause fliegt der Ball wieder am 29. Februar zur Primetime am Samstagabend gegen GWD Minden. Nach einem weiteren Heimspiel gegen die Eulen aus Ludwigshafen (08. März) kommen dann die richtig harten Brocken in die Messestadt. Für die Topspiele gegen den Deutschen Meister SG Flensburg-Handewitt (26. März) und Rekordmeister THW Kiel (Ostersonntag/12. April) hat gestern an allen bekannten Vorverkaufsstellen und im Onlineshop der Vorverkauf begonnen: www.scdhfk-handball.de/tickets
„Unsere junge Truppe hat sich nach dem Seitenwechsel gegenseitig motiviert und vor allem im Abwehrverhalten passende Lösungen gefunden. Mit hoher Moral und tollem kämpferischen Aufbegehren haben wir einen kaum zu erwarteten Punkt geholt“, lobte DHfK-Trainer Enrico Henoch den Auftritt. In seinem Team glänzten Keeper Christian Ole Simonsen mit tollen Paraden und Clemens Uhlig mit starken Aktionen in der Defensive. Bester Schütze war Elias Gansau mit sechs Treffern.
Die sächsischen Gäste lagen nach 25 Minuten mit 8:14 hinten, konnten aber bis zur Pause auf vier Tore verkürzen. Doch nach Wiederanpfiff begann sofort ihre Aufholjagd. Sie schafften schnell den Anschluss (18:19/37.) - und egalisierten (22:22/50). In den letzten 10 Minuten erzielten beide Seiten jeweils nur noch zwei Tore. Dabei stellten die Grün-Weißen 14 Sekunden vor Ultimo mit dem letzten Treffer der Partie den verdienten Ausgleich wieder her.
DHfK II: Simonsen 1, Guretzky; Neudeck 1, Meyer-Siebert 2, Szep-Kis, Wenzel, Fritzsche 4, Hellmann 3, Uhlig 2, Gansau 6, Hönicke 2, Reißmann 2, Ruoff, Fujita 1.
Ganze sieben Wochen mussten sich die Leipziger Fans seit dem letzten Heimspiel gegen Wetzlar gedulden, bis in der Arena endlich wieder der Ball flog. Die knapp 5000 Zuschauer in der Halle waren allerdings sofort auf Betriebstemperatur, als unmittelbar vor dem Anwurf die fünf Leipziger Nationalspieler Weber, Santos, Gebala, Milosevic und Silberjunge Marko Mamic sowie der norwegische Bronzemedaillengewinner Petter Øverby im HCE-Trikot für ihre Teilnahme an der Europameisterschaft ausgezeichnet wurden. Durchgeführt hatte die Ehrung Spieltagspräsentator BLT-Sonnek und der zweimalige Kugelstoßweltmeister David Storl.
Der gesamten DHfK-Mannschaft konnte man diesen „EM-Schwung“ von der ersten Sekunde des Spieles auch anmerken, denn die Leipziger waren von Beginn an hellwach: 1:0 durch Luca Witzke, 4:2 durch Lukas Binder, 5:3 durch Philipp Weber – die ersten zehn Spielminuten gehörten eindeutig den Hausherren. Doch dann fanden auch die Gäste besser ins Spiel und glichen immer wieder aus. 5:5, 7:7, 10:10. Trotz zwischenzeitlicher Drei-Tore-Führung der Leipziger deutete kurz vor dem Seitenwechsel vieles auf einen erneuten Handballkrimi hin. Jedoch verschafften sich die Leipziger, die mit Torhüter Jens Vortmann einen bärenstarken Rückhalt besaßen, in den letzten Minuten der ersten Halbzeit noch etwas Luft. Der spielfreudige Luca Witzke erzielte bereits sein drittes Tor zum 12:11 und EM-Silbermedaillengewinner Marko Mamic stellte auf den 13:11-Halbzeitstand.
Der zweite Abschnitt begann dann regelrecht furios, denn das Leipziger Tempospiel zündete jetzt so richtig. Innerhalb von wenigen Minuten hatten die DHfK-Männer ihren Vorsprung plötzlich auf beruhigende sechs Treffer ausgebaut (18:12 nach 36 Minuten). Dank konsequenter Abwehrarbeit und einem weiterhin überragenden Jens Vortmann (insgesamt 15 Paraden) ließen die Grün-Weißen den Gegner nur noch auf höchstens drei Treffer herankommen und verbuchten letztlich einen souveränen 26:21-Erfolg gegen die Mittelfanken. In den Schlussmomenten der Partie durften dann auch noch die beiden Youngster Julius Meyer-Siebert und Jonas Hönicke ihre ersten Heim-Einsatzzeiten in der stärksten Liga der Welt sammeln. In seiner allerersten Bundesligaaktion zog Eigengewächs Jonas Hönicke gleich mal eine glattrote Karte gegen seinen Gegenspieler Sebastian Firnhaber, der deutlich zu ambitioniert zugepackt hatte.
Der fast perfekte Handballnachmittag wurde jedoch auch durch zwei Dinge getrübt. Spielmacher Luca Witzke verletzte sich Mitte der zweiten Halbzeit und wird zur genaueren Diagnose am Montag im Universitätsklinikum Leipzig untersucht. Und dann war da noch die Sache mit dem Hallendach, ein Thema, was im Lager des SC DHfK Leipzig den Pulsschlag regelmäßig deutlich über Normalniveau ansteigen lässt. Denn einmal mehr sorgte das undichte Hallendach für nasse Stellen auf der Platte.
Geschäftsführer Karsten Günther fand deutliche Worte: „Wir können uns nur beim HC Erlangen bedanken, dass sie dieses Spiel mit uns sportlich fair zu Ende gebracht haben, und nicht auf einen Spielabbruch hingewirkt haben, denn das wäre ihr gutes Recht gewesen. Fakt ist, hier muss sich schleunigst etwas tun, denn diese latente Gefahr eines Spielabbruchs und damit des Punktverlustes, einhergehend mit empfindlichen Strafen, kann nicht der Anspruch unserer Sportstadt Leipzig sein.“
>>> Die Trainerstimmen nach dem Spiel
SC DHfK Leipzig gegen HC Erlangen 26:21 (13:11)
SC DHfK Leipzig: Vortmann, Birlehm; Wiesmach (3), Witzke (4), Krzikalla (5/5), Meyer-Siebert, Binder (4), Müller, Roscheck (1), Weber (3), Mamic (2), Remke (2), Gebala (2), Milosevic, Hönicke, Santos
HC Erlangen: Katsigiannis, Lichtlein; Sellin, Overby (2), Haaß (1), Firnhaber (2), Ivic (4/1), Büdel (6), Bissel, Mosindi, Murawski, Schäffer, Link (4), Minen, von Gruchalla (2/2)
Siebenmeter: Leipzig 5/5, Erlangen 3/5
Zeitstrafen: Leipzig 10 Min, Erlangen 8 Min
Rote Karte: Firnhaber (Erlangen, 60. Min)
Zuschauer: 4850 Handballfans in der QUARTERBACK Immobilien ARENA (ausverkauft)
Die Vorbereitung auf die Rückrunde stellte für die Grün-Weißen in diesem Winter eine ungewohnte Sondersituation dar, denn gleich fünf Leipziger durften an der Europameisterschaft teilnehmen – so viele Spieler musste der Verein noch nie für ein großes Turnier abstellen. Dazu gesellten sich noch einige Verletzte, sodass Coach André Haber seinen Kader in der Vorbereitung mit Nachwuchskräften auffüllen musste. „Da hat uns die U23 sehr geholfen. Aber wir haben ohnehin einen breiten Kader und konnten auch ohne die EM-Fahrer sehr gut trainieren“, so der Leipziger Trainer. Als einen der Gewinner der Vorbereitung nannte er Rückraumspieler Gregor Remke. Der 22-Jährige erhielt in den Vorbereitungsspielen (Tests gegen Lübbecke, Aue und Coburg sowie Peugeot-Cup in Dessau) viel Einsatzzeit und wird am Sonntag zusammen mit Nachwuchshoffnung Julius Meyer-Siebert die Position im rechten Rückraum besetzen, denn Nationalspieler Franz Semper laboriert noch an seiner Herzmuskelentzündung und wird gegen Erlangen wie Maximilian Janke, Niclas Pieczkowski und Marc Esche noch ausfallen.
Dafür gehen die Leipziger mit einer gehörigen Portion EM-Schwung in die Partie. Der kroatische Nationalspieler Marco Mamic stieg als frischgebackener Silbermedaillengewinner am Donnerstag wieder ins DHfK-Training ein. Philipp Weber präsentierte sich bei der Europameisterschaft ebenfalls prächtig und konnte bei seinen Auftritten mit dem DHB-Team kräftig Selbstvertrauen tanken. Und auch Raul Santos, Alen Milosevic und Maciej Gebala können ihre EM-Erfahrungen im DHfK-Team einbringen und haben richtig Lust, endlich wieder vor den grün-weißen Fans aufzulaufen.
Die Leipziger Handballfans fiebern dem ersten Pflichtspiel des Jahres jedenfalls mächtig entgegen. Mehr als 4300 Tickets sind für die Partie bereits vergriffen. An den Vorverkaufsstellen und im Onlineshop stehen noch ca. 500 Resttickets für das Spiel zur Verfügung. Plätze auf der Stehplatztribüne gibt es für Vollzahler für nur 10 Euro. -> Zum Onlineshop: www.scdhfk-handball.de/tickets
Präsentiert wird das Heimspiel gegen Erlangen vom Partner für Veranstaltungstechnik BLT-Sonnek, der sich für den Heimspielauftakt unter dem Slogan „Wir sind ein Team“ so einiges ausgedacht hat: Am Sonnek-Stand im Foyer der ARENA findet vor dem Spiel eine Autogrammstunde statt mit dem zweimaligen Weltmeister im Kugelstoßen David Storl vom Mitteldeutschen Kugelstoßteam, welches ebenfalls von Sonnek unterstützt wird. Beim „Heißen Draht XXL“ gibt es außerdem tolle Preise zu gewinnen und als Hauptpreis beim „Hot Seat“ stellt BLT-Sonnek eine hochwertige Bluetooth Box zur Verfügung. Gespannt sein dürfen die Fans in der Halle darüber hinaus auf die Einlaufshow, wo das Showcolate Danceteam und die Dance Company Leipzig die Stimmung schon vor dem Anwurf zum Kochen bringen wollen.
Die Einschätzungen beider Cheftrainer
André Haber (SC DHfK Leipzig): „Wir freuen uns sehr, dass es wieder losgeht und uns sicher wieder über 4500 Fans unterstützen werden. Ich erwarte ein sehr kampfbetontes Spiel, in dem wir uns variabel und temporeich präsentieren wollen. Wir haben große Lust, im Jahr 2020 wieder richtig Gas zu geben und meine Mannschaft wird alles versuchen, um am Sonntag ein Feuerwerk abzubrennen.“
Aðalsteinn Eyjólfsson (HC Erlangen): „Es wird sicherlich ein sehr hartes Spiel. Für uns ist es umso wichtiger, dass wir uns gut präsentieren und von Anfang an hellwach sind. Wir hatten immer Probleme in Leipzig, aber es waren auch immer enge Partien. Ich erwarte auch gegen Leipzig ein enges Spiel, hoffentlich mit dem besseren Ende für unsere Mannschaft.“
Letzte Chance auf das EM-Spezial-Ticket. Montag VVK-Start für Kiel und Flensburg
Ein Ticket, zwei Spiele! Zu den Partien des SC DHfK gegen die Eulen Ludwigshafen am Sonntag, 8. März und den THW Kiel am Ostersonntag, 12. April gibt es ein Kombi-Ticket als EM-Spezial, passend zur gerade beendeten EHF Euro 2020. Mit dem EM-Spezial-Ticket gibt es noch bis Ende dieser Woche die Möglichkeit, sich vorab die besten Plätze für das Heimspiel gegen den Rekordmeister THW Kiel zu sichern, bevor am kommenden Montag (03.02.) um 10 Uhr der Vorverkauf für die Einzelspiele gegen Kiel und Flensburg beginnt. Buchbar ist das EM-Spezial im Onlineshop und an allen bekannten Vorverkaufsstellen.
Sticker-Tauschbörse im ARENA-Foyer
Das Sammelfieber in Leipzig neigt sich dem Ende entgegen. Erstmals in der Vereinsgeschichte hatten die Handballer des SC DHfK Leipzig gemeinsam mit REWE ihr eigenes Stickeralbum entworfen, welches in 28 Leipziger REWE Märkten erhältlich war. Die Aktion war ein riesiger Erfolg, denn insgesamt wurden in Leipzig mehr als 2 Millionen DHfK-Sticker in den Umlauf gebracht.
Am Sonntag beim Heimspiel gegen Erlangen gibt es bei einer Sticker-Tauschbörse nochmal die Gelegenheit, die letzten fehlenden Sticker der insgesamt 100 verschiedenen Motive zu ergattern und doppelte Sticker einzutauschen. Die allerletzte Chance das Stickeralbum zu komplettieren haben die DHfK-Fans dann nur noch beim großen Fanfest in den Höfen am Brühl am 22. Februar.
Als Beispiele nannte er Heiner Brand (WM-Titel 1978), Peter Rost (Olympiasieg 1980) und das Duo Markus Baur/Michael Kraus (WM-Titel 2007). Die Genannten hätten zudem das Team über mehrere Jahre geprägt. Leider sei es zuletzt nicht gelungen, gerade auf dieser wichtigen Position für eine gewisse Konstanz zu sorgen, Verletzungen trugen erheblich dazu bei.
Niclas Pieczkowski ist dafür ein Beispiel. Beim EM-Triumph 2016 hatte er als Spielmacher auf sich aufmerksam gemacht, war danach aber regelrecht vom Pech verfolgt. In dieser Saison konnte er durch seine Schulterverletzung noch kein Spiel für den SC DHfK bestreiten. Auf seine Rückkehr im Frühjahr wird gehofft. Nun hat sich Philipp Weber nach überzeugenden EM-Auftritten als Spiritus Rector empfohlen. Überraschend kommt das nicht, denn dass der Leipziger mit seinem Wurfrepertoire, seinen flinken Beinen und seinem Blick für den Nebenmann für jede Abwehr ein Problem darstellt, war gerade in dieser Spielzeit oft zu erleben. Nun bewies er seine Qualitäten auch in der Nationalmannschaft. Dass Christian Prokop auf ihn verzichten kann, wenn es im April an drei (!) Tagen darum geht, sich in der Olympiaqualifikation gegen Schweden, Slowenien und Algerien zu behaupten, ist schwer vorstellbar, auch wenn ihm dann einige der zuletzt verletzten Spieler wieder zur Verfügung stehen.
Weber hat viel öffentliche Anerkennung erfahren. Was sich vom Bundestrainer nur bedingt sagen lässt. Seit seinem Amtsantritt 2017 wird er häufig infrage gestellt, wird ihm die nötige Erfahrung abgesprochen, werden ihm falsche Entscheidungen in wichtigen Situationen vorgeworfen. Von Außenstehenden in erster Linie, innerhalb der Mannschaft gilt er als unumstritten. Das war bekanntlich nicht immer so, aber nach der EM-Enttäuschung 2018 ist es ihm offenbar gelungen, die Spieler von seinem Konzept zu überzeugen. Sie haben Teamgeist gezeigt und sich klar auf seine Seite gestellt, als er nach den Niederlagen gegen Spanien und Kroatien, die späteren Finalisten, von prominenter Seite heftig kritisiert wurde.
Wer wie ein Bundestrainer in der Öffentlichkeit steht, muss mit solcher Kritik rechnen, erst recht nach Niederlagen. Wer sie äußert, muss sich fragen lassen, ob er damit nicht überzieht. Zwar pfiff das deutsche Team personell nicht gleich auf dem letzten Loch, dass aber unter anderem das Fehlen von Fabian Wiede und Steffen Weinhold nicht mir nichts, dir nichts wegzustecken sein würde, konnte niemand überraschen, der diese Sportart regelmäßig verfolgt oder wie Chef-Kritiker Daniel Stephan als ehemaliger Weltklasse-Handballer zu ihren Protagonisten gehört. Prokop verfügte jedenfalls im Rückraum über keinen Spieler, der mit seiner Vereinsmannschaft aktuell in der Champions League vertreten ist. Welches hochkarätige Personal während der EM teilweise auf der Gegenseite stand, wird niemand entgangen sein.
Es ist ja richtig, die deutschen Handballer haben beim dritten Turnier unter Prokop keine Medaille gewonnen. Aber dieser Januar bot angesichts der Ausgangslage und des fünften Platzes keinen Grund, in Pessimismus zu verfallen. Dafür habe jedenfalls ich mich zu sehr über Rückkehrer Johannes Bitter und Neuling Timo Kastening gefreut. Und, natürlich, über Philipp Weber.
Die Leipziger Handballfans fiebern dem ersten Pflichtspiel des Jahres schon entgegen. Mehr als 4000 Tickets sind für die Partie bereits vergriffen. Das Heimspiel wird präsentiert vom Partner für Veranstaltungstechnik BLT-Sonnek. Der Spieltagspräsentator hat sich im Rahmen der Partie einige Überraschungen für die Zuschauer ausgedacht, wie beispielsweise eine aufgepeppte Einlaufshow und eine Autogrammstunde mit Kugelstoß-Weltmeister David Storl.
Fakten zum Spiel:
Spielort: QUARTERBACK Immobilien ARENA (Am Sportforum 2, 04105 Leipzig)
Anwurf: 16 Uhr
Hallenöffnung: 14:30 Uhr
Vorverkaufs-Zwischenstand: 4308 (Stand 31.01.2020)
Erwartete Zuschauerzahl: 4600 (davon knapp 100 Gästefans)
Spieltagspräsentator: BLT-SONNEK GmbH
Tickets: Alle bekannten VVK-Stellen oder online: www.scdhfk-handball.de/tickets
Sicherheitsinformationen: www.scdhfk-handball.de/heimspiel/sicherheitsinformationen/
Infos für Gästefans: www.scdhfk-handball.de/heimspiel/informationen-fuer-gaestefans/
Schiedsrichter: Fabian Baumgart (Neuried) und Sascha Wild (Offenburg)
„Es ist sehr ärgerlich, dass unsere junge Truppe nach einer Vier-Tore-Führung den Sack nicht zubinden konnte. Wir haben uns in der Endphase zu viele technische Fehler in der Offensive geleistet - und damit auch noch die Punkteteilung liegen gelassen“, resümierte DHfK-Trainer Enrico Henoch.
Obwohl seine Mannschaft mit stabilem Start 6:3 (10.) in Front lag, gingen dennoch die Hessen mit einer 13:11- Führung in die Pause. Im zweiten Durchgang egalisierten die Gastgeber binnen sechs Minuten (14:14) - und hatten danach die Nase klar vorn (21:17/48.). Doch im Endkampf waren die Gäste vor allem bei der Chancenverwertung cleverer. Sie stellten den Ausgleich her (24:24/55.) - und erzielten zwei Minuten vor Ultimo den Siegtreffer. Beste DHfK-Werfer waren Nicolas Neumann (sieben) und Oliver Seidler mit sechs Toren.
DHfK II: Guretzky, Simonsen; Ruoff 2, Wenzel, Seidler 6, Oehlrich, Gansau 3, Neumann 7/3, Hönicke, Uhlig 1, Meyer-Siebert 1, Fritsche, Fujita 4, Hellmann 1, Szep-Kis, Neudeck.
Siebenmeter: 4/3 : 0/0.
Strafminuten: 4 : 4.
Damit ist Weber gemeinsam mit dem 37 Jahre alten Torhüter-Oldie Johannes Bitter hinter Rechtsaußen Timo Kastening (Hannover/Note 1-) der am besten bewertete Spieler. Bitter kann das mit einer beeindruckenden Quote an Paraden unterstreichen. Mit 35 Prozent steht er an zweiter Stelle der EM-Rangliste.
Die Statistik belegt zudem: Philipp Weber hat sich nun auch international zu einer echten Rückraum-Waffe gemausert. In der Torjägerliste der gesamten EM steht er mit 20 Treffern auf Platz 55. Bei 29 Abschlüssen gelang ihm eine Trefferquote von 69 Prozent – ganz ohne Siebenmeterwürfe, welche die Statistik der Konkurrenz aufhübschen.
Sein Leipziger Teamkollege Marko Mamic kehrt mit EM-Silber heim. Er kann mit Webers Trefferquote allerdings nicht mithalten. Mamic erzielte bei 22 Versuchen neun Tore und landet auf Platz 135 der über 300 Torschützen. Fünf Handballer des SC DHfK treffen insgesamt 45 Mal beim EM-Turnier. Der fünfte DHfK-Mann beim kontinentalen Turnier war Alen Milosevic, der für die Schweiz vier Mal traf.
Mamic und Weber werden am Donnerstag in den DHfK-Trainingsbetrieb zurückkehren. Bereits am Samstag gab der österreichische Nationalspieler Raul Santos, der ebenso wie Maciej Gebala (Polen) sechs EM-Treffer beisteuerte, sein Comeback im Training des Leipziger Bundesligisten, der am Sonntag (16 Uhr, Arena) gegen Erlangen wieder auf Punktejagd geht.