Die Handballer des SC DHfK Leipzig haben gemeinsam mit ihren Fans einen grandiosen Saisonabschluss in der heimischen QUARTERBACK Immobilien ARENA gefeiert. Vor 1.863 Zuschauern – so viele durften seit Oktober 2020 nicht mehr dabei sein – kämpften die DHfK-Männer zunächst die HSG Nordhorn-Lingen nieder. Unter tosendem Applaus verabschiedeten sich im Anschluss der Partie Bastian Roscheck, Philipp Weber, Niclas Pieczkowski und Martin Larsen von ihrem SC DHfK Leipzig. Und dann gab es noch einen weiteren emotionalen Höhepunkt. Nach elf Jahren im Verein beendete der ehemalige Leipziger Mannschaftskapitän Thomas Oehlrich seine Profi-Karriere. Sein Trikot wurde nach der Partie in die Ruhmeshalle des SC DHfK Leipzig unters Arena-Dach gezogen.

Die als Absteiger feststehende Mannschaft der HSG Nordhorn-Lingen hätte dem SC DHfK aber beinahe die Party vermasselt. Die Gäste wehrten sich nach allen Kräften und lagen bis in die Endphase der Begegnung auf der Siegerstraße. Leipzig startete zwar fokussiert und aggressiv in die Partie und führte schnell mit 4:1. Bereits nach acht Minuten musste HSG-Trainer Daniel Kubes schon eine Auszeit nehmen. Der SC DHfK bestimmte aber weiter das Spiel und lag nach 18 Minuten mit 8:4 vorn. Zudem mussten die Gäste jetzt in doppelter Unterzahl agieren.

Bis zum 9:5 durch Lukas Binder blieb auch alles beim Alten, dann kamen die Handballer aus Nordhorn-Lingen aber wieder in Schlagdistanz. Als Leipzigs Top-Torschütze Lucas Krzikalla dann auch noch einen Siebenmeter vergab, wendete sich das Geschehen komplett. Plötzlich nahm der Außenseiter aus Nordhorn eine 11:12-Führung mit in die Pause.

Die zweite Halbzeit begann aus Leipziger Sicht wieder vielversprechend, denn der eingewechselte Torhüter Joel Birlehm entschärfte direkt einen Siebenmeter. Allerdings kam bei Leipzig aus dem Rückraum viel zu wenig. Nach 35 Minuten hatte noch gar kein Leipziger Rückraumspieler ein Tor erzielt. Das nutzte die HSG Nordhorn und baute ihre Führung auf 12:15 aus. Eine Viertelstunde vor Schluss hatte dieser Abstand immer noch Bestand und die Nordhorner sogar die Chance, von der Siebenmeterlinie zu erhöhen. Zum Glück hatte diesmal Kristian Saeveras etwas dagegen. Wer glaubte, der parierte Strafwurf sorgte nun endlich dafür, dass die Grün-Weißen das Spiel wieder an sich rissen, sah sich jedoch auf dem Holzweg. Zehn Minuten vor Ende der Heimspielsaison war Nordhorn noch immer um drei Treffer voraus (17:20).

Jetzt mussten die Jungs auf Abschiedstour übernehmen. Anstelle eines lockeren Schaulaufens beim letzten Spiel in eigener Halle mussten sich Philipp Weber, Martin Larsen und Bastian Roscheck jetzt so richtig ins Zeug legen, um sich nicht mit einer Pleite von ihren treuen Fans verabschieden zu müssen. Larsen verkürzte auf 18:20, Philipp Weber besorgte in seinem 150. Bundesligaspiel für Leipzig mit seinem einzigen Treffer des Abends das immens wichtige 20:20-Ausgleichstor.

Und dann war da noch Bastian Roscheck: Der Abwehrspezialist hatte in der kompletten Saison erst ein einziges Tor erzielt. Nun war er plötzlich auf und davon, stürmte im Konter dem Nordhorner Schlussmann entgegen und behielt die Nerven. Das Hallendach wäre beinahe davongeflogen, als ausgerechnet Roscheck den SC DHfK drei Minuten vor dem Ende mit 22:21 in Führung brachte. Zudem war Joel Birlehm kaum noch zu überwinden. Der 24-Jährige kassierte nur einen Gegentreffer in den letzten zehn Spielminuten. Krzikalla und Esche kamen dadurch ins Tempospiel und veredelten den finalen Heimsieg der langen, langen Saison 2020/21.

Schlussendlich gewann der SC DHfK mit 24:21 und konnte nun so richtig feiern. Mit Konfettiregen wurden die Leipziger Handballhelden nach einer intensiven und emotionalen Abschusszeremonie in die Nacht verabschiedet. Leipzig eroberte mit dem Heimsieg den 6. Tabellenplatz, den die Männer von Chefcoach André Haber nun am Sonntag beim letzten Auswärtsspiel in Hannover unbedingt über die Ziellinie bringen wollen.

André Haber (Trainer SC DHfK Leipzig): 

„Für die vier Jungs, die uns heute verlassen, bin ich natürlich glücklich über das Ende des Spiels. Es hätte heute dramaturgisch nicht besser sein können. Wir haben viele Bälle verworfen und uns einen großen Kampf mit Nordhorn geliefert. Ich bin sehr stolz auf unsere Fans, die uns heute in der Schlussphase zum Sieg angefeuert haben.“

Daniel Kubes (Trainer HSG Nordhorn-Lingen):

„Wir haben meiner Meinung nach ein sehr gutes Spiel gemacht. Nach Anfangsschwierigkeiten haben wir dann die Führung übernommen und lagen mit drei Toren vorn. Leipzig hat aber zum Schluss, angetrieben von den Fans, nochmal alles gegeben und die Führung wiedererlangt. Am Ende haben die Leipziger das Spiel verdient gewonnen.“

SC DHfK Leipzig gegen HSG Nordhorn-Lingen 24:21 (11:12)

Torschützen SC DHfK Leipzig: Krzikalla 7, Binder 4, Larsen 3, Esche 3, Gebala 3, Roscheck 1, Milosevic 1, Weber 1, Witzke 1

Torschützen HSG Nordhorn-Lingen: Vorlicek 6, Weber 5, Stegefelt 5, Terwolbeck 3, Torbrügge 1, Miedema 1

Zeitstrafen: Leipzig 4 Min, Nordhorn-Lingen 10 Min

Siebenmeter: Leipzig 3/5, Nordhorn-Lingen 6/8

Zuschauer: 1.863 Handballfans in der QUARTERBACK Immobilien ARENA

Die Abschieds-Zeremonie: