„Das ist ein Muss-Spiel für uns und das weiß auch jeder!“, hatte Chefcoach André Haber vor dem Heimspiel gegen den HBW Balingen-Weilstetten unmissverständlich betont. Und seine Mannschaft hatte diese Kampfansage verinnerlicht, denn sie ließen den Tabellensechzehnten über die kompletten 60 Minuten spüren, wer an diesem Abend der „Herr im Haus“ ist. Die Handballer des SC DHfK Leipzig gewannen das Bundesligaspiel am 26. Spieltag letztlich deutlich mit 26:18 (12:8) gegen HBW Balingen-Weilstetten.

Die Leipziger fanden gut in das Match. Obwohl Niclas Pieczkowski kurzfristig aufgrund von Rückenbeschwerden ausgefallen war, stimmte bei den Grün-Weißen von Beginn an die Einstellung. Binder und Krzikalla brachten die Gastgeber rasch mit 2:0 in Führung, jedoch ließ Leipzig in der Anfangsphase auch mehrere gute Gelegenheiten liegen. Dadurch schaffte Balingen den 2:2 bzw. 3:3 Ausgleich und witterte Morgenluft.

Allergings war Torhüter Joel Birlehm einmal mehr bestens aufgelegt und gab seinen Vorderleuten mit mehreren guten Paraden die nötige Sicherheit. Der SC DHfK zog in den Folgeminuten auf 8:3 davon und zwang Gäste-Trainer Jens Bürkle zu seiner ersten Auszeit. Noch beachtlicher erschien diese 5-Tore-Führung durch die Tatsache, dass HBW-Keeper Mike Jensen in der ersten Viertelstunde der Begegnung bereits sieben Paraden vorzuweisen hatte. Trotz mangelnder Chancenverwertung hatten die Leipziger absolut Oberwasser und ließen stolze elf Minuten keinen einzigen Gegentreffer zu.

In der 19. Spielminute erlöste Björn Zintel die Gäste mit dem Treffer zum 8:4. Die Leipziger hielten diesen Vorsprung bis zum Pausenpfiff, hätten allerdings einen deutlich höheren Vorsprung mit in die Kabine nehmen können. So hatte beispielsweise Marko Mamic das leere Tor verfehlt, Lukas Binder einen freien Konter vergeben und Lucas Krzikalla einen Siebenmeter verworfen. Sie Seiten wurden schließlich bei einem 12:8 gewechselt.

Diese Nachlässigkeiten hätten sich nach Wiederanpfiff beinahe gerecht, denn die zweite Halbzeit hätte aus Sicht der Leipziger kaum schlechter beginnen können. Balingen verkürzte auf 12:10, Lucas Krzikalla scheiterte erneut vom Siebenmeterstrich und ein riskantes Anspiel von Joel Birlehm über das gesamte Spielfeld verfehlte den Passabnehmer Lukas Binder. Plötzlich hatte Balingen-Weilstetten die große Chance zum Anschlusstor und bekam einen Siebenmeter zugesprochen.

Doch eine Konstante blieb unverändert: Joel Birlehm war an diesem Handballabend schwer zu bezwingen, hatte am Ende eine Quote von 44 Prozent gehaltener Bälle und entschärfte auch diesen Strafwurf.

Jetzt ging bei Leipzig wieder die Post ab. Die Grün-Weißen meisterten die kritische Phase souverän und antworteten mit einem 5:0-Lauf zum 18:11. 42 Minuten waren zu diesem Zeitpunkt absolviert. Da fiel es auch nicht weiter ins Gewicht, dass der SC DHfK einen rabenschwarzen Tag von der Siebenmeterlinie erlebte, denn auch Patrick Wiesmach konnte denn Ball aus sieben Metern nicht im Balinger Kasten unterbringen. Am Ende des Spiels hatten nur zwei von sechs Leipziger Strafwürfen den Weg ins Gehäuse gefunden.

Das änderte aber nichts am souveränen und schlussendlich auch in der Höhe verdienten 26:18-Sieg der DHfK-Männer. In den letzten Minuten der Auseinandersetzung durfte dann auch noch A-Jugend-Kapitän Niclas Heitkamp zu seinem Heim-Debüt in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga kommen. Nach einem äußerst zufriedenstellenden Handballabend haben die Leipziger jetzt zehn Tage Zeit, um sich auf das kommende Heimspiel gegen den Bergischen HC vorzubereiten.

André Haber (Trainer SC DHfK Leipzig):

„Es war für uns heute ein total wichtiges Spiel, das habe ich im Vorfeld schon betont. Die Mannschaft hat das sehr gut gelebt. Besonders die Einstellung, mit der wir ins Spiel gekommen sind und die Beharrlichkeit in der 1. Halbzeit, wie wir uns nicht vom Weg haben abbringen lassen. Gerade am Anfang war es ein ziemliches Torhüter-Duell. Joel hat uns dabei vor einem Rückstand bewahrt. Wir haben bis zur Halbzeit einfach zu viele Bälle liegen gelassen. Da hätten wir komfortabler unterwegs sein können. Grundsätzlich bin ich aber zufrieden, wie wir die 60 Minuten gedeckt haben und immer wieder Lösungen fanden. Was wir uns vorgenommen hatten, hat heute gut funktioniert. Das Ergebnis heute war auch Balsam auf die Seele und das tut jedem gut, deshalb freue ich mich einfach über die Situation.“

Jens Bürkle (Trainer HBW Balingen-Weilstetten):

„Wir sind ganz vernünftig ins Spiel hereingekommen, weil Mike Jensen in der 1. Halbzeit überragend gehalten hat. Bis zum 3:3 sind wir eigentlich ganz gut im Spiel, anschließend ist Leipzig dann nach und nach weggezogen, weil wir zu wenig Durchschlagskraft aus dem Rückraum entwickelt haben und uns die Kreisläufer sowie die Kreuzbewegungen große Probleme bereitet haben. Und dann zieht Leipzig auch verdient zur Halbzeit mit 12:8 davon. Nach der Pause sind wir super ins Spiel gekommen und hätten beim Stand von 13:11 sogar auf ein Tor Rückstand verkürzen können. Dann wäre es vielleicht ein anderes Spiel geworden. Leipzig beantwortete diese Phase aber super und konnte mit einem kleinen Lauf weiter davonziehen. Innerhalb kürzester Zeit war eine große Distanz, sodass wir nicht mehr anschließen konnten. Ich glaube, Leipzig hat das heute sehr gut und sehr clever gemacht. Für uns hätte heute viel zusammenkommen müssen, um so eine Leipziger Mannschaft schlagen zu können und das haben wir nicht geschafft.“

SC DHfK Leipzig gegen HBW Balingen-Weilstetten 26:18 (12:8)

Torschützen SC DHfK Leipzig: Wiesmach 5, Remke 4, Gebala 4, Binder 4, Weber 3, Witzke 2, Krzikalla 2, Milosevic 2

Torschützen HBW Balingen-Weilstetten: Strosack 4, Nothdurft 2, Zobel 2, Lipovina 2, Schoch 2, Foth 1, Gretarsson 1, Scott Junior 1, Wiederstein 1, Zintel 1, Huber 1

Zeitstrafen: Leipzig 4 Min, Balingen 14 Min

Siebenmeter: Leipzig 2/6, Balingen 2/3