Für die Handballer des SC DHfK Leipzig war auch im siebten Versuch nichts zu holen in Flensburg. Am dritten Advent kassierten die Männer von Cheftrainer André Haber eine herbe 31:21 (13:9) Pleite im hohen Norden. Dabei wäre insbesondere in der ersten Halbzeit deutlich mehr drin gewesen. Doch die Leipziger konnten ihre Torchancen einfach nicht verwerten. Hauptgrund für die Abschlussschwäche der Sachsen war SG-Torhüter Kevin Møller, der die Leipziger allein in den ersten 30 Minuten mit 13 Paraden und einer unfassbaren Quote zur Verzweiflung brachte.

Nach einer derart heftigen Niederlage hatte es allerdings am Anfang überhaupt nicht ausgesehen. Kristian Saeveras entschärfte den ersten Angriff der Flensburger und Sime Ivic brachte den SC DHfK in Führung. In der ersten Viertelstunde der Begegnung hielten die Gäste ausgezeichnet mit und präsentierten sich auf absoluter Augenhöhe mit dem Vizemeister. Zwar führte die SG Flensburg-Handewitt mach zehn Minuten mit 5:3, aber Binder, Witzke und Wiesmach verwandelten dieses Zwischenresultat in eine 5:6-Führung für Leipzig. Trotz einiger ausgelassener Chancen waren die Sachsen richtig gut drin in dieser Partie.

Danach kamen die DHfK-Männer aber völlig aus dem Rhythmus. Rückraumspieler Franz Semper, der gegen seine ehemaligen Leipziger Kollegen das Comeback nach seiner Knieverletzung feierte, vollendete einen 5:0-Lauf für Flensburg. Die Gastgeber lagen nun mit 10:6 vorn, sodass DHfK-Trainer André Haber bereits in der 22. Spielminute seine 2. Auszeit nehmen musste. Flensburgs Schlussmann Kevin Møller hatte zu diesem Zeitpunkt bereits zehn Würfe abgewehrt. Aber auch nach dem Timeout konnten die Grün-Weißen nicht mehr an die Leistung aus der Anfangsviertelstunde anknüpfen. Immer wieder scheiterten sie am dänischen Nationaltorhüter, der in der ersten Halbzeit eine wirklich außergewöhnliche Vorstellung bot und 59 Prozent aller Bälle parierte. Bei 13:9 wurden die Seiten gewechselt.

Nach der Pause ging das Spiel dann viel zu schnell flöten. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff erhöhte Flensburg bereits auf 17:10. Die Leipziger nahmen ihre letzte Auszeit, aber allein aufgrund der Körpersprache konnte erahnt werden, dass die Grün-Weiße nicht mehr so richtig an eine Wende in dieser Begegnung glaubten. Vor 3.034 Zuschauern hatten sich die Hausherren jetzt in einen richtigen Rausch gespielt und vergrößerten ihren Vorsprung unaufhaltsam weiter. Eine Viertelstunde vor Schluss war die SG-Führung auf 22:12 angewachsen. Wenige Minuten später geriet der SC DHfK gar mit zwölf Toren ins Hintertreffen.

In der Schlussphase der Auseinandersetzung gab es aus Leipziger Sicht trotzdem noch einen Grund zur Freude. Das an Flensburg ausgeliehene Leipziger Eigengewächs Julius Meyer-Siebert erzielte ausgerechnet gegen seinen eigentlichen Club seine ersten beiden Bundesligatore im Trikot der SG Flensburg-Handewitt. Somit endete der letztlich arg gebrauchte Spieltag aus Leipziger Sicht doch noch mit einer schönen Geschichte. Ab Januar wird der 21-jährige Meyer-Siebert dann wieder in den Kader des SC DHfK Leipzig zurückkehren und sicherlich vieles zu berichten haben aus seiner Zeit in Flensburg.

André Haber (Trainer SC DHfK Leipzig):

„Herzlichen Glückwunsch an die SG Flensburg-Handewitt. Ich bin sehr enttäuscht über das, was wir heute geboten haben. In der ersten Halbzeit haben wir zu viele Bälle verworfen, hatten dennoch die Chance mit einem besseren Resultat in die Pause zu gehen. Bis dahin war unsere Leistung akzeptabel, was sich aber mit Beginn der zweiten Hälfte geändert hat. In diesen 30 Minuten sind wir völlig zerfallen und sind auch emotional an uns gescheitert. Wir haben nicht mehr an die Wende geglaubt und konnten so nicht mehr ins Spiel kommen, um noch einmal aufzuholen. In den kommenden Aufgaben müssen wir jetzt dringend eine Reaktion zeigen. Dort liegt jetzt der Fokus.“

Maik Machulla (Trainer SG Flensburg-Handewitt):

„Danke für die Glückwünsche. Es ist sehr erfreulich, dass wir heute gegen Leipzig gewinnen konnten. Der SC DHfK hat sich in den letzten Jahren toll entwickelt und ich habe großen Respekt vor der Mannschaft. Dementsprechend freut es mich umso mehr, dass wir heute so deutlich gewinnen konnten. Ein großer Faktor war natürlich unsere Torhüterleistung. In der ersten Halbzeit sind wir im Angriff nicht konsequent genug und haben in der Abwehr teils sehr einfache Bälle zugelassen. Da hat uns Kevin heute gerettet. Nach der Pause erwischen wir einen tollen Start und konnten die Spielfreude wieder finden. Ab diesem Zeitpunkt haben wir auf einem konstant guten Niveau gespielt und konnten uns so weiter absetzen und gewinnen.“

Spielstatistik

SG Flensburg-Handewitt gegen SC DHfK Leipzig 31:21 (13:9)

Tore SC DHfK Leipzig: Wiesmach 5, Sunnefeldt 4, Binder 3, Witzke 3, Ernst 2, Ivic 2, Esche 1, Gebala 1

Tore SG Flensburg-Handewitt: Wanne 6, Svan 6, Hald 4, Einarsson 4, Gottfridsson 3, Sogard 2, Meyer-Siebert 2, Golla 1, Semper 1, Mensah 1

Siebenmeter: Leipzig 2/4, SG Flensburg-Handewitt 2/2

Zeitstrafen: Leipzig 4 Min, SG Flensburg-Handewitt 4 Min

Schiedsrichter: Schneider, Stefan / Hartmann, Colin

Zuschauer*innen: 3.034 in der Flens-Arena