Die Handballer des SC DHfK Leipzig sind perfekt in das neue Bundesligajahr gestartet. Bei den so formstarken Löwen vom Bergischen HC gelang den Grün-Weißen ein 29:30 (14:14) Krimi-Sieg. Zwei wichtige Blöcke in den letzten Sekunden der Partie veredelten am Ende den Erfolg. Damit zogen die DHfK-Männer auch in der Tabelle am BHC vorbei und stehen wieder auf dem 6. Platz.

Mit Kristian Saeveras, Maciej Gebala, Marko Mamic und Philipp Weber standen beim SC DHfK gleich vier WM-Teilnehmer in der Startformation. Die Gäste aus Leipzig erwischten allerdings einen äußerst ungünstigen Start in die Begegnung. Mamic, Gebala und Larsen scheiterten beim Abschluss oder leisteten sich technische Fehler – und auf der Gegenseite präsentierte sich der Bergische HC bei den Torabschlüssen hoch konzentriert. Eine 3:0-Führung für die Hausherren war die logische Konsequenz dieses Spielbeginns. Die DHfK-Männer mussten schleunigst in diese Partie finden, um nicht von Beginn an einem großen Rückstand hinterherzulaufen.

In der Vorbereitung auf die Auseinandersetzung hatte DHfK-Cheftrainer André Haber seine Spieler hinreichend vor dem schwer zu besiegenden Gegner gewarnt. Schließlich hatte der BHC nur eines seiner letzten sieben Bundesligaspiele verloren – mit gerade mal einem Treffer gegen die Rhein-Neckar Löwen. Und so brauchten die Leipziger einige Minuten, um den Kampf anzunehmen und sich in die Partie reinzubeißen. Nach knapp sechs Minuten war es dann endlich soweit und Maciej Gebala erzielte vom Kreis den ersten Leipziger Treffer. Jedoch dauerte es nur zehn Sekunden, bis es schon wieder auf der Gegenseite zum 4:1 klingelte. Der junge Nationalspieler Lukas Stutzke machte in der Anfangsphase besonders auf sich aufmerksam überwand DHfK-Keeper Kristian Saeveras bereits zum dritten Mal.

Jetzt kam der SC DHfK aber endgültig in Fahrt. Weber, Wiesmach und Gebala sorgten für den 4:4-Ausgleich, und erneut Philipp Weber markierte nach zehn Spielminuten die erste Leipziger Führung. In eigener Überzahl versuchten die Leipziger anschließend mit einer ganz offensiven Manndeckung, ihren 5:7-Vorsprung weiter auszubauen. Der BHC fand aber clever die Lücken und blieb dran. Für Leipzig zeigten sich Mitte der ersten Hälfte insbesondere die Außenspieler Lukas Binder und Patrick Wiesmach sehr sicher im Torabschluss. Auch Lucas Krzikalla verwandelte seinen ersten Siebenmeter souverän zum 9:11. Nach einer Zweitstrafe gegen Martin Larsen ging dann aber der Spielfluss bei den Grün-Weißen etwas verloren. Prompt war der BHC wieder zur Stelle und holte sich die knappe Führung zurück (12:11). Mit einem strammen Wurf auf dem Rückraum gelang Gregor Remke wenige Sekunden vor der Pausensirene der wichtige 14:14-Ausgleich und so ging es mit einem leistungsgerechten Unentschieden in die Halbzeit.

Auch nach dem Seitenwechsel ging es äußerst ausgeglichen zur Sache. Beim Spielstand von 18:18 versuchte André Haber mit einer Auszeit, bei seinem Team noch ein paar entscheidende Feinjustierungen vorzunehmen. Seine Offensivspieler taten sich nämlich in dieser Phase sehr schwer gegen den inzwischen eingewechselten BHC-Torhüter Tomas Mrkva. Das änderte sich zunächst auch nicht: Gregor Remke und Alen Milosevic vergaben beste Einschussgelegenheiten gegen Mrkva. Nachdem auch Martin Larsen am BHC-Block hängen blieb, erspielten sich die Gastgeber eine 21:19-Führung. Es lag also in der letzten Viertelstunde der Partie ein hartes Stück Arbeit vor den Handballern des SC DHfK Leipzig. Doch Martin Larsen sorgte postwendend für Wiedergutmachung und bescherte dem SC DHfK mit einem Doppelpack den erneuten Ausgleich zum 21:21. Nach einem „Empty Net Goal“ in Überzahl durch Patrick Wiesmach ging Leipzig zehn Minuten vor Ende wieder in Front.

In der Schlussphase bekamen die Handballfans dann von beiden Mannschaften richtig schnellen Handball mit enormer Angriffseffektivität geboten. Leipzig marschierte dabei stets vorweg, doch die Bergischen Löwen blieben immer in Lauerstellung. Der SC DHfK Leipzig war quasi bei jedem seiner letzten Angriffe zu einem erfolgreichen Torabschluss verdammt, da bei einem Ballverlust sofort der Ausgleichstreffer drohte. So unterstrich Lucas Krizikalla seine Nervenstärke und verwandelte beim Spielstand von 27:28 seinen Siebenmeter – wohlgemerkt mit Unterkante der Latte. Auch Philipp Weber meisterte eine knifflige Situation und traf aus dem Rückraum spektakulär zum 28:30. Das war aber noch nicht alles.

Weil Lukas Binder zum zweiten Mal in diesem Match beim Absprung die Kreislinie berührte und dadurch die endgültige Entscheidung verpasste, hatte der BHC noch eine Minute Zeit, um den Ausgleich zu erzielen. Zunächst konnte Marko Mamic einen ganz wichtigen Wurf abblocken, aber da der Ball ins Seitenaus sprang, hatten die Hausherren noch immer einige Sekunden übrig für einen weiteren Torabschluss. Die allerletzte Chance des Bergischen HC vereitelte allerdings Niclas Pieczkowski mit einem cleveren Unterbrechungsfoul und einem weiteren Block! Der SC DHfK Handball sicherte sich damit beide Punkte im Bergischen Land und kommt perfekt ins neue Handballjahr.

André Haber (Trainer SC DHfK Leipzig): „Ich freue mich sehr über die zwei Auswärtspunkte, denn der BHC ist eine sehr starke Mannschaft. Wir haben es heute geschafft, ein relativ stabiles Spiel abzuliefern. In der zweiten Halbzeit hatten wir zwar eine Phase, wo wir einfach zu viele Bälle verwerfen, aber umso zufriedener bin ich damit, dass wir die Partie danach nochmal in unsere Hände bekommen haben und ab der 45. Minute kontinuierlich geführt haben. Der Ausgang dieses Spiels war natürlich sehr dramatisch und nichts für ein dünnes Nervenkostüm. Wir freuen uns sehr und nehmen den Rückenwind mit in das nächste Spiel gegen Melsungen.“

Sebastian Hinze (Trainer Bergischer HC): „Das war heute ein wellenförmiges Spiel und es ging bei beiden Mannschaften auf und ab. Leider sitzen wir jetzt hier und haben keine Punkte. In der letzten Situation müssen wir bei der Ecke vielleicht einen mutigeren Pass spielen. Auch im Tempospiel haben wir heute viele Fehler gemacht und unsere Pässe zum Kreis waren nicht so effektiv, wie sie sonst immer sind. Das hat Leipzig gut unterbunden und uns oft den Ball weggeschnappt. Bei so einem engen Spiel muss man in den entscheidenden Situationen einfach besser sein als der Gegner. Das waren wir heute leider nicht.“

Bergischer HC gegen SC DHfK Leipzig 29:30 (14:14)

Bergischer HC: Rudeck, Mrkva; Darj (2), Gunnarsson (4/1), Fraatz, Babak (2), Szücs (1), Damm (4), Gutbrod (5), Arnesson, Bergner, Nikolaisen (3), Boomhouwer, Uscins, Stutzke (4), Schmidt (3)

SC DHfK Leipzig: Saeveras, Birlehm; Wiesmach (6), Witzke, Krzikalla (4/4), Binder (5), Pieczkowki (1), Larsen (2), Roscheck, Weber (4), Mamic (3), Remke (1), Gebala (4), Milosevic, Esche

Siebenmeter: BHC 1/1, Leipzig 4/4

Zeitstrafen: BHC 10 Min, Leipzig 2 Min

Schiedrichter: Raphael Piper, Klaus vom Dorff