Die Handballer des SC DHfK Leipzig haben den dritten Sieg in Folge errungen. Gegen den Bergischen HC lieferten sich die DHfK-Männer wie schon im Hinspiel einen harten Fight und mussten dabei auch an ihre Schmerzgrenzen gehen. In einer turbulenten ersten Halbzeit mit verletzungsbedingten Ausfällen auf beiden Seiten lagen die Grün-Weißen bereits mit sechs Treffern in Führung. Kurz nach der Pause hatte sich das Blatt dann komplett gewendet und die Gäste aus dem Bergischen Land führten plötzlich mit drei Toren. Angetrieben von 1400 lautstarken Fans kamen die Leipziger zurück ins Spiel und hatten in der Schlussphase ein paar Körner mehr als der Gegner. Schlussendlich gewann der SC DHfK das zweite Heimspiel in dieser Woche mit 27:25 (13:12).

Lucas Krzikalla, heißer Anwärter auf den Titel „DKB Spieler des Monats Mai“ in der LIQUI MOLY HBL, durfte in der Anfangsphase gleich zweimal von der Siebenmeterlinie antreten und brachte den SC DHfK in gewohnt sicherer Manier mit 1:0 bzw. 2:1 in Führung. Lukas Binder legte mit einem Doppelpack zum 4:1 nach. Dann folgte der erste Schreckensmoment. Luca Witzke und Max Darj knallten mit dem Kopf zusammen und blieben beide für einige Augenblicke am Boden liegen. Der Kreisläufer vom BHC musste mit einer blutenden Kopfverletzung behandelt werden. Auch für Luca Witzke war das Spiel als Präventionsmaßnahme einer möglichen Gehirnerschütterung früh beendet. Und kaum war das Spiel wieder angepfiffen, lag bereits der nächste Leipziger am Boden und Mannschaftsarzt Dr. René Toussaint musste wieder aufs Feld. Julius Meyer-Siebert hatte nach einem Wurf die Hand eines Gegenspielers ins Gesicht bekommen. Er konnte aufgrund von Augenproblemen ebenfalls im weiteren Spielverlauf nicht mehr mitwirken.

Der SC DHfK machte jedoch unbeirrt weiter. Alen Milosevic erzielte mit der Rückhand ein „Zaubertor“ und auch der andere Leipziger Kreisläufer Maciej Gebala versenkte den Ball im Tor der Bergischen HC. Mit 6:3 lagen die Sachsen nun in Führung. Als Torhüter Kristian Saeveras dann auch noch einen Siebenmeter parierte und einen freien Wurf vom Kreis gegen Tom Bergner abwehrte, führte der SC DHfK nach einer Viertelstunde bereits mit 9:3. BHC-Trainer Sebastian Hinze musste mit einer Auszeit reagieren. An der Leipziger Dominanz änderte das zunächst wenig, denn nach 23 Spielminuten führten die Hausherren weiterhin deutlich (13:7). In der Schlussphase dieser ersten Hälfte ging dann aber auf einmal gar nichts mehr. Die Bergischen Löwen beendeten die erste Halbzeit mit einem 0:5-Lauf und so nahm der SC DHfK gerade mal ein Tor Vorsprung mit in die Kabine.

Dieser Trend setzte sich nach Wiederanpfiff direkt fort. Der BHC erzielte durch Fabian Gutbrod, Jeffrey Boomhouwer und Linus Arnesson drei weitere Tore nacheinander und führte in fremder Halle plötzlich mit 14:17. Jetzt waren die 1400 Zuschauer in der QUARTERBACK Immobilien ARENA gefragt, um die Leipziger wachzurütteln und wieder nach vorn zu treiben. Die nun noch lautere Unterstützung von den Rängen zeigte tatsächlich Wirkung. Der inzwischen ins Spiel gekommene Torhüter Joel Birlehm wehrte mehrere Bälle ab – darunter auch einen Siebenmeter – und der ebenfalls eingewechselte Rückraumspieler Gregor Remke traf zweimal in Folge zum 19:19-Ausgleich und zur 20:19-Führung.

15 Minuten vor dem Ende hatten die Leipziger die Oberhand über diese Partie zurückerobert. Gebala (21:19), Krzikalla (23:21) und Remke (24:22) besorgten mehrmals eine Zwei-Tore-Führung, doch der Tabellennachbar war sich um die Bedeutung dieser Auseinandersetzung bewusst und ließ sich einfach nicht abschütteln. Mit einem 25:25-Gleichstand ging es in die letzten vier Minuten des Spiels.

Dort hatte der SC DHfK die besseren Finisherqualitäten. Joel Birlehm, der es am Ende auf eine Quote von 37,5 Prozent gehaltener Bälle brachte, vereitelte mit einer ganz wichtigen Tat das mögliche Tor zum 26:26. Als auf der Gegenseite Maciej Gebala 40 Sekunden vor Schluss zum 27:25 traf, konnte die Siegesfeier der 1400 Handballfans endlich beginnen. Der SC DHfK Leipzig hat sechs Siege aus den letzten sieben Spielen eingefahren und verbessert sich damit auf Tabellenplatz acht. Die davor liegenden Teams aus Melsungen und Göppingen sind nur noch einen Punkt entfernt.

André Haber (Trainer SC DHfK Leipzig): „Ich freue mich riesig und bin sehr stolz, dass wir das Spiel heute gewonnen haben. Ich glaube beide Mannschaften haben in einer sehr stimmungsvollen Arena eine großartige Comeback Qualität bewiesen. Es war ein sehr umkämpftes und schönes Handballspiel, weil wirklich gute Elemente zu sehen waren. Am Anfang sind wir gut ins Spiel gekommen und führten sogar mit 9:3. Mit der Zeit haben wir aber nachgelassen, sodass der BHC dann um die 40. Minute die Partie mit 3 Toren kontrollierte. Jedoch konnten wir ein starkes Comeback feiern, was auch Joel mit seinen wichtigen Paraden zu verdanken war.“

Sebastian Hinze (Trainer Bergischer HC): „Wir haben in der Anfangsphase gar nicht so viel falsch gemacht und trotzdem mit 9:3 hinten gelegen, kommen dann aber sehr gut zurück. Wir verteidigen bis zum letzten Ball, kommen gelegentlich ins Tempospiel und machen die Partie dann wieder offen zur zweiten Halbzeit. Nach der Pause sind wir sehr gut gestartet. Ich glaube, dass dann für uns die Unterzahlsituationen schwierig waren. In diesen hat Leipzig es geschafft wieder zurückzukommen, da wir hier oftmals den Ball zu schnell hergegeben haben. In der Schlussphase hat Joel ein paar Paraden mehr gehalten als unsere Torhüter, sodass Leipzig das Spiel gewinnt. Ich finde es sehr schade, da wir eine sehr gute Leistung gezeigt und nicht viel falsch gemacht haben. Trotzdem müssen wir jetzt ohne Punkte nach Hause fahren.“

SC DHfK Leipzig gegen Bergischer HC 27:25 (13:12)

Torschützen SC DHfK Leipzig: Krzikalla 5, Binder 5, Gebala 4, Mamic 4, Weber 3, Remke 3, Milosevic 2, Larsen 1

Torschützen Bergischer HC: Boomhouwer 6, Gutbrod 5, Arnesson 4, Schmidt 3, Damm 2, Svegard Nikolaisen 2, Szücs 1, Stutzke 1, Babak 1

Zeitstrafen: Leipzig 0 Min, Bergischer HC 8 Min

Siebenmeter: Leipzig 4/4, Bergischer HC 4/5

Zuschauer: 1400 Handballfans in der QUARTERBACK Immobilien ARENA