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Spiel auf Messers Schneide mit besserem Ende für Stuttgart

08. Mrz 2021
Spiel auf Messers Schneide mit besserem Ende für Stuttgart

Die Handballer des SC DHfK Leipzig haben auch das zweite Saisonspiel gegen den TVB Stuttgart verloren. Nach der 30:24-Niederlage im Hinspiel, welches aufgrund der Coronainfektion von Cheftrainer André Haber unter besonders ungünstigen Vorzeichen gestanden hatte, ging auch das Rückspiel in die Hose. In der heimischen QUARTERBACK Immobilien ARENA misslang am Sonntagnachmittag die angepeilte Ergebniskorrektur, denn in eigener Halle gelangen den Grün-Weißen lediglich 23 Treffer. Dafür leisteten sich die Hausherren fast so viele technische Fehler, wie in ihren letzten beiden Bundesligaspielen zusammen.

Von Beginn an fehlten bei den Gastgebern ein paar Prozentpunkte in Sachen Konzentration, Frische und Entschlossenheit. Der ehemalige Leipziger Viggo Kristjansson markierte für die Gäste das erste Tor der Partie. Die ersten zehn Spielminuten verliefen zwar sehr ausgeglichen (4:4), doch dann hatten die Leipziger ihre erste kleine Schwächephase. Einen ganz präzisen Pass von Nationaltorhüter Jogi Bitter veredelte Sascha Pfattheicher spektakulär zum neuen Spielstand von 4:7. DHfK-Coach André Haber nahm prompt seine erste Auszeit.

Allerdings verbesserte sich das Leipziger Spiel anschließend nicht merklich. Stuttgart blieb ständig mit zwei oder drei Treffern in Führung, denn die Torhüter auf beiden Seiten – Joel Birlehm und Jogi Bitter – konnten große Einschussgelegenheiten abwehren. Besonders die Anspiele an den Kreis fanden beim SC DHfK in dieser Spielphase nur selten den Empfänger. Landete dann doch mal ein Ball bei Maciej Gebala, fand die Kugel auch den Weg in den Stuttgarter Kasten. Mit fünf Treffern bei fünf Versuchen hatte der polnische Nationalspieler an diesem Nachmittag eine makellose Bilanz.

Dem SC DHfK drohte schließlich ein 4-Tore-Rückstand zur Pause, denn die Stuttgarter lagen kurz vor dem Seitenwechsel mit 9:12 vorn und hatten Ballbesitz. Die Leipziger Abwehr war jedoch zur Stelle und Lucas Krzikalla konnte per Konter auf 10:12 verkürzen, sodass der Halbzeitrückstand nur zwei anstatt vier Treffer betrug. Eine psychologisch durchaus wichtige Grundlage für eine Aufholjagd in der zweiten Halbzeit.

Diese blieb allerdings aus. Zwar kamen die DHfK-Männer mit etwas mehr Schwung aus der Kabine und erzielten sechsmal nacheinander das Anschlusstor. Dann blieben die Grün-Weißen jedoch zwischen der 41. und 48. Spielminute ganze sieben Minuten ohne eigenen Treffer und waren gut bedingt, dass den Stuttgartern in dieser Phase auch nur zwei Tore gelangen. Mit drei Toren Rückstand (17:20) ging es also in die letzten zehn Minuten dieser torarmen Partie. Als Lukas Binder dann auch noch den Pfosten traf und kurz danach an Jogi Bitter scheiterte, mussten die Leipziger Fans zu Hause vor den Bildschirmen oder dem Fanradio ihre Hoffnungen auf einen Heimsieg allmählich begraben. Da DHfK-Keeper Joel Birlehm einmal mehr richtig gut drauf war (12 Paraden), wurde es allerdings doch noch einmal richtig spannend. Binder und Krzikalla erzielten die Ausgleichstreffer zum 21:21 bzw. 22:22 und plötzlich war für die Leipziger wieder der Sieg drin.

Auf Messers Schneide ging es in die letzten zwei Minuten dieser Begegnung. Dort wollte Trainer André Haber noch eine Auszeit nehmen, doch im selben Moment hatten seine Männer den Ball verloren und das Timeout konnte demzufolge keine Anwendung finden. Liga-Toptorschütze Viggo Kristjansson machte schlussendlich den Deckel auf diese spannende Partie und die Leipziger standen, wie schon im Hinspiel gegen Stuttgart, ohne Punkte da.

Jürgen Schweikardt (Trainer TVB Stuttgart):

„Wir sind sehr froh, dass wir dieses Spiel gewonnen haben. Damit konnten wir, ähnlich wie in Melsungen, nicht rechnen. Wir haben uns Teilziele gesetzt und wollten weniger Fehler machen und stabiler in der Abwehr stehen. Das Thema mit der Abwehr haben wir heute sehr gut hinbekommen, mit einem sehr guten Jogi Bitter dahinter. Dass uns im Angriff die Selbstverständlichkeit und das Selbstvertrauen gefehlt haben, hat man auch gemerkt. Wir profitieren auch davon, dass Leipzig heute nicht den besten Tag hatte. Das ist für uns in dieser Situation aber eigentlich egal. Wir wollen uns das Selbstvertrauen Stück für Stück zurückarbeiten. Wenn man sich die Tabelle anschaut, dann sind wir nicht weit weg vom Soll. Ich glaube, dass wir das Potenzial haben, viele Mannschaften zu schlagen, aber wir können natürlich auch gegen jeden verlieren, das haben wir jetzt in den letzten Wochen alles gelernt. Darauf versuchen wir aufzubauen und wieder konstanter zu werden.“

André Haber (Trainer SC DHfK Leipzig):

„Ich bin enttäuscht, dass wir das heute nicht geschafft haben. Ich bin felsenfest davon ausgegangen, dass wir nach einem Heimsieg gegen Essen wieder ein gutes Spiel zu Hause machen und gegen Stuttgart gewinnen. Nicht, weil ich Stuttgart in irgendeiner Weise unterschätze, sondern weil ich das Hinspiel im Kopf hatte, wo wir in einer ganz schweren Situation angetreten sind und nicht gut gespielt haben. Ich bin davon ausgegangen, dass wir heute sehr heiß darauf sind, das zu korrigieren und da besser zu sein. Das haben wir aber nicht geschafft. Das ist leider fern ab von unserem Anspruch. Wir haben jetzt zu Hause 12:8 Punkte geholt und das ist nicht das, was wir in den vergangenen Jahren hatten. Die Ausrede, dass keine Zuschauer in der Halle sind, lasse ich nicht gelten. Heimspiele sind heilig, die müssen wir gewinnen und da haben wir bisher zu viel liegen gelassen. Wir machen viel zu wenig Tore für die Anzahl von Angriffen, deshalb verlieren wir heute. Glückwunsch an Stuttgart und alles Gute für Jürgen und seine Mannschaft.“

SC DHfK Leipzig gegen TVB Stuttgart 23:25 (10:12)

Tore SC DHfK Leipzig: Krzikalla 6, Gebala 5, Mamic 3, Weber 3, Binder 2, Milosevic 1, Witzke 1, Esche 1, Pieczkowski 1

Tore TVB Stuttgart: Kristjansson 6, Pfattheicher 5, Peshevski 3, Müller 2, Lönn 2, Häfner 2, Zieker 2, Weiß 2, Röthlisberger 1

Siebenmeter: Leipzig 2/3, Stuttgart 4/4

Zeitstrafen: Leipzig keine, Stuttgart 2 Min

Schiedsrichter: Zupanovic, Marijo / Thone, Martin

 

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